CD-Rezension: »inem« – „(V)erkauft“: Offenheit, Gesellschaftskritik und Gänsehautatmosphäre
31 Oktober 2011 Eingestellt von: Gerhard 363 klicks Keine Kommentare
„Wir wollen nie, niemals zurück schauen, wir geben nicht auf und niemand stoppt unseren Lauf!“, genau davon singt „inem“ auf ihrem ersten Album: „(V)erkauft“. Beim Anhören dieser Scheibe wird dem Zuhörer auch klar, dass sie damit richtig liegen, denn diese Alternative/Rock-Band auf ihrem Weg nach oben aufzuhalten scheint schwer zu werden.
Teilweise klingt es nach „Juli“, teilweise nach „Sacrety“, teilweise nach „Hillsong“, aber trotzdem ist „inem“ einfach anders. Denn wo bei „Juli“ Wellen kommen, kommt bei „inem“ Gott, wo man bei „Sacrety“ die Haare um sich schüttelt, gibt es bei einem ein lockeres Kopfnicken, und wo bei „Hillsong“ der Worship so langsam langweilig wird, setzen „inem“ mit ihren eigenen, ehrlichen Texten ein.
Auszeichnen tut diese Band ihre Offenheit, sie nehmen kein Blatt vor den Mund und reden offen darüber, dass sie christliche Ziele wie ihre Feinde zu lieben und nichts als die Wahrheit zu sagen immer wieder erfüllen wollen, auch wenn sie versagen. Sie kritisieren die Gesellschaft, in der sich der Einzelne immer besser verkaufen muss, um überhaupt etwas zu sein.
Neben der Offenheit steht „inem“ auch für klare Gitarren-Rhythmen mit garantiertem Kopfnicken („Thankful“), fröhlichem herum Hüpfen („die Ware Freiheit“) oder auch einfach nur tollen Einschlafmelodien („Behind my Back“).
Eingängige Melodien, die zum Mitsingen anstecken, findet man auch in jedem der sieben Lieder. Egal, ob du eher die euphorische 15-jährige bist oder der ernste Metaler, entweder du nimmst die CD zum begeisterten Mitsingen oder zum entspannten Chillen.
Das erste Lied „(V)erkauft“, beginnt mit einer ruhigen Gitarre, die sich bis zu einer Melodie steigert, die dann von einem einfachen Schlagzeug-Rhythmus begleitet wird und zu einem interessanten Beat in der Strophe wechselt. Inhaltlich geht es darum, dass es wichtiger sein sollte, gut zu sein als gut rüberzukommen.
„Behind my Back“, eins von zwei englischsprachigen Liedern, beginnt mit einer gezupften Gitarre und ruhigem melodischem Gesang. Ein Lied, das zum Einschlafen oder bei einem Konzert wenigstens zu einer Umarmung führt. Die Steigerung endet in kraftvollen, aber getragenen Gitarrenriffs und zweistimmigem Gesang.
Wenn man sich beim Hören dieses Albums mal an „Walking on Sunshine“ erinnert, hört man sicher „Nicht erlaubt“. Hinter der freundlichen Melodie verbirgt sich ein tiefgründiger Text, der allein schon dadurch an Gefühl gewinnt, dass er zum Schluss noch von einem kleinen Mädchen, begleitet mit Glockenspiel, gesungen wird. Schade nur, dass dieser Part etwas zu leise ist im Vergleich zum Rest.
Besonders bei „Thankful“ begeistert die Gitarrenarbeit, was eigentlich ein super Riff für jeden Hard-Rock-Song wäre, wie mit der Westerngitarre gespielt und bringt jeden noch so ruhigen Kopf oder Fuß zum Wippen. Der Refrain erinnert in seiner Getragenheit an „Hillsong“ und lädt jeden Worship-Fan zum Mitsingen ein.
Fazit: Gute Arbeit von „inem“, „(V)erkauft“ ist zu einem tollen Album geworden, das sicher seine Kreise zieht und die Österreicher hoffentlich auch nach Deutschland bringt. Denn gerade die vielen „Mitsing-Passagen“ geben sicher jedem „inem“-Konzert die richtige „Gänsehautatmosphäre“! Anhören, Genießen!
Text: Sebastian Dücker
Mehr zu inem gibt es – hier und – hier.






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