»purpurrot«: Max Rieger auf Solo-Pfaden
2 Mai 2010 Eingestellt von: Gerhard 541 klicks 3 Kommentare
Kostenloser Download wird angeboten
Gitarrist Max Rieger, den wir als Bandmitglied von Formationen wie »Nachtschwaermer«, »Die Nerven« und »Ego Trip« kennen, hat zum ersten Mal in Eigenregie ein Solo-Album aufgenommen. Unter dem Projektnamen »purpurrot« entstanden die zehn Instrumental-Titel samt Bonus-Track, das Album trägt den fantasievollen Namen »Von unvergesslicher Schönheit und uneingeschränktem Raum«.
Hauptsächlich mit Akustik-Gitarre(n) eingespielt und mitunter mit passenden Effekten versehen, bietet »purpurrot« eingängige Harmonien, die man sich sehr gut als Grundlage eindrucksvoller Naturfilme in HD vorstellen könnte. Wer Windows 7 sein Eigen nennt und die Landschaftsbilder als Desktop-Diashow eingestellt hat – dazu passt meiner Meinung nach die Musik von Max Rieger perfekt. Selbst orientalisch anmutenden Gitarren-Klang habe ich in einem der Songs entdeckt (Skarabäus).
Ein Schlagzeug wird man auf dem ganzen Album vergebens suchen, den E-Bass ebenso – die Gitarren sprechen für sich. Der erste Song „Theodizee“ wurde allerdings mit einem akustischen Piano eingespielt. Bei „Skarabäus“ erklingen Klavier und Gitarre zusammen. Ein interessanter Mix! Im zehnten Song ist neben der Gitarre auch eine Mundharmonika zu vernehmen. Ansonsten sorgen die „Klampfen“ – ob elektrisch oder akustisch oder beides kombiniert – für Melodie und Rhythmus samt Effekten gleichermaßen. Einfach, aber wohl gelungen und angenehm zu hören.
Jeder der zehn Titel ist (nur) zwischen 1:05 und 2:44 Minuten lang, etwas ungewohnt für „normale“ CD-Verhältnisse. Aber dafür gibt es ja die „Repeat“-Funktion am Media-Player – und die kann man bei diesem Album getrost schon mal einstellen, denn die ganzen Songs sind mehrfaches Abspielen alle Mal wert.
Die große Ausnahme auf der CD bildet der Titel Nr. 11, den ich einfach mal als „Bonus-Track“ betitelt habe. Zum einen ragt er mit seinen 7:04 Minuten Spieldauer von der Länge her schon mal aus den andern heraus. Das hängt aber in erster Linie damit zusammen, dass der „Morgen“ erst mal beginnen muss, das heißt, es ist zunächst längere Zeit still in den Lautsprechern, bis das Lied dann (endlich) anfängt.
Zum andern ist es der einzige Titel mit Gesang, eher Sprechgesang, der mit deutlichen Worten einen nicht so schönen Morgen, wie er immer mal wieder im Leben von uns Menschen vorkommen kann, beschreibt.
Alles in allem – ein gelungenes Max Rieger Solo-Projekt, das man sich unbedingt (nicht nur ein-) mal anhören sollte. Wer passende Begleit-Musik für seinen nächsten Urlaubsfilm sucht – hier kann er getrost zugreifen!
Und das Beste: »purpurrot« kann man sich kostenlos aus dem Internet downloaden, und zwar hier:
Also: Ran an die Tasten!

Der orientalisch anmutende Gitarren-Klang ist tatsächlich eine Saz, ein türkisches Saiteninstrument. :D
Könntest Du eventuell ein Foto liefern – Du mit der Saz?
Ich hab das Album durchgehört und fand die Musik erstaunlich ruhig, fast zärtlich melancholisch…
freut mich sehr.
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