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Gemeinsam lassen wir die O(h)range reifen…

7 Juli 2011 Eingestellt von: Stephi 384 klicks Keine Kommentare

Ohrange – CD-Rezension – Juni 2011

Gemeinsam lassen wir die O(h)range reifen…

Von Stephanie Klumpp

Super, wenn man mit einem Bandnamen so spielen kann. Und er sich auch perfekt eignet, um die Gestaltung der (physischen) CD zu vereinfachen – ganz klar, auf der CD ist eine O(h)range abgebildet. Und die dreht sich dann  auch wunderbar im CD-Player (ja, so ein altes Ding hab ich noch). Und klar, sie spielt auch etwas ab – ist schließlich musikalisch, die O(h)range. Oder sollte ich lieber sagen, das Akustik-Duo „ohrange“ aus Regensburg?

ohrange_1Vor ein paar Wochen landete sie in meinem Briefkasten – die neueste CD von den zwei Herren aus Regensburg, die ihren Sound als „Akustisch-Alternativer-Singer-Songwriter-Hippie-Reggae Surffolkpop aus Regensburg!“ bezeichnen. Und so kann man ihre Musik auch tatsächlich gut beschreiben. Seit ihrer ersten CD „Locker vom Hocker“, über die wir hier auch schon eine Rezension veröffentlich haben, haben sich ohrange ein Stück weiterentwickelt. Die Aufnahmequalität ist besser und man freut sich einfach generell über ein ganzes Album – 12 Songs – eigentlich so die perfekte Anzahl dafür. Also eine volle Kisten-Ladung o(h)rangen (Ja, auch ich spiele gerne mit dem Namen) und schon hat man für den Weg zur Arbeit und zurück eine Ladung Vitamine. Wie sich diese Vitamine zusammen setzen, beschreibe ich euch jetzt…

Insgesamt kann man von der Musik der Band ohrange auf jeden Fall behaupten, dass sie relativ schlicht zusammengesetzt ist aus Akustikgitarre/Gesang (Manulo) und Percussion (u.a. Cajon). Keine aufwendigen Effekte – dafür viel Natürlichkeit. Naja, und so mag man Orangen ja normalerweise auch am liebsten…

Die Lieder sind außerdem eher text- als melodiegeprägt. Melodien sind zwar natürlich auch vorhanden – allerdings eher weniger mit Ohrwurmcharakter. Trotzdem lädt die Musik auf jeden Fall zum Entspannen ein – wenn man mal zu Hause im Garten sitzt, Kaffee trinkt oder ein Eis schleckt – und dann nebenher ohrange hört. Die Stimme von Sänger Manulo hat auf jeden Fall auch Wiedererkennungswert – das muss man schon sagen. Oder zumindest fällt mir spontan niemand ein, von dem ich sagen würde, dass er eine ähnliche Stimme hat. Und das ist auch gut so – wegen Einzigartigkeit und so. You know?

Allerdings würde ich mir persönlich für manche Songs wiederrum wünschen, dass da die Gitarre ein wenig stärker zum Ausdruck kommt. Beim Song „Leonie“ zum Beispiel könnte die Gitarre etwas lauter sein – da ist der Gesang dafür sehr stark. Und die Zweitstimme passt auch super rein in dem Song – trotzdem könnte die Gitarre da noch ein bisschen mehr zur Geltung kommen – und somit die Melodie.

Kommen wir nun ein bisschen mehr zu ein paar einzelnen Songs… Gleich im ersten ist mir ein Satz sehr stark aufgefallen: „An manch solchen Tagen, da ergreife ich die Chance, blicke zurück auf meine Fehler – und lerne dann da raus.“ Sehr kluge Geschichte. Da haben ohrange nämlich erkannt, dass man Zeit braucht, um aus Fehlern zu lernen. In der Hektik des Alltags geht es nämlich dann doch manchmal sehr schnell unter, was falsch gelaufen ist… und prompt macht man den Fehler nochmal. Auf jeden Fall eines meiner Favourits auf der CD. Sehr entspannend. So ist „Ich mit mir“. Für Tage, an denen man auch mal seine Ruhe haben und genießen möchte.

Beim zweiten Song, „Fernweh“ nervt das Getute am Anfang und Zwischendrin ein wenig – live wiederum wird es aberohrange_3 bestimmt einigen Zuschauern ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Aber auf der CD stört es eher… Ansonsten von der Thematik her sehr gut nachvollziehbar – manchmal will man einfach nur noch weg – raus in die Welt. Reisen.

Springen wir weiter zum fünften Song, „Der Sonne entgegen“. Der zusätzliche Frauengesang in dem Lied ist gut – auch wenn der Ton manchmal nicht 100%ig stimmt. Trotzdem ein schönes (Liebes-)Lied auf jeden Fall!

Dann kommt als sechstes Lied „Gemeinsam“ – und es wird wohl nicht ganz ohne Hintergedanken gerade in der Mitte der Tracklist gelandet sein. Da geht’s schließlich um die o(h)range-Philosophie schlichthin: „Gemeiiiinnnnssaaaam lassen wir die Orange reifen.“. Bestimmt ein super Live-Song, bei dem das ganze Publikum dann wunderbar „Gemeiiiinnnnssaaaam lassen wir die Orange reifen“ mitsingen kann.

Und auch das Stück danach, „Uns geht’s gut“, ist einer meiner Favourits auf der O(h)rangen-CD. Tanzlied. „Und wir laufen durch die Straßen und haben ne Menge Spaß. Wollen einfach chillen und setzen uns ins Gras. Machen uns das Leben, wie es uns gefällt. Haben uns eine Portion voll Lässigkeit bestellt […].“ Cooler Song. Schneller vom Rhythmus her als andere Lieder auf der Platte. Geht live sicher auch sehr gut.

Der achte Song steht dann allerdings wieder im totalen Kontrast zu diesem. „Unsere Zeit“ ist relativ langsam und trifft vielleicht auch deshalb insgesamt nicht ganz meinen Geschmack. Auch wenn der Text und der Rhythmus sehr entspannend wirken – gehört er leider nicht zu den Favoriten.

Und dann folgt auch schon die Hommage schlechthin an alles Essbare: „Hey hey, Milky Way – Was geht ab, Kaiserschmarren? […]“. Lustiger Song – wird bei einem Konzert bestimmt auch viele Leute belustigen. Cooles, verrücktes Ding. Gefällt mir.

Und beim zehnten Song „Mr. Charlymoff“ kommt Manuelos Stimme auch wieder super heraus! Und hier gefällt mir die Melodie auch super. Eher ein schnelleres Lied. Cool.

ohrange_4Wir springen dann auch nochmal eins rüber und erwähnen den letzten Song. Der ist nämlich auf Englisch. Ungewöhnlich zwar, aber auch sehr sehr gut. Erinnert mich persönlich irgendwie leicht an Filmmusik, die am Schluss zum Abspann gespielt wird. Manuelos Stimme kommt auch hier wieder schön zur Geltung.

Insgesamt also auf jeden Fall eine gute CD. Einige gute Songs. Super vom Tempo, Melodie leicht erkennbar, gute Texte und Manuelos Stimme kommt in manchen Titeln auch sehr schön raus. In anderen wiederum passt manches nicht ganz – da könnte wie gesagt der Gitarrensound etwas stärker raus kommen oder der Ton stimmt nicht 100%ig. Aber ansonsten ein gutes Ding. Wobei die CD auch eher in die Kategorie gehört „ein paar Mal durchhören und dann erst kristallisieren sich die Favoriten raus“. Zumindest ging es mir so.

Ich kann die CD auf jeden Fall nur allen weiter empfehlen, die deutschssprachigen-Chiller-Pop-Rock-Reagge mögen. Schönes Ding.

Fotos: ohrange

Website: www.ohrange-music.tk

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