»Ararat« und »Pieces of one Puzzle«
26 Juli 2009 Eingestellt von: Gerhard 80 klicks Keine Kommentare
live in Steinheim/Albuch am 13.06.2009
Von Stephi

Ein schöneres Wetter hätten sich die Steinheimer Open-Air Besucher und die Bands echt nicht wünschen können. Während es in den Tagen zuvor wie aus Kübeln geschüttet hatte, hörte am Samstag das schlechte Wetter auf und die Sonne kam heraus. Und Wolken waren so gut wie gar nicht unterwegs.
Man hatte schon befürchtet, das Konzert in die Albuchhalle verlegen zu müssen. Aber Gott hat mal wieder bewiesen, dass er uns nicht im Stich lässt, wenn wir ihn um etwas bitten. Es wurde viel gebetet für dieses Konzert und es war schließlich auch gesegnet.
Die Bühne stand hinter dem evangelischen Gemeindehaus in Steinheim auf einer sehr großen Wiese. Es waren einige Leute da, die sich allerdings in den Pausen dann richtig schön verteilen konnten, weil so viel Platz war.
Vor der Bühne standen ein paar Bänke zum Sitzen – die waren allerdings für die Pausen gedacht. Bei »pieces of one puzzle«, der Band die aus Steinheim selbst kommt (quasi Heimspiel) und übrigens den 3. Platz beim EigensinnIch Bandcontest gemacht hat, saßen die Leute aber noch, weil sich keiner so recht nach ganz vorne vor die Bühne traute. Im Laufe des Konzerts kamen aber immer mehr Mutige nach vorne und im letzten Teil, als Ararat gespielt hat, waren dann so gut wie alle vorne und sind mit abgegangen.
Die Band »pieces of one puzzle« besteht aus normalerweise fünf Bandmitgliedern – diesmal hatten sie aber quasi noch einen Special Guest mit dabei: Eine Cellistin, die ihre Sache echt super gemacht und die Band musikalisch gut unterstützt hat. Auch wenn ich persönlich finde, dass das Cello noch ein bisschen lauter hätte sein können. Aber es war schon okay so. :-) Ansonsten besteht die Band aus Steffi, Christoph, Daniel, Thierry und Jörg. Steffi ist Sängerin der Band und spielt Akustik-Gitarre. Christoph ist als Backgroundsänger tätig und unterstützt Steffi dabei, wo er nur kann. Und das hörst sich richtig gut an, wenn die beiden so zusammen singen. Daniel spielt E-Gitarre, Thierry Bass und Jörg Schlagzeug.
Von der Musik her geht »pieces of one puzzle« in Richtung PopRock, Alternativ und Akustik. Wer »ararat« mag, wird sie auch mögen. Die Songs von »pieces of one puzzle« sind aber im Gegensatz zu denen von Ararat hauptsächlich auf Englisch. Damit aber alle die Texte versehen können, wurde die Übersetzung immer an eine Leinwand geworfen. Na ja, es wurde mehr versucht, als dass man wirklich hätte viel lesen können, denn es war leider noch viel zu hell und nur die Leute, die im richtigen Winkel zu der Wand standen, konnten tatsächlich lesen was da stand. Erst im Laufe des Konzerts, als es dann auch dunkler wurde, konnte man immer mehr davon lesen. Von der Idee her ist es echt super, weil dann echt alle, auch die, die nicht so gut in englischer Sprache sind, die Texte nachvollziehen können. Und gegen Ende des Konzertteils von »pieces of one puzzle« konnte man ja wie schon gesagt auch immer mehr lesen – so ist es nicht. :-)
Eine kleine Rap-Einlage von Steffi gab es mit dem deutschen Song „Liebe deinen Nächsten“. Das war auch echt sehr lustig und sie hat das auch super rüber gebracht. Gegen Ende des Songs sangen oder viel mehr: rapten die Leute immer mehr mit.
Nach etwas mehr als einer Stunde und einer Zugabe gab es erst einmal eine Pause in der man sich unterhalten konnte oder leckere Waffeln und Getränke kaufen konnte.
Nach der 20minütigen Pause war es auch schon merklich dunkler geworden und jetzt kam die echt coole Beleuchtung der Bühne erst recht zur Geltung. Nebelmaschine und alles waren auch mit an Bord.
Was ich übrigens richtig krass fand, war, als Steffi (also die Sängerin von »pieces of one puzzle«) mir erzählt hat, dass das ganze Konzert von einem 16-jährigen Jungen aus der Gemeinde, der sich schon immer für Lichttechnik interessiert hat, organisiert wurde. Da hab ich echt großen Respekt vor. Toll, was er da aufgestellt hat! … Dieses Konzert führte allerdings zu einer mehr oder weniger kleinen Verletzung für ihn: Die Bühne stand schon zwei Tage vor dem Konzert auf der Wiese und er hat dann dort übernachtet, um quasi ein wenig aufzupassen, dass es keinen Ärger gibt oder Diebstahl oder so etwas in der Art. Jeden falls kamen da mitten in der Nacht zwei Jugendliche vorbei, die wohl tatsächlich schei*** bauen wollten und haben dann diesen 16-jährigen Jungen verprügelt. Er kam dann ins Krankenhaus und eigentlich haben die Ärzte gesagt: Das Konzert ist für ihn tabu. Er hat es aber dann doch gemacht und da hab ich echt noch mehr Respekt vor. Was er da alles auf sich genommen hat … Respekt, Respekt.
Wie gesagt, nach 20 Minuten war es schon ziemlich dunkel geworden und jetzt kam »ararat« auf die Bühne. Die Band war super drauf und die Leute haben voll mit gemacht. Irgendwann wurde Tobi Kurrle, der Gitarrist der Band, so von der Nebelmaschine eingenebelt, dass er seine Songliste nicht mehr sehen konnte und dann nicht wusste, was als nächstes gespielt wird. Das fand das Publikum jeden falls sehr unterhaltsam. ;-) Und die Band auch.
Sängerin Bia hat das Publikum auch wieder mitgerissen und zum Mitsingen, Hüpfen und Abgehen bekommen. Von Anfang an war nur ein Teil schon voll mit dabei, aber mit der Zeit hatte »ararat« dann alle in ihren Bahn gezogen. Über 1½ Stunden hat die 5-köpfige Band gespielt und dann gab es natürlich noch eine Zugabe und die Leute waren mehr als zufrieden.
Sonst fällt mir gerade leider nicht viel ein zu »ararat« … Sie waren einfach super und lustig drauf und jedes Konzert von denen lohnt sich.
Es war also ein echt schöner Abend. Das Open Air war eine tolle Sache – eine Wiederholung wäre schön. :-)
Stephi
Foto von Stephi
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