CD Rezension: »Jalis«: Sweden
13 September 2010 Eingestellt von: Gerhard 347 klicks Keine Kommentare
„Turn on the Radio!“ – Diese Zeile aus dem ersten Song “Believe Me” sagt es eigentlich schon: Das Album “Sweden“ von „Jalis“ hat klare Radiotauglichkeit. Das Soloprojekt vom „Banana Killers“- Schlagzeuger Jan Listing überzeugt durch vielseitigen Gesang und Melodien mit Ohrwuhrm-Qualität.
Komplett alleine gespielt und produziert, verdient es an sich schon Bonus genug. Denn von Songs zum Mitwippen, Mitsingen und nicht zuletzt Mitfühlen ist alles auf dieses Platte vorhanden. Harmonische Melodien kombinieren sich mit eingängigen Riffs und werden gekrönt von beachtenswert vielseitigem Gesang.
Schon das oben erwähnte erste „Believe Me“ gibt eindrucksvoll die Richtung vor. Kraftvolle Gitarren wechseln sich ab mit überraschend sanften Bridges, getoppt von einem Refrain, der einem im Kopf bleibt.
Auch „Traitor From Venice“ startet mit einem eingängigen Riff, um dann einen Wechsel zu ruhigerer Akustikgitarre zu vollführen. Auch dabei zeigt sich die Vielseitigkeit des Allroundtalents, denn der eindringliche Gesang und das fantastische Solo in der Mitte ergänzen sich perfekt. Ähnlich aufgebaut ist auch der nächste Song „This Guy Is Lonely“, wobei hier die ruhigen Elemente noch mehr im Mittelpunkt stehen.
Bei „Ordinaremotion“ zeigen sich dann wieder starke Gitarren, die sich gut abwechseln mit den Gesangsparts. Das Lied beweist ein weiteres Mal „Jalis“ stimmlichen Abwechslungsreichtum. Eingängige Melodien sind auch in „Day After Day“ zu finden, wobei mir hier besonders der Wechsel zwischen vorantreibender Gitarre und sanftem Gesang gefällt.
„Whose Owner“ startet mit einem The-Vines-ähnlichen Riff und ist super interessant in der Verschiedenheit der Gesangsteile. Das Verzerrte wird befreit im Refrain, um dann kurz halbgeflüstert das Solo einzuleiten – der straighte, klassische Aufbau überzeugt!
Die nächsten beiden Stücke sind wieder etwas ruhiger, „Unknown Places“ verbindet dabei wunderbar stimmungsvolle Atmosphäre mit intelligenten Texten. Mein Lieblingsstück ist jedoch „Distance“, es ist für mich der schönste ruhige Song auf der Platte und überzeugt mit wunderbar harmonischem Gesang und Gitarrenspiel. Ein Stück zum Vorgespieltbekommen.
„Your Only Man“ setzt an zehnter Stelle einen fulminanten Schlusspunkt. Die kraftvollen Gitarren und der schnelle Refrain laden zum Mittanzen ein und der abwechselnd hallende Gesang lässt das Stück nie langweilig werden. Der Song bleibt noch lange nach dem Schluss der Platte im Kopf und beweist nachdrücklich die Ohrwurmqualität des Multitalents.
Insgesamt findet der Hörer auf „Sweden“ jede Menge eingängige Rocksongs mit typischem Aufbau, die sich jedoch durch den vielseitigen Gesang, der klar im Mittelpunkt steht, auszeichnen. Einfach weglegen geht sowieso nicht, denn die Melodien summt man Stunden später immer noch mit. Man darf also gespannt sein, wie sich „Jalis“ bei seinem Studium an der Pop-Akademie in Baden- Württemberg (noch mehr) weiterentwickeln wird.
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CD-Rezension: Jana Schäfer/Musik Für Uns
Fotos: myspace.com/janlisting[/stextbox]





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