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„Lingua Loca schließt die Bohrlöcher dieser Welt!“

1 August 2010 Eingestellt von: Gerhard 648 klicks Keine Kommentare

Lungua-LocaAm 24.07.2010 haben mich Lingua Loca, eine elfköpfige Band aus Tübingen, in ihren Proberaum eingeladen, sind mir Rede und Antwort gestanden und haben mir viel erzählt.

Neben den üblichen Instrumenten haben Lingua Loca auch drei Bläser und einen Pianisten zu bieten. Die Bandmitglieder sind zwischen 20 und 27 Jahre alt und, wer hätte das gedacht, nur drei von ihnen wohnen in Tübingen. Manch einer nimmt sogar den weiten Weg von München oder Mannheim auf sich, um zur Probe zu kommen. Am Anfang, so erzählt Ari, war die Probe manchmal ein ziemliches Chaos, aber mittlerweile kennt jeder seine Aufgaben und die Jungs sind ein eingespieltes Team. Für Ari, der die Band zusammen mit Tobi gegründet hat, ist es nun das sechste Jahr in der Band. In der jetzigen Besetzung besteht die Band seit 2007. Zu Beginn waren es viele Rapper und 2 DJs, im Laufe der Zeit kamen immer mehr Leute dazu. Lingua Loca wollen sich bewusst von Culcha Candela abgrenzen und nicht mit ihnen verglichen werden.

Die Texte, die vor allem Ari und Tobi, die zwei Rapper, schreiben, sind deutsch, weil sie sich in der Sprache, in der sie denken, fühlen und sprechen einfach besser ausdrücken können. Jede Band hat schließlich einen Anspruch an ihre Texte. Und Lingua Loca sind realistisch, denn sie glauben nicht an den Welterfolg. Die Hauptthemen ihrer Texte sind autobiographisch oder handeln von Partys. Viele der Lieder sind zuerst ruhige Stücke, bevor die meisten dann zu peppigen Liedern aufgemöbelt werden. Bei den Melodien bringt jeder seine Ideen mit ein und die werden dann gemeinsam auseinandergenommen und neu zusammengefügt.

Fragt man die Jungs, die jetzt alle mit Döner oder LKW in der Hand dasitzen, nach ihren Auftrittshighlights, so sind sie sich einig, dass das Chiemsee-Festival 2008 eines der tollsten Konzerte war, aber auch der Auftritt mit den Fantastischen Vier 2010. Besonders freuen sie sich in nächster Zeit auf das BlueBalls Festival am 31.07.10 in Luzern. Sie erzählen mir, dass sie gern in ganz Deutschland auftreten würden, nicht nur in B-W. Mit den Konzerten in Köln, Dresden und Luzern dürfte das wohl gelungen sein. Was sie sich für die Zukunft vorgenommen haben? Spaß haben, rum kommen, die Musik zu spielen, auf die sie Bock haben, musikalisch nicht stehenbleiben und ein neues Album produzieren. Na dann mal viel Glück bei den vielen Zielen! Das perfekte Konzert für die Band hängt vor allem von der Atmosphäre, weniger von der Besucherzahl ab. Das Publikum soll mit Lingua Loca feiern. Live spielen die Jungs am liebsten “Blockparty“, aber die Meinungen gehen auch auseinander.

Natürlich durften einige privatere Fragen auch nicht fehlen. In der Schule, erzählen sie, hätte die Differenz zwischen ihren Noten und ihrem Benehmen kaum größer sein können. Sportlich seien sie alle nicht. Ein Fußball ist zwar auf Tour immer dabei, doch ist das Ausladen des Equipments schon ziemlich anstrengend, da setzen die Jungs lieber auf die gute, alte X-Box. Wie ich weiter erfahre, sind die Jungs völlig furchtlos (bis auf „Menschen zu verlieren, die ich liebe“, aber wer hat davor keine Angst?), bis ihnen dann doch noch etwas einfällt: Frauen in der Band.

Lungua-Loca2Die ersten selbstgekauften CDs lassen auf einen schon früh entwickelten guten Musikgeschmack schließen, wie Mambo Nr.5, Love is in the air, Bravo Hits 16 oder der Soundtrack zu “Gegen den Wind“ beweisen. Beim Thema Tanzen bin ich ganz erstaunt, als ich erfahre, dass alle einen Standardtanzkurs gemacht haben und sehr gerne tanzen, die Qualität konnte ich allerdings nicht überprüfen. Wenn ihr Tiere wärt, welche? Diese Herde würde dabei herauskommen: Gnu, Pelikan, Frettchen, Biber, Schildkröte, nur bei Benno waren sie sich nicht sicher, Faultier, Giraffe oder Roboter? „Habt ihr außergewöhnliche Talente?“, frage ich die Jungs. Außer Essen bekomme ich gleich noch ein Talent vorgeführt. Freddi kann nämlich seine Hand in eine Flöte umbauen und spielt mir damit ein Lied von Lingua Loca vor. Beeindruckend! Motoren zum Explodieren bringen und Geldbeutel verlieren können die Bandmitglieder auch super. Und ihr Techniker kann richtig gut tanzen, behaupten sie.

Was Lingua Loca dir noch sagen wollen: „Jazz! Hört gute Musik! …also unsere! Geht auf Konzerte, nicht ins Top 10, Top ist scheiße!“

Mehr von der verrückten Truppe findest du auf www.lingualoca.com!! …und geh auf eines ihrer Konzerte, es lohnt sich!

Website: www.lingualoca.com
Bericht: Leonie/Musik Für Uns
Foto: Leonie/Musik Für Uns

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