OMI Open Reggae & Hip-Hop – der Bericht
1 Juni 2010 Eingestellt von: Stephi 380 klicks Keine Kommentare
„Alles hier ist viel zu grau. Wir brauchen viel mehr Farbe im Land!“
Samy Deluxe überzeugte als Headliner mit seinem Deutsch-Rap beim OMI Open Reggae & Hip-Hop.
Tag 3 des OMI Open Festivals, der 23. Mai 2010. Reggae & Hip-Hop
steht heute auf dem Plan. Interessanterweise war das Publikum auch etwas anders gekleidet: Es ging insgesamt kleidungsmäßig etwas bunter zu als noch am Tag zuvor, beim OMI Open rocks. Was ich aber auch schon erwähnt hab in meinem Bericht vom OMI Open rocks. ;-) Normalerweise ist Reggae und Hip-Hop nicht ganz so meins. Und das von meiner Musikfueruns-Kollegin Franzi auch nicht. Wir sind eigentlich mehr so die Leute für die gute alte Rockmusik. Aber wie das nun mal so ist, konnten wir es uns doch nicht entgehen lassen, die Gelegenheit am Schopf zu packen und uns Samy Deluxe & Co doch mal live reinzuziehen. Denn ansonsten würden wir auch nicht eine Karte für Samy Deluxe kaufen – und wenn wir sowieso schon mal da sind … warum eigentlich nicht?
Und wir haben es nicht bereut. Headliner Samy Deluxe hat überzeugt! Ich bin sogar soweit, dass ich ihn mir vielleicht auch nochmal live anschaue … Mal sehen. Er hat auf jeden Fall was drauf – aber nachher noch mehr zu ihm und zurück an den Anfang von Tag 3 des OMI Opens:
Wie gesagt war das Publikum da etwas bunter unterwegs – aber nicht nur das: Schon bei der ersten Band, Contenance in the fridge, wurde schon extrem viel getanzt – auch wenn die Oberndorfer Sporthalle, in der das Festival stattfand, noch nicht wirklich gut gefüllt war. Die Leute haben sich nicht so sehr zurückgehalten wie am Tag zuvor, wo alle noch ein wenig zurückhaltend bei den ersten Bands in der Halle herumstanden. Es ging einfach viel mehr – was wahrscheinlich einfach an dem Musikstil und dem Lebensgefühl des Reggae liegt.
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Contenance in the fridge, wie gesagt die erste Band auf der Mainstage des OMI Open, hatte drei Blasinstrumente am Start, und die hatten es echt drauf! Insgesamt ist die Band generell musikalisch ganz cool drauf. Und richtig international war sie auch: Songs auf deutsch, englisch und französisch gab es auf die Ohren. Der einzige kleine Makel: Der Frontsänger hätte noch ein kleines bisschen mehr abgehen können. Und insgesamt wirkte die Band manchmal noch nicht ganz sicher auf der Bühne – aber eigentlich gab es dafür echt gar keinen Grund: Denn sie haben einiges drauf! Aber Opener-Bands haben es generell schwerer als die Bands danach. Deshalb kann man vielleicht auch ein bisschen nachsichtig sein ;-).
Die zweite Band, die Jagga Bites Combo, war da schon viel sicherer: Man hätte fast meinen können, dass sie auf der Bühne zu Hause sind. Was mir persönlich besonders gefallen hat: Sie hatten Texte mit Botschaft! Ich meine damit jetzt nicht, dass die anderen Bands an dem Abend keine Botschaft hatten in ihren Songs, aber die Jagga Bites Combo hat einem schon ziemlich nahe gebracht, dass sie etwas aussagen wollen in ihren Liedern. Was ich auch gut fand, war, dass sie eine Frau in der Band haben – am Saxophon. Irgendwie sind die meisten Bands halt echt mehr von Männern dominiert … Deshalb soll die Saxophonistin hier auf jeden Fall mal erwähnt sein. ;-) Wir finden es jedenfalls cool! Insgesamt ist die Jagga Bites Combo auf jeden Fall eine coole Band – auch wenn man Reggae vielleicht nicht so mag: Sich diese Combo zumindest einmal mal rein zu ziehen lohnt sich schon!
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Als Drittes betraten dann Panama Riddim Section die Bühne. Und für uns waren sie am Ende irgendwie einfach die Typen mit den Hüten auf dem Kopf. Von der Band ist leider nicht ganz so viel hängen geblieben, um ehrlich zu sein. Einer der Sänger hat am Anfang auf jeden Fall ein Handtuch in der Gegend herum geschwungen – was das genau sollte, wusste keiner von uns, aber es war irgendwie auch cool mit anzusehen. Insgesamt hat uns die Band aber nicht ganz so viel gegeben wie die ersten beiden. Das Publikum ist auf jeden Fall sehr gut mitgegangen. Und wahrscheinlich muss ich sie mir live auch einfach nochmal anschauen. Den Zuschauern hat´s jedenfalls gefallen – so viel können wir auf jeden Fall sagen – und das spricht natürlich sehr für die Band.
Und nun kommen wir schon zur vorletzten Band an dem Abend: Irie Revoltes. Und da ging mir dann irgendwann während dem Konzert ein Licht auf: „Ach, das sind die! Die kenn ich doch.“ Diese Erleuchtung kam beim Song „Viel zu tun“ (zu sehen hier: http://www.youtube.com/watch?v=Y6AbS7V9B_4) – der lief nämlich mal eine Zeit lang beim Radiosender DasDing – ich wusste nur nicht, dass die Band Irie Revoltes heißt. Eine coole Band, die einen coolen Song gegen Rassismus am Start hat!
Insgesamt war die Band überhaupt sehr cool: Vor allem französische und deutsche Texte. Das Publikum ist abgegangen. Die Sänger sind auf der Bühne herum gerannt, das war schon sehr krass. Viel Energie haben die – das muss man echt sagen. Eine Band mit viel Potential nach oben. Und dass sie direkt vor Samy Deluxe gespielt haben, sagt ja auch wohl alles darüber, wo es hingeht bei denen. Nämlich nach oben. Nach ganz weit oben.
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Und jetzt auch schon zum Headliner: Samy Deluxe. Das Erste, was mir aufgefallen ist, ist, dass er eine sehr international zusammen gemischte Band hat. Aus den verschiedensten Völkergruppen – und das fand ich sehr gut von Samy, weil dadurch seine Botschaft auch in seiner Bandzusammenstellung widergespiegelt wird: nämlich ganz einfach: Dass Rassismus dumm ist. Deshalb auch: „Wir brauchen viel mehr Farbe im Land!“
Was ich persönlich noch besonders faszinierend fand: Ich habe viele Leute in der ersten Reihe gesehen, die die Augen geschlossen hatten und die Lieder richtig innig mitgesungen haben – und auch wenn ich Samys Texte jetzt nicht so gut kenne: Sie berühren die Herzen von vielen Menschen. Ein Grund, sie sich vielleicht doch mal näher anzusehen … Samys Texte.
Fazit vom OMI Open Reggae & Hip-Hop: Es war die richtige Entscheidung, sich das anzuhören und anzuschauen – auch wenn man normalerweise eher der Typ für Rockmusik ist. Und vielleicht werde ich mir in nächster Zeit auch Reggae, Rap und Hip-Hop Bands und Künstler bewusster anhören.
Und ein Fazit vom OMI Open ingesamt: Um es mir nur sechs Buchstaben zu sagen: HAMMER!
Wir freuen uns jetzt schon auf das OMI Open 2011.
Stephanie Klumpp
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Noch ein kleiner Songtextausschnitt zum Schluss von dem Song „Musik um durch den Tag zu kommen“ von Samy Deluxe:
„Mann, jeder Beruf hier ist wichtig, sonst würd’ es ihn gar nicht geben,
Man muss sich für gar nichts schämen,
Vor allem nicht Leute, die pflegen,
Und die Müllabfuhr, Putzkräfte, so genannte Drecksjobs,
Braucht dieses Land genauso gut, wie Manager an sei’m Laptop,
Den Chefkoch, die Sportler, Verkäufer in den Läden,
Wie den Postmann, wie den Doktor, alle Leute die hier leben, Eyyo.
Dies hier ist einfach nur Musik, um durch den Tag zu komm,
Dein Morgens-frühaufsteh-auf-dem-Weg-zur-Arbeit-Song,
Dies hier ist einfach nur Musik, um gut durch’s Jahr zu komm.“
Zum Fotoalbum geht es – hier und – hier.
Konzertbericht: Stephanie/Musik Für Uns
Thumbnail/Fotos: Stephi/Musik Für Uns





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