Samuel Harfst – Längstes Straßenmusikkonzert der Welt
28 September 2010 Eingestellt von: Gerhard 455 klicks Keine Kommentare
Wenn ein Künstler aus Hessen, der ein Event in Berlin spielt, in den Stuttgarter Nachrichten angekündigt wird, dann muss das schon etwas heißen. Wenn dieses Event auch noch vom regierenden Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, eröffnet wird, dann ist sicher, dass es sich um etwas Besonderes handelt.
Dabei sind Samuel Harfst, das Trio um den gleichnamigen Sänger, eher für ruhigere Töne bekannt. Sie haben mit Straßenmusik angefangen, und genau darum ging es am 8. auf den 9. September 2010 auch – um Straßenmusik.
Im Rahmen der Popkomm (internationale Musikmesse), die vom 8. bis zum 10. September in Berlin Tempelhof, dem ehemaligem Flughafen stattfand, hat das Trio das längste Straßenmusikkonzert der Welt gespielt und 24 Stunden lang vor den Toren der Popkomm Musik gemacht. Dabei haben sie Wind, Wetter und Kälte getrotzt und vielen Menschen eine kleine Freude bereitet.
Guinness World Records hat strenge Regeln für die drei Musiker aufgesetzt. Es darf kein Lied innerhalb von vier Stunden wiederholt werden und Pause gibt es nur fünf Minuten für jede volle gespielte Stunde. Aber auch so etwas wie „ein Behälter für Geld muss aufgestellt werden“, wurde von Guinness vorgegeben.
Allerdings ging es dem Trio gezielt darum, Straßenmusik zu machen. Die Menschen sollten ihre Musik hören und einfach ein paar Minuten zuhören und dem Stress des Alltags entfliehen können. Dass sie das bei ihrem Weltrekord geschafft haben, hat man vor allem daran gesehen, dass die ganzen 24 Stunden immer mindestens ein Besucher da war und den Musikern zugehört hat. Dabei dachten die Musiker zunächst, dass sie ab 22 Uhr nur noch für sich selbst Musik machen. Doch stattdessen waren um diese Zeit etwa 60-80 Menschen da, die einfach der Musik zugehört und sich an den Liedern erfreut haben. Sogar um 4 Uhr gab es ein, zwei Hartgesottene, die sich zu den Musikern gesetzt und das Trio unterstützt haben.
So war nach den anfänglichen vielen Interviews, die Samuel Harfst geben musste (während er übrigens weitergespielt hat), nach etwa 12 Stunden gespielter Zeit, die Runde so familiär und Lagerfeuer mäßig, dass Samuel meinte, er spiele eigentlich nicht mehr für den Weltrekord, sondern um die Menschen glücklich zu machen.
Dabei waren die drei Musiker am selben Tag noch morgens im Morgenmagazin und Samuel krank. Doch trotzdem haben alle drei durchgehalten und von 11 Uhr morgens bis 11 Uhr morgens gespielt. Eine wirklich reife Leistung, denn auch wenn 24 Stunden auf den ersten Blick als nicht viel erscheinen, ist es doch anstrengend, so konzentriert zu bleiben und auch der Müdigkeit nicht nachzugeben. Da war es eine große Motivation, am nächsten Morgen zu sehen, wie der Himmel langsam wieder hell wurde. Das war so um 5 Uhr und man wusste, man hat nur noch gute sechs Stunden zu spielen.
Als kleine Besonderheit konnte man sich das neue Album von Samuel Harfst „Alles Gute zum Alltag“ schon vorab, einen Tag vor dem Release, beim Rekordversuch kaufen – und natürlich auch die Lieder dazu anhören. Denn diese wurden neben den etwas älteren Liedern auch immer wieder gespielt und sie zeigen, dass Samuel Harfst etwas von seinem Fach versteht. Wer die CD noch nicht hat, sollte sie sich unbedingt besorgen.
Doch nicht nur Samuel sondern auch verschiedene Gastmusiker haben ihre Lieder präsentiert und sind teilweise wirklich spontan mit eingestiegen und haben die Straßenmusiker unterstützt. So hat unter anderem Pohlmann drei, vier Lieder gespielt, aber auch Musiker, die das Samuel Harfst Trio selbst nicht kannten, haben sich dazu gesetzt und Musik gemacht. Denn offiziell war es von Guinness nicht verboten, dass Gastmusiker mitspielen, solange das Trio um Samuel Harfst nicht aufhört zu spielen.
Obwohl es eine anstrengende Aktion für die Musiker war, hat doch gerade diese Band es verdient, den Rekord zu schaffen und sich somit offiziell Rekordhalter des längsten Straßenmusikkonzertes zu nennen. Denn Samuel Harfst und seine Leute sind sympathisch und wollen mit ihrer Musik eigentlich nur eines erreichen. Nämlich, dass die Menschen kurz anhalten, wenn sie ihre Musik hören, und sich daran erfreuen.
Doch nach 24 Stunden Musik machen war für die Musiker eins klar – sie erfreuen sich jetzt an ihrem Bett. Ich habe es ihnen vom ganzen Herzen gegönnt. =)
[stextbox id="alert" color="000000" ccolor="ffffff" bcolor="696969" bgcolor="ffffff" cbgcolor="ffffff" image="null"]Website: www.samuelharfst.de
MySpace: www.myspace.com/samuelharfst
Text: Verena Bächle / Musik Für Uns
Thumbnail/Fotos: de-de.facebook.com/samuelharfst.page[/stextbox]





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