OMI Open: „So hört sich der Sommer an!“
29 Mai 2010 Eingestellt von: Gerhard 385 klicks Keine Kommentare
Bericht vom OMI Open 2010 in Oberndorf am Neckar
… und so sieht er auch aus! Der Festivalsommer kann beginnen – auch wenn das OMI Open nicht draußen, sondern in einer Sporthalle stattgefunden hat, haben viele Konzertbesucher, die auf den Parkplätzen vor der Halle gecampt haben, dass gute Wetter zum Grillen, Bier trinken und sonnen ordentlich genutzt. Abgesehen davon, dass es abends doch noch ziemlich kühl geworden ist, hätte das Festival auch gut im Freien stattfinden können – aber dem Mai kann man wettermäßig genauso wenig trauen wie dem April, und deshalb war es doch gut, dass es drinnen stattgefunden hat. Spätestens als die Headliner „Die Happy“ am Samstag- und „Samy Deluxe“ am Sonntagabend die Bühnen betreten haben, hat es die Leute dann auch von Draußen in die Halle gezogen.
Das OMI Open, das nun zum vierten Mal stattfinden durfte, war sehr gut besucht. Die Abkürzung „OMI“ steht übrigens für „Oberndorfer Musik Initative“, von der das Ganze auch veranstaltet und organisiert wurde – und man muss da an dieser Stelle schon einmal ein riesiges Lob an das Organisationsteam loswerden: Sehr gut gemacht!
Insgesamt ging das Festival drei Tage lang: Eine fette Warm-Up-Party gab es schon am Freitagabend. Samstag gab es dann das »OMI Open rocks« mit einigen Bands aus dem Rock/Pop und Metal Bereich und Sonntag war dann das »OMI Open Reggae & Hip-Hop« an der Reihe. Interessanterweise wechselte von Samstag auf Sonntag dann auch das Publikum: Während samstags noch viel schwarz getragen wurde und man jeder Menge „Metalern“ über den Weg gelaufen ist, wurde sonntags das Ganze etwas bunter und man konnte nur noch etwa drei bis fünf Metaler zählen – die meistens aber draußen standen.
Von der Warm-Up-Party, die am Freitagabend stattgefunden hat, kann ich leider nicht berichten – ganz einfach, weil ich/wir (Franziska Schneider war mit mir zusammen für MusikFuerUns beim OMI Open am Start) nicht da waren – dafür können wir umso mehr vom Samstag und vom Sonntag berichten:
Nachdem wir erst einmal festgestellt hatten, dass Google uns angelogen hatte und wir statt den eineinhalb Stunden nur eine Stunde zum Festival gebraucht haben, haben wir uns eine der „kleineren“ Opener-Bands auf der Nebenbühne angeschaut, auf der Samstag und Sonntag immer von etwa 15 bis 18 Uhr gespielt wurde. Die Bands waren die Gewinner eines Online-Votings – der Gewinn: ein Auftritt beim OMI Open. Aber nicht nur das: Beim OMI Open selbst wurde dann auch immer bei jeder Band abgestimmt und die zwei Bands mit den meisten Stimmen durften dann entweder beim 48er Festival oder beim Rock am Fichtenwald auftreten. Die Gewinner werden auch demnächst hier bekannt gegeben.
Gesehen von den ganzen Contest-Bands haben wir nur „The Smiling Kisses“ aus Stuttgart. Die aus vier Mitgliedern bestehende Band macht Rock/Pop Musik mit leichten elektronischen Einflüssen, und dafür, dass es sie erst seit Ende 2008 / Anfang 2009 gibt, waren sie erstaunlich gut, muss man sagen. Wir würden sie uns auf jeden Fall nochmal anschauen – und können sie als eine coole Newcomer-Band auch gut weiter empfehlen!
Als erste Band auf der Mainstage trat dann die Band „Pandora“ auf. Die besteht aus drei Mitgliedern und macht eine Art Pop/Rock mit Hardcore und ganz leichten Screamo-Einflüssen. Der Auftritt der Band war, man kann es mit keinem anderen Wort besser beschreiben: strange! Etwas verpeilt und leicht angetrunken spielten sie ihr Konzert vor etwa 150 bis 200 Leuten, die in der Halle gut verteilt standen. Bei der Bassistin hätte man meinen können, sie hoffe, dass jeder Song ganz schnell vorbei ginge, damit sie wieder von ihrem Bier trinken könne. Zwischendurch musste ein Song dann auch mal unterbrochen werden, weil irgendwas beim Schlagzeug scheinbar nicht gestimmt hatte – und insgesamt war der ganze Auftritt schon etwas verpeilt. Gegen Ende ihres Auftritts wurden die Lieder dann schon besser und die anfängliche Nervosität und das „Verpeiltsein“ legte sich ein bisschen – es waren dann auch endlich die Melodien besser erkennbar. Aber trotzdem kann man sich fragen, ob solche Texte in denen ständig „You sick me“ oder „Fuck you“ gesungen wird, besonders einfallsreich sind … Schlecht war die Band jetzt nicht – aber sie täten vielleicht gut daran, weniger zu trinken auf der Bühne und ein bisschen an den Songtexten zu feilen.
Als zweite Band betrat dann die Band „Bakkushan“ die Bühne. Und nein, das ist keine türkische Band. Das werde ich nämlich oft gefragt, wenn ich Leuten von dieser Band vor schwärme. Wenn man es genau nimmt, ist „Bakkushan“ auch kein türkischer Begriff, sondern ein Japanischer. Und steht für das Phänomen eines Mädchens, das hübsch von hinten, aber eher weniger von vorne ist. Warum auch immer sich die Band so genannt hat: Der Name klingt gut – er klingt nach guter rhythmischer Musik, die so was von tanzbar ist. Und das ist wirklich so: Bei dieser Band ist Abgehen angesagt. Bakkushan machen guten Deutsch-Pop-Rock aus Mannheim – und mal ehrlich: Wenn selbst die Franzi, meine MusikFuerUns Kollegin, die sonst immer eher auf englischsprachige Mucke steht, sagt, dass die Band ziemlich geil sei, dann muss das schon was heißen. Jedenfalls sind Bakkushan eine Band mit unglaublichem Erfolgspotential – vor allem, weil ihre Songs in die Beine und ins Ohr gehen und man vor Ohrwürmern kaum geschützt ist.
Der Auftritt beim OMI Open war gut – nur ich glaube, wenn der Sänger das Publikum nur einmal richtig aufgefordert hätte, nach vorne zu kommen und abzugehen, wäre noch mehr gegangen. Aber das, was ging, war auch schon gut und ein Mann so nach dem Bakkushan Auftritt zu seiner Begleiterin: „Die war so geil, die Band.“ Mehr muss man dazu glaube ich dann auch gar nicht mehr sagen.
Und übrigens ist der Titel dieses Berichts „So hört sich der Sommer an“ ein Song der Band Bakkushan. Kann man auf ihrer MySpace Seite anhören (www.myspace.com/bakkushan).
Die dritte Band waren Callejon – sehr aggressiv, die Band. Ihre Musik ging irgendwas in Richtung Speed Metal/Hardcore. Jede Menge Rumgeschreie – und wir konnten mit sowas ehrlich gesagt nicht sehr viel anfangen. Von den Texten hat man nicht sehr viel verstanden – aber darum ging es bei der Band wohl auch nicht wirklich. Das Einzige, was man mal verstanden hat, war der Ausruf „Du bist Satan!“ – und das war auch eher eine Lachnummer. Für uns war eindeutig: Mit solchen Aussagen macht sich eine Band eher zum Deppen als dass man Respekt vor ihr bekommt. Musikalisch war es für uns auf jeden Fall zu aggressiv.
Und nun kommen wir zu unserer persönlichen Überraschung des Abend: Wir haben die erste Metal-Band getroffen, die uns ehrlich gefällt. Aber nur live. Mit den Songs auf MySpace konnten wir zuvor noch nicht viel anfangen – aber live eine tolle Band: Ektomorf aus Ungarn. Sie haben einen Sänger mit einem unglaublichen Charisma. Und einem coolen Style. Sie sind extrem gute Stimmungsmacher. Und sie sind Rockstars. Und sie waren irgendwie sympathisch da oben auf der Bühne. Und was uns besonders gefallen hat: Der Frontsänger ist sehr photogen.
Als letzte Band betraten nun die Headliner „Die Happy“ die Bühne. Mein inzwischen fünftes Konzert der Band – und wie gewohnt ging Frontfrau Marta ab wie Schnitzel auf der Bühne und man konnte meinen, „Die Happy“ wären auf der Bühne zu Hause. Ein paar ein bisschen dreckige Witze zwischendurch, viel Herumgehüpfe und Herumgerocke. Das sind Die Happy, wie man sie kennt und liebt.
Somit ging auch das »OMI Open rocks« vorbei. Aber es kommt ja noch das »OMI Open Reggae & Hip-Hop«.
Zum Fotoalbum von Stephi geht es – hier.
Zum Fotoalbum von Franziska geht es – hier.
[stextbox id="alert" color="000000" ccolor="ffffff" bcolor="696969" bgcolor="ffffff" cbgcolor="ffffff" image="null"]Website: www.omi-open.de
Konzertbericht: Stephanie/Musik Für Uns
Thumbnail/Fotos: Stephi/Musik Für Uns[/stextbox]





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