Interview – The Jerks – 21.02.2010 (2)
9 März 2010 Eingestellt von: Gerhard 506 klicks Keine Kommentare
Gab es schon peinliche Erlebnisse auf der Bühne und wenn ja, welche?
The Jerks: Uns ist eigentlich nie was peinlich! (Lachen). Es gab bestimmt schon Sachen, die irgendjemand peinlich wären. Aber auf der Bühne bist du voll in Ekstase … auf der Bühne bist du unsterblich! (Lachen) Nein, das ist wirklich so. Egal, was passiert – wo du dir im normalen Leben denkst: „Boah, das geht gar nicht …“ – Auf der Bühne ist das egal. Es gab auch noch keinen Gig, bei dem wir danach gedacht haben „Woaaahhh, nee …“ – sondern eher: „Boah! Junge, Junge, Junge!“
Seid ihr noch nervös vor euren Auftritten?
The Jerks: Eine Spannung gibt’s auf jeden Fall, aber es ist nicht so, dass wir uns in die Hose pinkeln und sagen: „Boah, ich bin jetzt voll am Zittern. Ich kann nicht auf die Bühne.“ Aber man ist schon unter Spannung. Wir gehen auch immer noch mal vor der Show zusammen und versuchen, die Energie zu bündeln, die in uns steckt – so dass man auf die Bühne raus gehen kann und sich die Energie dann komplett entlädt. Es ist schon so eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude – das ist echt ein krasses Gefühl so kurz vorm Auftritt. Genauso krass, wie wenn man dann nach dem Konzert von der Bühne geht – das sind die zwei Momente, die am emotionalsten sind. So kurz davor und kurz danach – irgendwie ein totaler Gegensatz.
Was war das ungewöhnlichste Feedback, das ihr je bekommen habt?
The Jerks/Simon: (Lachen) Wir haben in Hessen ein Festival gespielt und danach hat ein Reporter in einem Zeitungsartikel geschrieben: „Sie klangen wie die Beatles auf Drogen.“ Wir haben uns damals dann gefragt, was die Beatles ohne Drogen gewesen wären. Also wir wissen nicht, was er für ein Bild hatte von den Beatles oder wie er das gemeint hat, aber wir haben es mal als Kompliment aufgefasst! … Oder in Gießen, wo Chrisse auf einmal Frontman war – und alle Namen vertauscht waren. Der Reporter hat sich eigentlich Null dafür interessiert, der war noch nicht mal da! Der kam vorher an: „Hey Leute, ich hab keinen Bock drei Stunden zu warten. Können wir kurz ein Foto machen.“ Und dann hat er irgendeinen Stuss zusammen geschrieben … „Flink gleiten die Finger über das Griffbrett“, oder irgendwie so was.
Was schätzt ihr an eurer Heimat Stuttgart besonders?
The Jerks: Die Community! Die ist der Hammer! Einfach alle Leute hier, die uns schon die ganze Zeit unterstützen und aus deren Unterstützung wir so viel Energie schöpfen können. Hier in Stuttgart zu spielen ist einfach immer ein Highlight! So familiär. In Stuttgart ist alles schön in einem Kessel zentriert. Alle zusammen, alle Freunde da. Und man kennt sich einfach.
Und was mögt ihr an Stuttgart nicht so?
The Jerks: Stuttgart könnte sich ein bisschen lockerer machen. Also wir finden es cool, was bisher schon geht in der Szene. Es gibt viele Clubs und schon viele Auftrittsmöglichkeiten – aber wenn man in Stuttgart dann mal sagt: Okay, ich versuch mal eine Open Air Show zu organisieren, dann muss man erst mal durch diese ganze Mühle durch. In manchen Städten wie Berlin oder Hamburg wird das mehr gefördert. In Stuttgart muss man alles immer zigmal genehmigen lassen und etliche Polizei-Wägen hinstellen, bis endlich mal was geht. Die Stadt ist zwar schon auf einem richtigen Weg, aber wenn dann Sachen kommen wie Stuttgart21, wegen denen z.B. „Die Röhre“ zu machen muss – da merkt man dann schon wieder: Quasi nichts gecheckt! Also die Szene ist da und die Stadt weiß das eigentlich auch, aber es kann in der Richtung echt noch mehr gehen!
Wenn ihr euch streitet, um was geht es da meistens?
The Jerks: Streiten kommt gar nicht so oft vor. Wir versuchen eigentlich, schon bevor wir in einen richtigen Streit kommen, die Sache anzusprechen, die einem stinkt. Wir haben uns noch nie irgendwie angeschrieen. Wir kennen uns ja auch schon ewig und haben schon so viele Sachen zusammen erlebt. Da merkt man es eh gleich, wenn irgendwas im Busch ist.
Bei was liegt ihr voll auf einer Wellenlänge?
The Jerks: Bei den restlichen 99.9 %! (Lachen). Also wir liegen vor allem bei der Band auf einer Wellenlänge – das merkt man, wenn man uns live sieht, und ich glaube, das zeichnet unsere Band auch aus. Bei allem, was wir auf der Bühne machen, geben wir 100 %. Das ist unser Ding. Und deshalb machen wir es ja auch.
Bei welchem historischen Ereignis wärt ihr gerne dabei gewesen?
The Jerks: Woodstock! Das muss eine geile Zeit gewesen sein.
Was steht in nächster Zeit musikalisch so bei euch an?
The Jerks: Bis Ende März haben wir quasi noch Pause. Am 26. März spielen wir dann eine Show auf der Musikmesse in Frankfurt. Das ist eine echt geile Möglichkeit, sich zu präsentieren. Im Moment sind wir richtig kreativ. Haben ein paar neue Songs geschrieben – und obwohl die neue EP gerade mal einen Monat draußen ist, haben wir Bock, wieder ins Studio zu gehen, weil die neuen Songs echt was taugen. Außerdem machen wir gerade auch viel in Richtung Booking. D.h. wir telefonieren, schreiben E-Mails und versuchen, so an Auftritte zu kommen. Im Sommer spielen wir dann wieder Festivals. Auf jeden Fall!
Grüße?
The Jerks: An unsere Gang! (Lachen) Und Danke für das Interview.





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