Home » Fränk da Tänk, Interviews, News

Fränk da Tänk Special (1): Die neue CD „Mein Weg“

5 Januar 2011 Eingestellt von: Gerhard 854 klicks Keine Kommentare

Fränk da Tänk CD - 600Wir haben den Hip-Hopper und Musikproduzenten »Fränk da Tänk« in seinem Kirchheimer Tonstudio besucht und ihm jede Menge Fragen gestellt. In unserem Special wird es im Laufe der Zeit neben drei Interviews auch ein Fotoalbum, zwei Videos und eine CD-Rezension geben. Logisch, dass wir auch ein Exemplar der auf 200 Stück limitierten CD „Mein Weg“ verlosen werden.

Grundsätzliches zu Fränk da Tänk kann man bereits im SPACKS-Interview nachlesen, das im Mai 2010 anlässlich des Wo?!Festivals aufgezeichnet wurde. Hier.

Und jetzt geht’s los mit interessanten Einblicken in die Arbeit eines Vollblut-Musikers von Song-Ideen über Inspiration bis hin zum berühmten „Sprung in der Schüssel“…

Wie entsteht bei Dir ein Song?

Ähm, da ist erst mal die Idee bzw. ein Thema. – Ich hab ein Thema im Kopf, sagen wir das mal so. Und dann habe ich irgendeine Melodie im Kopf. Entweder setze ich dann die Melodie 1:1 im Studio um, ich versuche es auf jeden Fall immer 1:1 umzusetzen – es ist aber manchmal auch schon etwas ganz Anderes dabei heraus gekommen, was dann noch viel besser war, so im Nachhinein – das ist eine Idee oder ein Thema wie zum Beispiel „Der Fleck auf dem BH“. Oh, da muss ich mal ein Lied drüber schreiben, hab ich mir damals gedacht. Dann ist mir anderthalb Jahre lang die Idee im Kopf rumgeschwirrt – und mir ist nichts dazu eingefallen! Tja, plötzlich fahr ich im Auto, hab irgend nen Radiosender drin, und mir kommt dann halt einfach eine Line da draus, ein Vers, so: „Ich konnt mich nicht beherrschen, war ja eh klar“ usw. und so fort, „…verdammt, Sch…, was geht?“ – und das Ding war fertig!

Dann hab ich das auf ein Diktiergerät gesprochen, drauf gerappt, und hab das dann zu Hause 1:1 abgeschrieben. Hab dann einen Beat genommen, drüber geklatscht – und fertig war das Ding. Und die Leute schreien das heute noch. Das „…verdammt, Sch…, was geht?“ ist so ein kleiner SPACKS-Klassiker geworden in den letzten fünf Jahren, würde ich mal sagen. (Lacht)

Manchmal sind es einfach irgendwelche Ideen, die man am Anfang einfach im Kopf hat – und dann trägt man die erst mal mit sich rum.

Also nicht generell: erst die Melodie, dann der Text oder andersrum?

Nee. Wie’s halt grad kommt. Ich hab jetzt auch ein Lied auf meiner Platte gemacht: „Einen hab ich noch“, heißt es. Das ist die verzweifelte Geschichte eines Musikers, der halt nachts um Viere von seinen eigenen Gedanken geplagt wird, jetzt ein Lied schreiben zu müssen über ein bestimmtes Thema – und davor kann er einfach nicht einschlafen. Tja, und so geht’s mir auch immer!

Das kommt dann immer zu den unmöglichsten Uhrzeiten und zu den wirklich blödesten Augenblicken! Also: auf dem Klo, wenn man nichts zum Schreiben hat, hinterm Steuer, wenn man nicht schreiben kann oder nicht schreiben sollte, auf Arbeit, wenn man nicht von der Arbeit weglaufen sollte, oder auf dem Balkon auch manchmal, wenn man einfach nur gemütlich dasitzen will und plötzlich kommt halt die Idee und dann geht’s einfach los.

Aber sobald man angefangen hat zu schreiben, so ist es bei mir, die ersten vier Zeilen – und dann flutscht es runter. Dann läuft es einfach. Und dann muss ich es aber auch fertig machen. Manche Sachen wurden so auch schon gestoppt, weil einfach noch ne Strophe gefehlt hat – und werden wahrscheinlich auch nie zu hören sein. Weil ich einfach dann nur eine Strophe dazu hatte, und dann ist mir einfach nichts mehr dazu eingefallen. Das ist auch schon vorgekommen. Da hab ich ganz viel Abfall…

Aber irgendwann werde ich auch noch so ein „Outtake-Album“ machen, wahrscheinlich. Wirklich mit den ganzen Hirn-Fetzen, die ich auf Papier angesammelt hab. Die werden dann da irgendwann mal ganz kreativ verpackt auf ne Platte kommen, glaube ich. Und ich glaube, ich nenne das dann auch irgendwie „Hirn-Fetzen“ oder „Hirnwindung“ oder irgendwie so was. Ich muss das nochmal genauer überlegen, aber die Idee ist schon so da, mal so ein Abfall-Album zu produzieren. Auf sehr hohem Niveau natürlich! (Lacht)

Lässt du Dich von Menschen (Tieren, Natur & Umwelt) inspirieren?

Ja, absolut! Und aus meinem Alltag natürlich auch. Das ist, glaube ich, so das Wichtigste, einfach die Erlebnisse, die man selbst gehabt hat, erst mal zu verarbeiten in der Musik. Das mache ich ständig eigentlich. Und auch in der Natur: Wenn ich in der Natur bin, komme ich einfach auf schönere Ideen noch, als im Studio in einem Kellerloch zu sitzen und da dann irgendwas zu machen. Aber mir sind auch hier unten, wo wirklich keine Fenster sind, schon einige Sachen eingefallen.

Ich lasse mich sehr gerne auch von anderen „bekloppten“ Leuten, würde ich mal sagen, inspirieren. Also Helge Schneider, Otto Waalkes, oder einfach auch Leute, die bei mir im Umfeld sind. Die einfach auch genauso einen „Sprung in der Schüssel“ haben wie ich. Oder halt nen anderen Sprung. Und die mir dann halt wieder nen neuen Anreiz geben, was zu schreiben.

Wie kommst Du darauf, dass Du einen „Sprung in der Schüssel“ hast?

Ja gut, ähm, wie komm ich da drauf? – Das hat man mir mal gesagt. (Lacht) Nee, den „Sprung in der Schüssel“ darf man jetzt nicht wortwörtlich nehmen. Das ist eher liebevoll gemeint. Einfach – ich weiß auch nicht – einer, der Musik macht, ist der normal? Ich weiß es nicht!

Wie lange hast Du an dem neuen Album gearbeitet?

Am Anfang waren es erst ein paar Solo-Lieder, die eigentlich aufs nächste SPACKS-Album kommen sollten. Und dann sind’s immer mehr Solo-Lieder geworden. Ich glaube, so fünf oder sechs Stück waren’s dann, da hab ich dann beschlossen, ein Solo-Album draus zu machen. Davor war es einfach nur ne Ansammlung von Liedern, die ich eigentlich in ein anderes Projekt mit reinschieben wollte. Allerdings kam dann aus dem andern Projekt nichts mehr zurück – und dann hab ich einfach beschlossen, jetzt mach ich ein Solo-Album und lasse das Projekt (SPACKS) jetzt erst mal ruhen. Das ist nicht ausgestorben, sondern ruht jetzt erst mal. Das ist einfach auf „Standby“.

Wie heißt Dein neues Album – und warum?

Mein Album heißt „Mein Weg“. Mein Weg deshalb, weil ich mit dem anderen Projekt stehen geblieben bin – oder fast gestanden wäre. Weil da einfach von meinem Co-Mann nichts kam. Kein Output mehr von Liedern her. Ich will aber Musik machen. Ich mach gerne Musik und zeige das auch gerne auf der Bühne. Das ist einfach mein größeres Hobby als das von Chillus Maximus (dem Partner von SPACKS). Und dann hab ich mich einfach entschlossen: Ich geh jetzt meinen Weg mit ner Solo-CD.

Wo kann man es kaufen?

Das kriegt man im Musikhaus „Tonart“ in Kirchheim in der Dettinger Straße 45 bei Marc (Wolli) Nalaskowski. Und dann noch im Vertrieb über die Mailadresse HipbookHop@gmx.de . Die wird noch – hoffe ich doch – weiter in den Vertrieb gehen, aber da bin ich momentan noch auf der Suche.

Hast Du bestimmte Lieblingssongs auf deinem Album?

Hm, Lieblingssongs? Das ist schwierig! Also eigentlich finde ich alles gerade irgendwie super dufte! Da gibt’s ganz viele Sachen. Nee, also ich feiere eigentlich alles. Da gibt’s jetzt kein Lied, wo ich sagen würde: Oh Mensch, irgendwie ist da jetzt was blöd! Oder so was. So, wie’s jetzt ist, finde ich es eigentlich von meiner Seite aus super gelungen.

Ich hab’s in einem anderen Studio noch mastern lassen, bei nem Bekannten, dem „Killa Calles“ aus Düsseldorf. Der hat auch ein Tonstudio und ist da noch ein bisschen größer im Hip Hop Bereich drin. Der hat auch seine eigene Radio-Show. Bei dem hab ich das jetzt abmastern lassen. Ganz einfach, um mich selber auch ein bisschen vor Betriebsblindheit zu schützen. Ich hab die Lieder irgendwie hundertmal gehört und hab die dann so in meinem Kopf gespeichert gehabt, hab dann aber viele Feinheiten einfach nicht mehr heraus gehört. Da war es dann einfach gut, dass er noch den letzten Feinschliff gemacht hat. Damit das einfach einen schönen Klang gibt.

Ergänze: Das „Fränk da Tänk“-Album sollte man sich unbedingt zulegen, weil…

Äh, das ist schwierig! (Denkt eine Weile nach) …weil man Spaß an witzigen Texten und an witziger Musik allgemein hat. Dann ist man genau der Richtige für dieses Album! Wenn man einfach den Spaß versteht, den ich da mache.

Vielen Dank!

MySpace: www.myspace.com/spacksrap

Das könnte Dich auch noch interessieren:

Schlagworte: , , , , , , ,

Kommentar hinterlassen

Kommentar hier hinterlassen, Trackback auf deiner Seite einfügen oder Kommentare als RSS abonnieren.