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Interview mit Jan Block bei der Redaktionssitzung (2)

5 Juni 2010 Eingestellt von: Gerhard 231 klicks Keine Kommentare

Jan Block 2Gut gesagt! – Welche Konzerte und Festivals hast Du schon organisiert oder organisierst Du aktuell?

Ja, das Indie Open und das Wo?!Festival, die hab ich mit organisiert. Dann habe ich schon Jugendhaus-Konzerte organisiert. Und was ich jetzt als nächstes machen will, ist ein „Proberaum-Gig“ im Jugendhaus in Wendlingen, wo alle Bands aus dem Proberaum spielen. Das ist für November geplant.

Gerhard: Wie viele sind das?

Vier Bands: Dui Pfeifel, Funky Fizzle, Retarded Jerks, Zielscheibe. – Ich glaube, der Tille (Tilman Ziegler) hat auch noch ne Band jetzt. Aber ob der da probt, weiß ich nicht. Irgendjemand probt, glaube ich, da noch drin.

Stephi: Gibst Du auch selbst Musik-Unterricht?

Hab ich früher gemacht: Schlagzeug. Aber das lässt die Zeit gerade nicht mehr zu. Das ist auch immer mühselig. (Lacht) Ja, die Leute meinen immer, dass sie besser spielen könnten, wenn sie einen Lehrer haben. Aber bei Gitarre oder so ist es so, dass ich dir die Griffe zeigen kann – genauso, wie das der Computer kann oder irgendein Musikbuch. Und das Umgreifen kann ich halt nur alleine üben. Da kann mir mein Lehrer auch nicht sagen: „Greif schneller um und dann klappt das!“

Ich denke, das ist, damit die Leute kein schlechtes Gewissen kriegen, wenn sie nicht zum Üben hinsitzen, denn sie bezahlen ja jede Woche Geld, damit sie da besser vorankommen. Aber eigentlich sollte das ja aus dem eigenen Antrieb kommen. Dann macht man das auch gern.

Beim Schlagzeug ist es sinnvoll, Unterricht zu nehmen, sage ich mal. Weil es da halt schon viele Tricks und Kniffe gibt. Wie halte ich die Stöcke, wie kann ich was besser machen. Aber bei anderen Instrumenten ist es – für meine Begriffe – so: Wenn ich dann mal die Akkorde, die Grundsachen, kann und will dann Solo mäßig was machen, dann kann ich auch Unterricht nehmen. Da gibt es dann sicher dieses Aufbau-Zeugs. Aber die Grundsachen, gerade bei Gitarre, würde ich jedem empfehlen, sich selbst beizubringen. Denn wenn er da dran bleibt, dann macht er auch nachher weiter.

Was nervt Dich generell an der Musik-Industrie in Deutschland am meisten?

Dass alle jammern, dass sie kein Geld verdienen. Ich kann nicht auf der einen Seite jammern: „Ich verdiene kein Geld!“, und auf der anderen Seite fährt man mit den größten Luxus-Karren zu den Shows. Dann heißt es: „Die sind alle nur gemietet, weil wir das Geld nicht haben!“ – Tja, wenn ich kein Geld habe, dann miete ich mir halt einen Käfer! Ganz einfach! (Gelächter)

Ich kann doch auch nicht sagen: „Ich kaufe mir das Haus“, und hab eigentlich kein Geld! – Die verdienen alle genug, sage ich mal. Und sollen aufhören, zu jammern. (Lacht)

Was mich auch noch stört an der Musikindustrie, oder eher gesagt an den Radio-Sendern, die ja auch mit der Musikindustrie zu tun haben – dass zu wenig deutsche Musiker und Deutschrock gespielt wird. Alles dreht sich nur ums Englische. Bei unseren Nachbarländern ist das nicht so. Da wird bis zu 80% Landessprache gesendet. Das könnte man bei uns auch mehr machen.Redaktion 4

Leonie: Beim Eurovision Song Contest – wenn man Deutschland vertritt und dann auf Englisch singt, ist das auch irgendwie…

Nun gut, der Contest hat anno 1956 oder so angefangen. Da haben sich die Veranstalter gar keine Gedanken gemacht, dass da irgendein Land kommt und in einer anderen Sprache singt. Da war das selbstverständlich. Deswegen gab es da auch nie irgendwelche Vorschriften. Und es waren, glaube ich, sogar die Deutschen, die damit angefangen haben, englisch zu singen. Das war glaub ich 1967 das erste Mal – und dann haben alle gesungen, wie sie wollten. – Ich fände es auch schöner, wenn jeder in seiner Landessprache singen müsste.

Stephi: Findest Du, dass jeder Schlagzeug lernen kann? Oder braucht man da eine bestimmte Koordination, um verschiedene Sachen gleichzeitig zu machen? Kann man sich das antrainieren oder würdest Du verschiedenen Leuten auch abraten, Schlagzeug zu spielen?

Man sollte das schon ein bisschen im Blut haben. Ich kenne auch Leute, denen habe ich Unterricht gegeben und nach einem halben Jahr zu ihnen gesagt: „Lass es!“ – Du brauchst Rhythmus-Gefühl, du musst mit vier Sachen gleichzeitig was machen können, unterschiedliche Sachen. Man kann sich das schon antrainieren, aber du wirst dann wahrscheinlich nie die Lockerheit da drin haben wie einer, der das im Blut hat.

Vielen Dank für alle Antworten!

MySpace: www.myspace.com/duipfeifelskunk
Die Fragen stellte: Stephanie Klumpp/Musik Für Uns
Thumbnail/Fotos: Sarah Wohlfart/Musik Für Uns

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