Nachtwind »audiococktail« – Erstaunlicher Mix für fortgeschrittene Genießer
25 November 2010 Eingestellt von: Gerhard 675 klicks Keine Kommentare
Ein „gewöhnlicher“ Cocktail ist ja bekanntermaßen für Zunge und Gaumen gedacht. Umso mehr erstaunt, dass die Gruppe »Nachtwind« ihr neuestes Werk „audiococktail“ nennt.
Ein Mixgetränk für die Ohren sozusagen – das lässt auf überraschende und interessante Zutaten schließen – und ich war nicht wenig gespannt auf das, was mir die vier Jungs und die junge Dame so an Musikalischem bieten würden.
Um eines gleich vorweg zu nehmen: Ich war sehr überrascht, wie vielfältig und durchdacht in Text, Stil und Melodie der „Cocktail“ dem geneigten Hörer kredenzt wird. Es gibt keine andere CD, bei der ich so gespannt war von Titel zu Titel auf neue Einfälle, Stilrichtungen und wohlproduzierte Schmankerl.
Die Bandbreite geht von Sprechgesang („Alles anders“, Träume“ u.a.) über Solo-Gesänge von Christina Stöhr („Zeit zurück“) und Steven Gediegen („Gang nach unten“) bis zu wunderschönen Duetten der beiden („So leicht“, „Footprints“ u.a.). Dabei sind die Instrumente glasklar und im Stereo-Spektrum exakt räumlich zu orten. Ob Background-Chor oder jazzige Klavier-Einlagen, die Harmonien sind abwechslungsreich und stimmig, es macht Spaß, diesen höchst professionell produzierten Stücken zu lauschen.
Zu zwei englischsprachigen Titeln („Footprints“, „Hiding Place“) gesellen sich elf Songs in deutscher Sprache, die das Spektrum von Träumen, Feiern, Liebe, Musik und Arbeit sowie das Leben an sich abdecken. Mich erinnert das Ganze musikalisch an das, was die Amerikaner „Easy Listening“ nennen. So leichtfüßig und schön plätschern die Melodien am Hörer vorbei. Ein offener Kamin, ein bequemes Sofa und was Gutes zu Trinken – dafür ist diese Musik wie gemacht.
Aber bei allem Chillen und Entspannen sollte man die Texte nicht vergessen, deshalb mein Tipp: Man muss diese CD mindestens zwei Mal ganz durchhören, um sich auf Text und Melodien und die ganzen wohlgelungenen Arrangements konzentrieren und sie genießen zu können. Swing oder Samba, Liedermacher oder RAP, es ist ein Genuss, diesen akustischen Cocktail aufzulegen.
Wer „08/15 – zwei Takte – drei Akkorde – und möglichst lauten Mainstream“ erwartet, wird hier nicht fündig. Wer aber den verwöhnten Ohren ein wahrhaftes akustisches Schmankerl präsentieren will, dem kann uneingeschränkt der »audiococktail« empfohlen werden.
Hinweis: Im Dezember 2010 werden wir eine »audiococktail«-CD von Nachtwind verlosen.
Gerhard
Mehr Infos findet man hier:





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