»Itchy Poopzkid« in Ulm: “Ganz ehrlich: Wir lieben euch!”
29 Dezember 2011 Eingestellt von: Melissa 335 klicks Keine Kommentare
Am 23. Dezember spielten Itchy Poopzkid aus Eislingen/Fils ihr 10 Jahres-Jubiläumskonzert im ausverkauften Roxy in Ulm.
Den Anfang machten „Blind Freddy“ aus München. Sie hatten den Vorband-Contest gewonnen, bei dem man das Bild seiner Band an Itchy Poopzkid schicken musste, die dieses dann in ein Album in Facebook packten und die Band mit den meisten Likes wurde der erste Support-Act des Abends. Mit ihrem Indie-Rock heizten sie dem seit Wochen ausverkauften Roxy schon einmal kräftig ein. Schade war, dass man die Texte der Lieder zum Teil nicht verstehen konnte. Trotzdem war es ein schöner Start.
Nach 20 Minuten gaben sie die Bühne frei für die Emil Bulls, ebenfalls aus München, die extra für ihre Freunde von Itchy Poopzkid angereist waren. Bei ihrer Mischung aus Metal, Alternative und Rock gab es schon von Beginn an kein Halten mehr. Das Publikum sang jedes Lied mit und die Securities hatten ihre Mühe, die vielen Stage divenden Menschen aus der Menge zu fischen. Nach schweißtreibenden 45 Minuten war das Publikum mindestens genauso verschwitzt wie die Band auf der Bühne.
Nachdem die Emil Bulls die Bühne verlassen hatten, wurden sie zwar mit lauten „Zugabe“-Rufen zurückgefordert, blieben aber hinter der Bühne, um den Umbau für den Hauptact nicht zu behindern. Nach 20 minütiger Umbaupause, in der ein Vorhang vor der Bühne befestigt wurde, wurde es dunkel im Saal und es wurde Musik eingespielt, die die Spannung fast greifbar machte.
Als dann das Intro ihrer ersten Single des neuen Albums „Lights out London“, „Why still bother“, eingespielt wurde und der Vorhang fiel, rastete das Publikum völlig aus: Es wurde gesprungen, gepogt, gesungen und getanzt und man sah der Band an, dass sie so einen Empfang nicht erwartet hatte. Stellenweise verstand man Sänger Sibbi gar nicht, weil er vom Publikum übertönt wurde.
Es wurden Lieder von alten Alben herausgekramt und egal, von wann das Lied stammte, das Publikum war immer textsicher. Bei „As long as I got chords“, das noch nie live gespielt wurde, wurde sogar das ein oder andere Tränchen im Publikum verdrückt. Für diesen speziellen Anlass wurde auch extra die Sängerin, die die Hintergrundstimme auf dem Album „Dead Serious“ gesungen hatte, auf die Bühne geholt.
Es folgten weitere tanzbare Lieder und die drei Jungs auf der Bühne schienen immer glücksseliger zu werden. Natürlich gaben sie alles, um dem Publikum ordentlich einzuheizen, und bereits nach weniger als der Hälfte der Lieder gab es wahrscheinlich keinen einzigen mehr im Raum, der nicht schweißgebadet war. Es wurden munter Instrumente getauscht, mal spielte Sibbi Bass, mal sang Panzer, der Bassist, mal spielte Max, der Schlagzeuger, Gitarre. Auch die Crew wurde mit eingebunden und so durfte Backliner Pommes mit Max zusammen ein Lied aus alten Zeiten, als die Beiden noch zusammen in einer Band spielten, zum Besten geben.
Es folgte einer
der emotionalsten Momente des Konzerts. Panzer bat das Publikum, einen Gang für ihn freizumachen und ihn zusammen mit seiner Gitarre in die Mitte des Saals zu lassen. Dann setzten sich alle Anwesenden auf den Boden und Panzer spielte, als einziger beleuchtet inmitten eines Feuerzeug-Meeres „Against the wall“. Sibbi begleitete seinen besten Freund, auf der Bühne sitzend.
Nach so viel Sentimentalität wurde wieder nach feinster Punkrock-Manier Gas gegeben, die Band spielte weiterhin eine bunte Mischung aus allen vier Alben. Sogar ein Lied, das nur denjenigen bekannt vorkam, die Itchy Poopzkid länger als fünf Jahre kannten, fand seinen Weg in die Setlist.
Dann wurde ein, nach eigenen Worten „Sammelsurium, nein, besser Potpourri“ von mehreren Liedern, in dem Sibbi auch zu seinem „Ur-Instrument“, dem Akkordeon griff, zum Besten gegeben, in dem unter anderem „Waiting for the Waves“, „Last Goodbye“ und „ Say No“ angespielt wurden. Nach einem weiteren Lied verließ die Band unter großem Applaus die Bühne und es wurde schon währenddessen nach Zugaben verlangt.
Nach einigen Minuten betrat die Band dann in der Verkleidung, in der sie auch in ihrem aktuellen Video „Its’s tricky“ zu sehen sind, die Bühne. Da das Publikum bereits wusste, dass als Zugabe dieses Lied gespielt wird und die Band das Publikum immer darum bittet, sich dabei hinzusetzen, saßen alle bereits, als die Jungs sich noch hinter der Bühne befanden. Die waren dann auch ziemlich erstaunt, dass sie gar nichts mehr sagen mussten, als sie die Bühne wieder betraten.
Wie auf Kommando sprangen dann alle zum richtigen Zeitpunkt, ohne dass die Band irgendwas sagen musste. Es wurde noch einmal alles gegeben. Nach weiteren Zugaben und vielen Danksagungen seitens der Band an alle, die gekommen waren, sie unterstützen und ihnen das Erlebte ermöglichten, verließen Itchy Poopzkid dann unter großem Applaus, Gebrüll und Gejohle die Bühne, um sich später dann draußen auch noch bei allen Gekommenen mit Fotos, Autogrammen und kleinen Pläuschchen zu bedanken.
Text und Fotos: Melissa Palamutcu





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