Interview mit „audiotest“ in Stuttgart (1)
16 Oktober 2009 Eingestellt von: Gerhard 344 klicks Keine Kommentare
Von Leonie
Name, Alter, Beruf, Wohnort?
Sebastian Straub (Gesang und Gitarre), 24 Jahre alt, ich arbeite mit behinderten Menschen und wohne in Stuttgart.
Gerrit Peternel (Drums), 23 Jahre alt, ich arbeite bei Daimler und wohne auch in Stuttgart.
Wie seid Ihr auf den Bandnamen gekommen und welche Bedeutung hat er?
Wir haben einen Bandnamen gesucht und haben uns dann, das ist gar nicht spannend, ne Liste geschrieben und „audiotest“ ist übrig geblieben. Im Nachhinein haben dann immer welche gesagt, wir müssen unseren Stil finden, weil wir halt ganz viel Rock, punkig, alles Mögliche, härter und mal wieder softer spielen. Dann haben wir gesagt: „audiotest: Wir testen alles.“ Jetzt gefällt er mir eigentlich besser als früher.
Warum singt ihr Deutsch?
Weil ich deutsch kann. Ich find die Englischen haben immer einen Vorteil, weil die alles singen können, da hört man überhaupt nicht zu. Ich hör halt auch die Ärzte.
Seit wann gibt es Euch als Band und wie habt Ihr Euch „gefunden?“
„audiotest“ so seit 2005. „audiotest“ als Zweierbesetzung gibt’s seit 2007, da haben wir in Berlin gespielt und das war unser Start. Das damals in Berlin war nur, weil unser Bassist nicht konnte, der damalige. Der war bei der Bundeswehr und durfte übers Wochenende nicht nach Hause. War halt alles schon geplant, dann haben wir gesagt, spielen wir trotzdem. Irgendwann hat das mit der Bundeswehr dann gar nicht mehr geklappt und seither spielen wir zu zweit. Wir hatten immer mal wieder Bassisten, aber irgendwie…
Wir kennen uns eigentlich seit der 5. Klasse, da waren wir beide in der Schülerzeitung. Damals war ich Gerrit noch ein Jahr voraus, da kannten wir uns so ein bisschen. Und dann bin ich hocken geblieben in der 9. Klasse und ab da haben wir uns dann besser gekannt. Dann hat Gerrit mir erzählt, dass er in einer Kirchenband spielt und der Gitarrist aufhört und dann bin ich da eingestiegen. Wir haben dann angefangen zu zweit im Heizungskeller zu spielen. Wir haben immer Kirchenmusik gespielt und irgendwann dachten wir, wir könnten ja auch mal was anderes spielen. (Ein kleines Gespräch über Schülerzeitungen folgt.)
Welche Auftritts-Highlights habt ihr schon hinter euch?
Das in Berlin war echt cool, im Knaack, weil der Knaack ja schon so ein bisschen, ich will jetzt nicht sagen legendär, aber schon ein bisschen bekannt ist. Dann in der Röhre, auf der großen Bühne. Da war jetzt nicht so viel los, aber es war schon geil. Und Karlsruhe, wir nennen den Club glaub lieber nicht, das war ganz schlimm. Da waren nur Drogenabhängige, da drin. Wir waren beim Daimler bei der 100 Jahrfeier, da haben wir zusammen mit Blumentopf und Clueso gespielt. Danach hat uns DasDing eingeladen, das war schon geil. Da waren wir dann in einem Hotel und am gleichen Tag ist da Rammstein ausgecheckt.
Welche Auftritte stehen an?
Wir haben jetzt halt unsere CD fertig aufgenommen und jetzt schauen wir grade nach Auftritten. Ist halt schade, dass die ganzen Wintersachen schon voll sind irgendwie. Bisschen verpeilt. Ja, wir sind grad auf Hochtouren.
Probt ihr regelmäßig?
Ja, eigentlich schon, sonntags immer. Also eigentlich Sonntagnachmittag, wenn die Kirche aus ist. Haben unseren Proberaum nämlich im Heizungskeller von einer Kirche. Der ist ganz klein. Wir sind immer motiviert, klar! Aber manchmal ist die Müdigkeit stärker.
Wer sorgt für die Texte und Melodien?
Normalerweise haben wir immer fertige Lieder, komplett fertig, aber halt ohne Texte, dann müssen wir immer Texte finden. Manchmal haben wir dann auch so ne kreative Phase wo es einfach so fließt. Aber so gezwungen Texte schreiben ist eigentlich nicht gut.
Worum geht’s größtenteils in den Texten?
Wir hatten ne Phase, da haben wir ganz viele Liebeslieder geschrieben. Und jetzt so, also sonst, alles Mögliche, über das Leben, über die Erde und ihre Bewohner. Ganz ehrlich, wir machen uns da nicht so viele Gedanken. Wir sagen jetzt nicht, wir wollen ganz lustige Leute sein, wir wollen jetzt nur lustige Texte schreiben. Mal ist es traurig, mal ist es lustig, wir schreiben einfach drauf los. Es gab mal nen Text über einen Stalker und einmal einen über ein Handy. Der war eigentlich cool, aber hat sich nicht durchgesetzt. Wir schreiben was, schmeißen uns weg und finden es so lustig, kringeln uns, heulen vor Lachen und am nächsten Tag denkste so: „Oh Gott!“
Habt ihr ne Homepage?
Wir haben keine. Unsere MySpace-Seite dürft ihr aber gern besuchen und euch ein paar Lieder von uns anhören: www.myspace.com/audiotest
Habt Ihr besondere Zielsetzungen für Euch als Band?
Wir würden schon gern irgendwann von unserer Musik leben können, also Geld damit verdienen.
Was ist das perfekte Konzert?
Wenn die Leute mitmachen von Anfang an. Die coolsten Auftritte sind eigentlich immer die, wo der ganze Tag geil ist. Da muss einfach alles stimmen, schon beim Aufbau und alles. Wenn du morgens aufstehst und denkst: „Ja Mann, was für ein geiler Tag“, und das Auto einladen ist schon lustig, und das Hinfahren ist schon lustig, und der Soundcheck ist schon lustig. Und wenn es dann auf der Bühne noch klappt. Viele Leute sind immer geil, aber die müssen auch abgehen. Wenn ich keinen Fehler mach, bin ich auch glücklich.
Zum zweiten Teil des Interviews geht es – hier.
Alle Fotos von audiotest





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