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700 Jahre Frickenhausen Open Air

24 Juni 2010 Eingestellt von: Stephi 558 klicks Keine Kommentare

Am vergangenen Samstag, dem 19. Juni 2010, fand das 700 Jahre Frickenhausen Open Air in, wer hätte es gedacht, Frickenhausen (Nähe Nürtingen), statt. Veranstaltet wurde das Ganze von der Jugendförderung Frickenhausen, dem JaB (Jugendhaus am Bahnhof) Nürtingen und dem Jugendhaus Boing (Oberbohingen). Bandmäßig waren mit dabei: Die Vocal Prayerz, Paradise Square, Indikativ, Rescue the Fiction, nulltarif, The Rising Rocket, Lingua Loca und als Headliner die Band 5Bugs aus unserer schönen Hauptstadt Berlin.

IMG_0313 Da es mit Open Airs immer so eine Sache der Wetterabhängigkeit auf sich hat, war es auch bis Samstag Mittag eher unsicher, ob das Wetter auch hält. Während es mittags dann auch tatsächlich regnete, hörte es (Gott sei Dank!) gegen 17 Uhr dann auch langsam wieder auf. Einige Wege, die eigentlich nur noch mit Gummistiefeln wirklich zugänglich gewesen wären, wurden mit viel Rindenmulch gepflastert und schon sah das Ganze auch wieder etwas besser aus und man konnte das Festival dann auch einigermaßen genießen. Das einzige Problem, das es dann noch gab, war die Temperatur. Es war einfach viel zu kalt für die Jahreszeit. Und wenn man dann abends nach Headliner 5Bugs aufgrund von zu dünnen Schuhsohlen mit halb erfrorenen Füßen Auto fahren muss (so wie ich), hat man einfach kaum noch Gefühl drin und es ist dann schon irgendwie seltsam, so Auto zu fahren. Weiß nicht ob ihr das auch kennt. Jedenfalls erging es mir so.

Trotz der Wetterprobleme (für die niemand was kann – außer vielleicht derjenige, der mal wieder seinen Teller nicht leer essen wollte) kann man an das Organisationsteam nur ein Lob aussprechen: Coole Bühne, Sound war gut (nur vielleicht manchmal etwas zu laut), Essen & Getränke waren gut, nettes Team, ne Security mit Sinn für Humor, Eintrittspreise waren angesichts dieses Line-Ups mehr als bezahlbar undIMG_0731 das Line-Up war generell super. Es war eigentlich auch für jeden Geschmack etwas dabei: Für Hip-Hop Liebhaber waren die Vocal Prayerz aus Frickenhausen und Lingua Loca aus Tübingen am Start. Indikativ waren zuständig für ein bisschen Indie-Mucke. Paradise Square für eine gute Rock-Pop Mischung. Rescue the fiction lieferten eine satte Portion Hardcore-Rock ab. Die Band nulltarif aus Neuffen trat mit ihrem eigenen Musikstil, Mainstream Pussyprock genannt, auf. The Rising Rocket, die übrigens schon Support für Razorlight und Silbermond waren und Auftritte beim Rock am Ring, dem Hurricane und dem Highfield Festival hinter sich haben, sorgten für eine mehr als tanzbare Rock-Pop Mischung. Und die schon seit über acht Jahren bestehende Band und Headliner des Frickenhausen Open Airs, 5Bugs, überzeugte mit einer guten Alternative-Rock-Mischung.

Prinzipiell war es eine coole Sache, das ganze 700 Jahre Frickenhausen Open Air. Leider kann ich persönlich an dieser Stelle bandmäßig genauer erst ab Rescue the fiction berichten, da ich aus termintechnischen Gründen erst um um diese Zeit auftauchen konnte. Zu den Vocal Prayerz, Indikativ und Paradise Square kann ich also nicht so viel schreiben. Obwohl ich zu den Vocal Prayerz doch noch kurz etwas sagen möchte – auch wenn es nicht wirklich mit dem Festival zu tun hat. Und auch wenn es wohl eher ein bisschen Schleichwerbung sein soll. Aber dazu kann ich auch stehen. Ich will nur ganz kurz die Band “Andy Knister macht Magister” weiter empfehlen. Warum? Weil erstens die Vocal Prayerz da zusammen mit ein paar Freunden, unter anderem der Stubi Live Band, mitspielen. Und zweitens, weil die einen ziemlich geilen Beat drauf haben – Dieses Video sagt bestimmt schon alles.

So, Schleichwerbung ist fertig. Zurück zu Rescue the fiction: Generell eigentlich ne ganz coole Band, die auf IMG_9724 jeden Fall musikalisch einiges drauf hat. Aber man muss halt auch Hardcore-Mucke mögen, um mit der Band was anfangen zu können. Seit ein paar Wochen hat die Band auch zwei Sänger – was auch ganz cool geklungen hat. Aber man muss trotzdem sagen, dass die Band schon bessere Konzerte gespielt hat. Sound war bei der Band extrem laut (wofür die Band jetzt nicht wirklich was kann). Aber auch sonst war es etwas schwierig, das Publikum zum Mitmachen und Abgehen zu bewegen – was aber wahrscheinlich auch daran lag, dass es noch hellichter Tag war und das ist auch immer eine schwierigere Situation für ne Band. Die meisten Leute kommen einfach erstens meistens gegen Abend und abends geht einfach prinzipiell immer mehr. Wie auch immer: Rescue the fiction sind musikalisch ne ganz gute Band, aber es gab schon bessere Konzerte wie der beim 700 Jahre Frickenhausen Open Air.

Die Band danach waren nulltarif aus dem Nachbarort Neuffen und bei denen ging dann schon einiges mehr. Sound war super und die Leute haben auch gleich ganz gut mitgemacht. Eins ihrer neuen Lieder, IMG_0009“Wir werden vermisst”, sorgte definitiv für Gänsehaut und hat schon einen ziemlich großen Ohrwurmfaktor. Jedenfalls hab ich es in den letzten paar Stunden ein paar Mal vor mich her gesummt – und das obwohl ich es erst zwei oder drei mal gehört hab. Ein paar tolle Sprüche waren auch mal wieder dabei – Zitat von Schlagzeuger Tobias Hirner: “Ich bekomme jeden Tag gefühlte tausend Anrufe – davon ist einer wichtig: Der, wenn meine Mama zum Mittagessen ruft.” Ich welchem Zusammenhang er das genau gesagt hat, weiß ich aber leider auch nicht mehr. Beim Auftritt von nulltarif war es auch immer noch hell und so kam dazu auch ein toller Spruch von Sänger Jules während des Songs “Licht aus”: “Mach das Licht aus … ach, geht ja grad gar nicht. Ist ja Open Air.” Insgesamt auf jeden Fall ein cooler Auftritt der Band.

Als dritter Headliner sozusagen betraten dann The Rising Rocket aus Stuttgart die Bühne. Und mehr bleibt bei der Band eigentlich auch nicht zu sagen, als: Ein Konzert von ihnen lohnt sich immer + sie haben einen coolen Kontrabass + verdiente Finalteilnehmer beim international größten Newcomer Festival Emergenza vom Sommer 2006. Wer auf tanzbare Rock-Pop Mucke steht und sie noch nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen!

IMG_0609 Und dann kam auch schon die vorletzte Band auf die Bühne: Lingua Loca aus Tübingen. Sie machen ziemlich coole Hip-Hop Musik. Das Publikum ist jedenfalls abgegangen wie bei keiner anderen Band zuvor. Dass man zu der Musik der elf Musiker auch tanzen kann, lässt sich auch aus dem Namen der Tour schließen, die sie erst in den Frühlingsmonaten zuvor gespielt haben: Die “Beweg dich” Tour. Außerdem hat die Band mehrere EPs, eine LP und eine Live-DVD/CD raus gebracht. Wenn das nicht mal rockt. Oder in dem Fall wohl eher “hip-hoppt”. Wer auf gute hausgemachte Hip-Hop Musik steht, sollte sich Lingua Loca jedenfalls nicht entgehen lassen.

Und dann kommen wir auch schon zum Headliner: 5Bugs. Geile Band. Geiler Sound. Energiebündel. Viel Sinn für Humor. Und man könnte noch dazu meinen, sie wären auf der Bühne zu Hause. Trotz der für den Monat Juni außergewöhnlichen Kälte brachten die fünf Berliner das Publikum zum Abgehen. Zwischendurch gab einer der Gitarristen auch mal kurz seine Gitarre einem Mädchen aus dem Publikum zum Halten, damit er seine Jacke ausziehen konnte. “Raise your hands and celebrate – get your ass up on the stage – the time has come for you to say: Yeah!” – Dieses Zitat aus dem Song “Fighting In The Name Of Rock’N'Roll” drückt schon aus, um was es hier geht: Powergeladener Rock´n´Roll al la 5Bugs. Einfach eine geile Band!

Raise your hands and celebrate – Mehr bleibt dazu auch nicht mehr zu sagen.

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Website: www.open-air-frickenhausen.de
5Bugs: www.5bugs.de
Lingua Loca:
www.lingualoca.de
The Rising Rocket:
www.therisingrocket.de
Nulltarif:
www.myspace.com/nulltarif
Rescue The Fiction:
www.myspace.com/rescuethefiction
Indikativ:
www.myspace.com/indikativ
Paradise Square:
www.myspace.com/paradisesquaremusic
Vocal Prayerz:
www.myspace.com/vocalprayerz
Bericht: Stephanie Klumpp/Musik Für Uns
Thumbnail/Fotos: Stephanie Klumpp/Musik Für Uns

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