„Ich bin ein gläubiger Mensch!“
2 Juli 2010 Eingestellt von: Jonas 659 klicks Keine Kommentare
Sebastian Cuthbert rockte mit christlichem Acoustic-Soul
VON HEINZ BÖHLER
NÜRTINGEN. Im kleinen Keller der Nürtinger Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) dominierten am Donnerstagabend die eher leiseren Töne von Akustik-Gitarren die Atmosphäre. Mit Sebastian Cuthbert hatten die Veranstalter einen der Stars der christlichen Musikszene eingeladen, seine eigenen Songs vorzustellen. Das tat der etatmäßige Drummer der Band von Claas P. Jambor gerne.
Das Vorprogramm bestritt Herr Abendschein und seine Rosmarie, ein Duo aus der Region. Duo ist möglicherweise nicht der richtige Ausdruck, denn Rosmarie ist der Name von Herrn Abendscheins Gitarre. Ganz wie sein Plektrum mit Vornamen Peter und sein Kapodaster Carl heißt. Selbst sein Sparschwein, sagt Herr Abendschein, habe einen Namen. Hören dürfte Söhnke auf diesen aber eher nicht.
Die Musik, mit der Rosmarie, Peter und Carl zu Herrn Abendscheins Handbewegungen dessen Gesang begleiten, hinterlässt einen Schleier von Verträumtheit und gelebter Romantik. Seine Texte besingen Mädchen und beschreiben seine Art von Religiosität. Dazu passt sein einfühlsamer, etwas zurückhaltender Gesangsstil.
Wie anders ist – nach einer kurzen Pause – Sebastian Cuthbert: Der Hamburger Schlagzeuger, Songwriter und Gitarrist lässt von Anfang an seiner kompromisslos tonsicheren Stimme jede Freiheit, die ein Song braucht. Cuthbert hat sich einen speziellen Gitarrenverstärker mitgebracht, der seine Western-Akustikgitarre bei Bedarf wie eine Elektrische rocken lässt. Dazu strahlt seine Stimme genau das aus, was auf der Ankündigung als Acoustic-Soul bezeichnet war.
Kein Zweifel: „Basti“ Cuthbert hat den Blues. Wie er wahrend einer Anmoderation erwähnte, ist es erst ein paar Jahre her, da hatte er ihn in einem Ausmaß, dass er es selbst als „nicht wirklich witzig“ empfunden hat. Doch auch Cuthbert sagt von sich: „Ich bin ein gläubiger Mensch!“
Und so habe er sich, als die schlimmsten Depressionen überstanden waren, hingesetzt, und ein Dankeslied an jene Engel geschrieben, an deren Existenz er konsequenterweise auch glaubt und deren tätiger Hilfe er seine Heilung verdanke. „Cool Fighters“ nennt er sie. Damit stand auch der Titel jenes Songs fest, der als musikalisches Glanzlicht aus einem ohnehin schon hochwertigen Songwriter-Programm herausragte.
Danach schloss sich ein Block deutsch getexteter Songs an. Es war wirklich verblüffend zu erleben, wie abrupt sich mit einem Mal Dynamik und Power aus der bis dahin so überzeugenden Performance des Halbengländers verabschiedeten. Doch vielleicht mag er es dabei als eine Art fehlgeschlagenen Experiments belassen.
Ein Drummer an der Gitarre: Sebastian Cuthbert im kleinen Keller der HfWU heb
Bericht: Heinz Böhler/Nürtinger Zeitung
Thumbnail/Foto: www.ntz.de





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