Sacrety im Interview Juni 2011 – Teil 1 – Vom Cornerstone über die neue CD “Alive” bis zur Farewell-Tour
26 Juni 2011 Eingestellt von: Stephi 724 klicks Keine Kommentare

Fabian
Sacrety Interview beim CVJM Rockt in Winnenden
von Stephi und Verena mit Dave, Fabi und Matze
Ihr solltet ja eigentlich beim Cornerstone-Festival spielen (größtes christliches Festival in den USA). Daraus ist dann aber doch nichts geworden. Woran lag das denn?
Fabi: Cornerstone ist deswegen ins Wasser gefallen – leider – weil wir der Bürokratie zum Opfer gefallen sind. Es war ja so, dass wir entweder den Slot bezahlt bekommen hätten oder über das Voting reingekommen wären. Das Voting sah ja auch echt gut aus. Wir hätten eigentlich somit auf jeden Fall so oder so spielen können. Hat dann aber wie schon gesagt aus bürokratischen Gründen doch nicht geklappt, weil wir eine Arbeitserlaubnis für das Cornerstone gebraucht hätten.
Und eine Arbeitserlaubnis für die USA ist ziemlich schwer zu kriegen, weil das über die Botschaften läuft und ewig dauert. Es hätte zeitlich einfach nicht gereicht. Wir hätten vom Cornerstone erst mal einen Schrieb gebraucht, dass wir überhaupt spielen dürfen. Da wir aber ja offiziell noch gar keinen Slot hatten, hätte das auch erst mal eine Ewigkeit gedauert bis wir diesen Schrieb gekriegt hätten und der hätte dann auch erst wieder zur Botschaft müssen und so weiter.
Deswegen hat es uns zeitlich nicht gereicht, aber wir versuchen es nächstes Jahr nochmal.
Matze: Und dazu kam dann auch noch, dass Chris und ich in dem Zeitraum mündliche Prüfungen haben und deswegen haben wir gesagt: Wir stressen uns jetzt nicht und versuchen es nächstes Jahr nochmal.
Ihr hattet vor ein paar Wochen euer CD-Release. Wie war das für euch?
Dave: Ja, war ziemlich geil. Es waren viele Menschen da, die wir auch gekannt haben. Es waren aber auch einige da, die ich jetzt noch nicht so oft gesehen habe. Das hat mich gefreut.
Voll war´s auch und wir haben zum ersten Mal so wirklich die neuen Lieder gespielt. Das ist schon was Besonderes. Es war einfach eine coole Stimmung und hat Spaß gemacht.
Da wir ja jetzt eh schon beim zweiten Album sind: Was wollt ihr mit eurem Album „Alive“ weitergeben und was ist euch inhaltlich besonders wichtig?
Fabi: Es heißt „Alive“, weil praktisch jeder Text davon handelt. „Bounce, Move, Shout“ ist so ein Beispiel, das das ganz gut beschreibt. Oder auch „Fly against the wind“ – das sind alles so Texte mit denen wir aussagen wollen: „Hey, raff dich, steh auf, mach mal wieder was!“ Wir beobachten ein bisschen zurzeit, dass die Jugend von heute eher pennt und sich für wenig einsetzt. Wenn man das mal vergleicht mit den Generationen unserer Eltern, die wirklich noch auf die Straße gegangen sind – da tun wir wenig. Vor allem auch wie wir Christen als Christen oft sagen: „Komm, leb dein Christsein im Alltag aus“ – tun es aber nicht. Und wenn wir´s dann doch tun, dann eher so kleinkrammäßig. Also ich würde sagen, dass es das so im Groben beschreibt – und deswegen haben wir es auch „Alive“ genannt.
Habt ihr schon Feedback zu eurem Album bekommen und wie ist dieses ausgefallen?
Dave: Wir haben auf jeden Fall schon Feedback bekommen und es ist von „Es ist zu viel Elektro“ bis zu „geil, alles cool, super Mischung“ alles dabei. Manche sagen, dass es ist zu „poppig“ ist – und andere sagen wiederum es ist ziemlich hart. Von … bis … ist alles dabei.

Matze
Fabi: Das hört sich jetzt gerade so an, als wär es eher negativ ausgefallen. Aber im Normalfall haben wir eigentlich fast nur positives Feedback bekommen.
Was glaubt ihr, wie die Lieder beim Publikum ankommen? Was habt ihr da für einen Eindruck?
Fabi: Das ist eher so ein bisschen mein Ding gewesen. Da hatte ich auch ein wenig Sorge gehabt. Bei den Aufnahmen noch nicht so arg, aber da auch schon ein bisschen. Wenn wir dann das erste Mal die neuen Songs spielen – vor allem dann bei der Tour (mit freequency und Scarlet Drop) – hab ich mir im Vorfeld ernsthaft gedacht, dass es zum Teil schwierig werden kann – da haben wir ja dann die ganzen acht Tage immer das gleiche Set gespielt.
Es sind nicht mehr Lieder, so „einmal auf die Zwölf und junger christlicher Teenager spring“, sondern es sind musikalisch hochwertigere Lieder, bei denen dieser Move-Bounce-Effekt eher im Hintergrund steht. Aber ein gutes Beispiel war in Österreich, vor einem eher kleinen Publikum: Da haben die Leute bei den Liedern ein Feuerwerk abgebrannt. Das war unfassbar. Deswegen glaube ich, dass es schon funktioniert.
Man merkt halt auch noch bei den alten Liedern, dass die Leute die kennen und da wissen wir einfach, dass es funktioniert – aber die wiederum haben sie auch erst kennen lernen müssen. Ich denke, das ist bei jedem neuen Album und jeder neuen Konzertshow so. Und natürlich gibt es auch immer Songs, die besser funktionieren als andere.
Aber insgesamt haben wir schon den Eindruck, dass die neuen Songs sehr gut ankommen.
Wie empfandet ihr die Tour mit freequency und Scarlet Drop? Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?
Dave: War auf jeden Fall mal eine Erfahrung wert, im Nightliner zu schlafen und insgesamt das Ganze mal mitzuerleben. Und auch mal jeden Tag einen Auftritt zu haben, ist auch mal was ganz anderes, wie jetzt nur am Wochenende. Wir haben´s dann auch schon gemerkt, dass es einiges an Kraft kostet. Allerdings weniger, als wir gedacht haben. Es ging letztendlich dann eigentlich doch ganz gut.
Was halt ein bisschen anstrengend war: Aufstehen, Anlage aus dem Anhänger, Aufbauen, Soundcheck, Spielen, Abbauen, Anlage in den Anhänger – dann geschlafen und am nächsten Tag dann genau das Gleiche. Es war schon heftig, vor allem weil die Technik eigentlich nie wirklich stand – und wenn sie stand, mussten wir trotzdem alles ausladen, weil die Backline und Anlage im selben Hänger waren. Aber dadurch, dass wir 17, 18 Leute im Bus waren, ging das dann doch irgendwie.
Fabi: Das Coolste war eigentlich für uns zu sehen, dass wir nie abgesprochen haben, wer auslädt oder wer abbaut oder so – haben wir nie gemacht – aber es hat immer funktioniert, dass eine Band mal unausgesprochen eine Pause macht und dann eine Band mal mehr gemacht hat. Hatten wir uns so nie erträumt. Wenn freequency mal ein bisschen schlapp waren – war ja auch verständlich, schließlich war das ihre Abschlusstour – dann haben halt Scarlet Drop und wir mehr gemacht. Wenn wir mal weniger gemacht haben, dann haben die anderen Zwei mehr gemacht. Und so war das bei Scarlet Drop auch. Die haben zwei Mädels – das muss man halt auch noch sehen – die konnten dann auch nicht so viel schleppen, weil die Sachen teilweise einfach auch richtig krass schwer waren. Das kann ich von keiner Frau verlangen, das ist einfach so. Die haben dann auch einfach mehr Kleinkruscht und so getragen.
Aber die Tour insgesamt hat dann auch wirklich Harmonie ohne Ende ausgestrahlt. Die ersten zwei Tage waren für uns alle auch noch so die Findungsphase im Nightliner. Und wir haben ja freequency auch schon gut gekannt – und Scarlet Drop natürlich auch – aber auf engstem Raum ist das dann nochmal ganz anders. Und es war einfach dann auch super schön. Ab dem vierten Tag war es eigentlich schon wie eine Art Familienausfahrt.

Dave
Und einen sehr coolen Busfahrer hatten wir übrigens auch. Der Marcel war einfach super!
An dem Sonntag, an dem wir dann fertig waren mit der Tour und wir unseren Off-Day hatten, waren wir dann schon ziemlich fertig. Aber nach diesem einen Off-Day hätte ich dann auch gleich wieder weitermachen können und nochmal ne Woche…
Man ist aber auf jeden Fall auch total weg von der Welt. Man bekommt einfach nichts mehr mit…
Dave: Ja, du gehst abends in den Bus, fährst von der letzten Location weg, wachst morgens auf und gehst raus: Und wo sind wir denn jetzt?
Und Crosschannel war ja auch mit dabei…
Fabi: Ja, stimmt! Die müssen wir auch auf jeden Fall noch erwähnen! Crosschannel hat einen super Job gemacht und die haben wirklich richtig wenig geschlafen. Die haben zwar nicht viel geholfen beim Auf- oder Abbau – aber während wir geschlafen haben, sind die da gesessen, haben die Videos geschnitten und sich auf die Moderation vorbereitet. Und die haben ja nicht mal im Nightliner geschlafen, sondern hatten nur einen PKW und haben in dem dann auch übernachtet und so. Aber denen hat´s richtig Spaß gemacht. Und der Stefan von Crosschannel hat dann auch gemeint, dass es seine beste Dienstreise bisher war.
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Wegen der Länge des Interviews haben wir es in zwei Teile zerteilt. Auf Teil 2 dürft ihr euch dann in den kommenden 2 bis 3 Tagen freuen! … vom freequency Abschiedsfestival über das Bandjahr bis zu allen anderen Fragen …
Das Interview führten: Stephanie Klumpp, Verena Bächle
Fotos: Stephanie Klumpp
Interviewt wurden: Fabi (Gesang), Dave (Schlagzeug) und Matze (E-Gitarre/Gesang) von Sacrety am 28. Mai 2011 beim CVJM Winnenden rockt.





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