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»Music and Message 2010« in Sersheim

23 Oktober 2010 Eingestellt von: Gerhard 608 klicks Keine Kommentare

Am 9. Oktober fand zum 10. Mal das Music and Message in Sersheim statt. Mit einem Line-Up, das sich sehen lassen konnte, war ich auch dieses Jahr sehr gespannt, was das Festival dieses Jahr zu bieten hatte.

Auf jeden Fall viele Besucher, war mir mit einem Blick auf die Schlange an der Abendkasse klar. Bei der musste man sich nämlich auf jeden Fall anstellen, um an die Einlassbändchen zu kommen, egal ob man sein Ticket schon im Vorverkauf erworben hatte oder nicht. Allerdings nimmt man für ein Konzert auch gerne mal ein bisschen Warten in Kauf – und sobald man in der Halle drin war, hatte das mit dem Warten auch ein Ende.

Eingestimmt wurde das Publikum mit der Band „Creepage“, die auf den ersten Blick erst mal ziemlich unbekannt erscheint, allerdings aus alten Mitgliedern von „Phloxx“ besteht. Mit einem etwas härteren Rocksound war die Musik eher etwas für die älteren Jungs und somit hatte das durchweg junge Publikum einige Startprobleme. Doch nach drei, vier Songs hat die Band das Publikum zum Bewegen gebracht und am Ende des Gigs wurde lautstark eine Zugabe gefordert. Wer könnte da widerstehen. ;-)

So durfte die Band nach ihrem letzten Lied gleich wieder auf die Bühne, um eine Zugabe zu spielen, und danach wurde sie immer noch nicht von der Bühne gelassen, denn die Moderation hatte ein kleines Interview mit der Band vor.

Was von der Idee her nicht schlecht klingt, war leider in der Umsetzung etwas holprig und vor allem viel zu lang. Stand der größte Teil des Publikums während der ersten fünf Minuten des Interviews mit „Creepage“ noch, so saßen, spätestens nachdem es hieß, die zweite Band des Abends wird auch noch interviewt, alle auf dem Boden. So hatte „Scarlet Drop“ zu Anfang wieder einen etwas schwereren Start, die Menge zum Pogen zu bringen.

Dabei erinnert die schwedische Band mit ihren Songs schwer an „Sacrety“, eine Band, die letztes Jahr bei Music and Message wie eine Bombe eingeschlagen hatte und von der man weiß, dass bei ihren Liedern keine Person im Publikum still steht. So hatte auch „Scarlet Drop“ die Menge schnell im Griff und vor allem die Jungs schienen sehr von der Band angetan zu sein, denn im großen Gegensatz zu „Sacrety“ stehen hier zwei Frauen am Gesang und an den Gitarren.

Dass die Band auch noch sehr sympathisch ist, zeigte sich dann bei einem kleinen Gespräch an ihrem Merchandising-Stand, bei dem man neben CDs und T-Shirts auch noch Autogramme abstauben konnte. Das galt übrigens nicht nur für „Scarlet Drop“, sondern auch für die anderen Bands des Abends.

Danach durfte die Band mit den eindeutig meisten Mitgliedern auf die Bühne. „October Light“ hat mit sieben Mitgliedern die Bühne ganz schön klein aussehen lassen. Die Musik war allerdings dafür vom aller Feinsten. Mit ihrem Ska-Reagge-Sound haben sie die komplette Halle zum Tanzen gebracht und dabei hat das ganze Publikum mit- und auch nach einem 5-minütigen Lied noch nicht schlapp gemacht. Nebenbei hat man auch nochmal die Grundschritte vom Ska beigebracht bekommen.

Obwohl man sicherlich bei Ska erst mal an „Make Up Your Mind“ denkt, kann man „October Light“ in keinster Weise mit den Niederländern vergleichen, denn bei „October Light“ steht eine Einheit auf der Bühne, die sich auch viel mehr auf den ursprünglichen Ska-Sound bezieht. Diese Kombi aus Kroatien sollte man sich auf keine Fall entgehen lassen. Außerdem haben sie, auch durch ihre Erfahrungen mit „Seekers Planet“ (alte Mitglieder von Seekers Planet haben October Light damals neu gegründet) eine Bühnenpräsenz und ein Händchen für gute Songs, von denen sich alle neueren Ska-Bands eine Scheibe abschneiden dürfen.

Als letzte Band durften dann die altbekannten Jungs von „Freequency“ auf die Bühne, die inzwischen ihre letzten Konzerte spielen und sich im Frühjahr 2011 leider auflösen werden. Dass die Gründe hierfür allerdings nicht in nachlassender Energie liegen, haben sie mit ihrem Auftritt deutlich klargemacht. Jo ist eindeutig ein Albtraum für jeden Fotografen, denn er kann auf der Bühne einfach nicht still stehen. Dass mit dieser Energie jedes Publikum angesteckt wird, ist nicht erst seit Music and Message klar. Umso erstaunlicher finde ich es dann immer wieder, wenn die Band von ihren Erlebnissen erzählt und eine Ruhe in diese Ansprachen reinlegen kann, die wirklich jeden berührt.

So haben sie von ihren Erlebnissen in Jerusalem erzählt und danach die Leute aus dem Publikum auf die Bühne gebeten. So ein Bild sieht man wirklich nicht oft und es war das, was ich aus dem ganzen Festival am Deutlichsten mitgenommen habe und auch jetzt noch klar als Bild vor mir sehe.

Mit diesem wirklich rundum gelungenem Line-Up war das Festival an sich ein gelungener Abend, der gerne wiederholt werden darf. Allerdings hoffentlich das nächste Mal mit einer anderen Moderation, der man teilweise gerne Gaffa auf den Mund geklebt hätte, weil sie einfach dauernd nur am Reden war und sich hinterher auch noch selbst dazu gebracht hat, dass das Publikum sie am Schluss singen hören wollte. Eine, wie ich meine, eher etwas unglückliche Leistung.

Ansonsten ein großes Lob an die Veranstalter und an das Team. Zu Recht ist dieses Festival von Jahr zu Jahr besser besucht und wird immer bekannter. Ich freue mich auf Music and Message 2011 und hoffe, dass das Line-Up dem von diesem Jahr in nichts nachsteht.

[stextbox id="alert" color="000000" ccolor="ffffff" bcolor="696969" bgcolor="ffffff" cbgcolor="ffffff" image="null"]Website: www.music-message-sersheim.de
Text: Verena/Musik Für Uns
Foto: Verena/Musik Für Uns[/stextbox]

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