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Duo »Zwischentöne« in der Neuffener Martinskirche

17 November 2011 Eingestellt von: Gerhard 152 klicks Keine Kommentare

Konzertbericht vom Sonntag, den 13.11.2011.

Ilses Stehlampenrock hatte wieder einmal eingeladen. Unter dem Motto „Genießen für einen guten Zweck“ kam der Erlös des Konzerts mit dem Duo »Zwischentöne« dem VEJGN (Verein Evangelische Jugend- und Gemeindearbeit Neuffen e.V.) zu Gute. Und die Martinskirche hatte sich gut gefüllt mit allerlei Musikliebhabern (zum Teil deutlich) jenseits des Teenager-Alters, um den wohlvertrauten und mitunter auch neuen Klängen von Frieder Siglochs Akustikgitarre und Gesangsstimme sowie Sebastian Aisslingers Cello zu lauschen.

„Wenn Frieder singt, entsteht immer eine ganz besondere Atmosphäre“, hatte mir mal vor Jahren eine Konzertbesucherin verraten. Und das war auch diesmal wieder deutlich zu spüren. Andächtig lauschten die rund 150 Besucher in den Kirchenbänken, klatschen artig nach jedem Beitrag und ließen sich erst nach Ansage des Sängers zum Mitsingen des Refrains („Oh Rosalie“) oder zum Stampfen des Taktes („Schwarz oder Weiß“) animieren.

Von Tonmeister Jürgen Rittinger (Broken Tree House) am Mischpult professionell ausgepegelt, erklangen alte Schulze-Klassiker wie „Sie hält irgendwie die Zeit an“, „Was wäre wenn“ oder der allseits bekannte „Paradiesvogel“, bei dem das Publikum wieder in den Oh-oh-oh-Refrain einstimmen und kräftig mitklatschen durfte.

Im Schein von Ilses unzerstörbarer Stehlampe auf der Bühne kamen auch neuere Werke zur Aufführung, zu denen der Sänger meist in launigen und entspannten Worten ein paar Gedanken zur Entstehungsgeschichte einfließen ließ. Abwechslungsreiches Gitarrenspiel gefiel ebenso wie das mal gestrichene, dann wieder gezupfte Cello, das den Ganzen ein passendes Fundament gab. Immer wieder kam Frieders MP3-Player als „2. Gitarre“ zu Einsatz. Er hatte die Aufnahmen zu Hause schon vorproduziert, um beim Auftritt ein volleres Ensemble und damit noch unterschiedlicheren Klang präsentieren zu können.

„Das Leben nach dem Happy End“ beginnt da, wo Kinofilme immer aufhören: Wenn sich das Paar nach vielen Irrungen und Wirrungen endlich doch gefunden und gekriegt hat – und der Alltag der Zweisamkeit beginnt. Viele der Songs haben einen etwas traurigen, melancholischen Charakter. Nicht weiter verwunderlich, wenn es zum Beispiel um „Meine Schmerzen“ geht, die aufbrechen, wenn der Partner oder die Partnerin – oft unbewusst – etwas sagt, was beim Betroffenen Wunden aus der Kindheit berührt oder gar aufreißt.

Ganz anders ein Song für und über kleine Leute: „Wieder Kind“. Hier blitzt der Schalk aus dem Gesicht des Interpreten, der auch per Video-Übertragung groß auf Leinwand in Szene gesetzt wird. Es macht den Kindern offenbar Spaß, „die Regeln zu brechen, die nicht meine sind“. Andererseits können sie es sich noch leisten, „verschwenderisch“ mit ihrer Zeit umzugehen.

Nach rund 90 Minuten anspruchsvoller Unterhaltung werden Frieder Sigloch und Sebastian Aisslinger nicht ohne zwei Zugaben nach Hause gelassen. Der einzige „Coversong“ des Abends bildet auch den gelungenen Schluss eines bemerkenswerten Konzerts: „Abend ward, bald kommt die Nacht.“
Website: www.stehlampenrock.eu

 

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