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Interview mit Jan Block bei der Redaktionssitzung (1)

4 Juni 2010 Eingestellt von: Gerhard 337 klicks Keine Kommentare

Jan Block 3Am 29.05.2010 fand unsere 3. Redaktionssitzung statt. Als besonderen Gast hatten wir Jan Block aus Wendlingen eingeladen, der uns nicht nur mit konstruktiver Kritik in Sachen „Musik für uns“-Homepage versorgte, sondern auch bereitwillig unsere Fragen beantwortete und sogar noch ein paar Songs auf der Gitarre für uns spielte. Jan Block war im Musikverein Wendlingen aktiv und spielt in den Bands »Dui Pfeifel«, »The Retarded Jerks« und »Koobko«.

Was genau machst Du eigentlich beruflich?

Jan Block: Ich bin selbstständig und habe die Firma abec GmbH. Da vertreiben wir Sondermaschinen, Fördertechnik und Roboter. Alles, was von A nach B transportiert wird. Egal, in welchem Industrie-Zweig: Ob Lebensmittel, ob Pharma, ob Maschinenbau – eigentlich alles!

Du kennst Dich ja sehr gut mit Bands auf der Bühne aus.  Was findest Du, darf sich eine Band auf der Bühne nie erlauben? Was dürfen die nicht bringen? „No gos“ auf der Bühne?

„No go“ ist, das Publikum zu beleidigen, wenn es nicht mitmacht. Sobald du da irgendwie dein Publikum anpöbelst, das sei doch eher wie im Altersheim, das ist eher negativ. Der Schuss geht eher nach hinten los. Das darfst du nie machen. Ansonsten hast du auf der Bühne eigentlich Narrenfreiheit! (Lacht)

Was ist mit Schleimen? – Also wenn das Publikum zum Beispiel gar nichts macht und du sagst trotzdem: „Ihr seid das beste Publikum…“

Nun gut, das ist halt das Standard-Geschwafel. Ich kann auch auf die Bühne gehen und mein Zeug runter spielen, ohne überhaupt mit dem Publikum Kontakt aufnehmen zu wollen. Aber dann kann ich auch in meinem Proberaum bleiben. Ich meine, irgendwie muss man schon gucken, dass man…

Stephi: … dass man kooperiert mit dem Publikum.

Ja. Und wenn nichts zurück kommt, dann früher aufhören! (Lacht)

Hast Du schon Erfahrungen mit Promotion-Firmen gemacht und hältst Du sie für sinnvoll? – Das frage ich, weil ich in letzter Zeit immer wieder von Bands was höre wegen Promotion-Firmen. Dass die eigentlich immer nur sehr viel Geld kosten, aber nichts bringen.

Ich habe noch keine Erfahrung damit gemacht, weil ich es in dem Stadium, in dem wir uns jetzt mit den Bands bewegen, auch nicht für sinnvoll halte. Wenn man mit fünf Leuten in einer Band spielt – oder egal, wie vielen – bringt sich ja jeder mit ein, um Promotion zu machen. Im Internet hat man ja meistens MySpace, Kwick, Facebook – da kriegt jeder eine Seite und man sagt: Du kümmerst dich um das, du um das – und da muss jeder selbst Werbung machen.

Was wichtig ist, ist, dass sich einer um Auftritte kümmert, Bewerbungen schreibt. Das mit den Veranstaltern abspricht. Das ist wichtig, denn wenn das fünf Leute gleichzeitig machen, dann hast du nachher ein Termin-Chaos, das kriegst du nicht mehr in den Griff. Es ist wichtig, dass man dazu einfach nur eine Person nimmt! Und dass alles, was irgendwie rein kommt, gleich zu demjenigen weitergeleitet wird. Und auf den muss man sich halt auch verlassen.

Was hältst Du von Casting-Shows wie „DSDS“?Redaktion 1

(Überlegt) Hm, von der Sache her finde ich das ganz lustig. Ich finde es ein bisschen traurig, dass da viele Leute auftreten, bei denen ich mir manchmal denke: Haben die eigentlich keinen Freundeskreis, der ihnen einfach mal die Wahrheit ins Gesicht sagt? Dass sie einfach nicht singen können? Es ist schon peinlich, was da so abläuft. Und ob die, die Hundert Mal im Fernsehen kommen, weil sie so schlecht waren, für ihren weiteren Lebensweg einen gescheiten Job finden, das ist echt fraglich, denke ich.

Ansonsten finde ich bei DSDS – ich hab mir mal die AGBs durchgelesen – verkaufst du dich als Person komplett. Und das finde ich nicht gut. Das ist auch jetzt so bei „Das Supertalent“. Da haben wir auch mal überlegt, mitzumachen. Wir haben das dann gelassen, denn wenn du da weiterkommst und du bist in dem Zirkus drin, dann hat RTL die ganzen Rechte an deinen Songs, egal, ob du die schon fünf Jahre vorher mit Bands geschrieben hast oder was du auch nach der Show machst. Du musst dann immer bei denen anfragen, ob du ein Konzert spielen darfst, weil die dann immer mit abkassieren. Und das finde ich halt sch…

Bei Stefan Raab sieht man nicht so hinter die Kulissen, aber was die Künstler so sagen, sind die eigentlich sehr zufrieden, werden gut behandelt. Wenn das eine faire Sache ist, ich meine, Verträge kann man schließen, keine Frage. Aber es sollte halt so sein, dass jeder gerecht behandelt wird. Und nicht der Eine sich die Taschen voll haut und der Andere nachher guckt, wo er bleibt.

Weiter geht es – hier.

MySpace: www.myspace.com/duipfeifelskunk
Die Fragen stellte: Stephanie Klumpp/Musik Für Uns
Thumbnail/Fotos: Sarah Wohlfart/Musik Für Uns

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