Persönlich: Die Jugend von heute
29 Juni 2010 Eingestellt von: Gerhard 438 klicks Keine Kommentare
So sieht die Zukunft aus
Hannah W. (Name von der Redaktion geändert), 18 Jahre, besucht die 12. Klasse eines humanistischen Gymnasiums in Tübingen. Sie lernt Latein und Altgriechisch, wie einst Verteidigungsminister von und zu Guttenberg, und schreibt gute Noten. Alles könnte so schön sein, die Zukunft so rosig aussehen. Wenn es da nicht einige Probleme gäbe. Doch zuerst einmal muss sie sich nächstes Jahr entscheiden, wie es nach dem Abitur weitergehen soll. Und in der heutigen Zeit stellt sich da sofort die Frage, ob es sinnvoller ist, etwas zu studieren, was Spaß macht oder etwas, wovon man glaubt, dass es Geld bringt?
Es ist zu raten, erst mal das zu lernen, was man gerne macht. Denn in dem, was einem liegt, ist man nun mal am besten – und das merken auch Chefs, ob jemand mit Herzblut bei der Sache ist oder nur so mitschwimmt, weil er das, was er tun muss, gar nicht so richtig beherrscht oder nur des Geldes wegen macht.
Aber was hat man schon von einem guten Abschluss oder einem angesehenen Studienfach? Jeder noch so kluge Akademiker mit dem besten Abschluss kann doch heutzutage arbeitslos werden. Beginnt man seine Laufbahn als Student/in, muss man sich ja die Studiengebühren leisten können, und da heißt es immer von den Politikern großzügig „Bildung für alle“.
Hat man dann einen Job gefunden, verdient man am Anfang wahrscheinlich nicht gerade viel, und wer weiß, ob es einmal mehr wird, wenn zum Beispiel eine Ausbildung schon auf vier Jahre erhöht wird, um nicht den vollen Lohn für eine ausgebildete Person bezahlen zu müssen.
Heutzutage ist es üblich, dass in einer Lebensgemeinschaft beide Partner arbeiten. Oder sie müssen wohl eher, denn sonst kämen sie mit dem heutigen Durchschnittsverdienst kaum über die Runden. Und dann steht die große Entscheidung an: Karriere oder Familie? Politiker haben 2007 eine Lösung ausgetüftelt, um der sinkenden Geburtenrate entgegenzuwirken und die Wirtschaft dennoch anzutreiben: Mehr Betreuungsplätze für Kinder und Zuschüsse für Akademikerinnen, die ein Kind bekommen, dem sie natürlich all ihre Intelligenz vererbt haben. Kinder haben wir jetzt immer noch zu wenig, aber ist es dann auch noch wünschenswert, seine Kindern so schnell wie möglich nach der Geburt in fremde Hände zu geben, damit man schnellstmöglich wieder arbeiten kann und der Wirtschaft nützt?
Doch wie kam es überhaupt zu der gesellschaftlichen Veränderung, dass Mann UND Frau arbeiten müssen, um ihr Konto im Plus zu halten? Blicken wir 50 Jahre zurück. Zu dieser Zeit hat der Verdienst des Mannes in der Regel ausgereicht, um sich und seine Familie durchzubringen. Aber dann wollten einige mehr als andere, mehr Geld, mehr Güter, mehr Wohlstand – und so haben die ersten Ehefrauen angefangen zu arbeiten. Das haben die anderen Frauen natürlich gesehen und wollten auch nicht zurückstehen – also sind noch mehr Ehefrauen in ihren Beruf zurückgekehrt.
Die Wirtschaft hat dann erkannt, dass viele Paare bzw. Familien plötzlich mehr Geld hatten durch den Doppelverdienst – und sie haben ihre Preise “angepasst” – sprich erhöht, oder nur noch teurere Artikel angeboten, die auch gerne gekauft wurden. Und heute ist es so weit, dass man mit einem Verdienst oft nicht mehr auskommt. Die Frage „Karriere oder Familie“ wird größtenteils durch den Geldbeutel bestimmt.
Ist dieser Grieche, wird es wohl mit der Familienplanung so schnell nichts werden. Es soll nicht wieder darauf hinauslaufen, dass keine Frau arbeitet, sondern nur am Herd steht, denn mit dieser Argumentation würde man ja bei Eva Herman und ihrem Buch landen. Aber nicht jede Entwicklung in Richtung der kinderlosen, wirtschaftsorientierten Gesellschaft ist positiv.
Thumbnail/Foto: Musik Für Uns





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