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»Ain’tNoBefore« im Interview (2)

4 August 2011 Eingestellt von: Gerhard 256 klicks Keine Kommentare

Band4Teil 2 des Interviews mit Katrin Zimmermann, der Sängerin von Ain’tNoBefore.

Kannst du uns etwas zur Entstehung und der Bedeutung des Bandnamens sagen?

Katrin: Die Band fing als Ulfs Soloprojekt an. Nach und nach sind immer mal wieder Musiker dazu gestoßen und gegangen, nur Jonathan blieb langfristig. Letztes Jahr beschlossen die beiden, dass das anfängliche Soloprojekt zum gleichberechtigten Bandprojekt der beiden werden sollte. Es sollte anders laufen als zuvor, daher „Ain’t No Before“.

Was hat Dich an dieser Band besonders gereizt / Dir gefallen?

Katrin: Ich kam total gut mit Ulf klar, wir haben uns in der Anfangszeit beinahe täglich gesehen und zusammen musiziert und hatten dieselbe Wellenlänge. Außerdem höre ich diese Art Musik selbst sehr gerne, aber es war total schwer, eine Band dieses Genres ohne Sängerin in Osnabrück zu finden.
Beides bewegte mich dann dazu, einzusteigen. Zuvor war ich in zwei anderen Bands, die ich durch das Internet gefunden hatte, aber wenn man sich darin verkrampft, einander zu mögen, weil man es ja muss, kommt am Ende meistens nicht viel dabei rum, weil das Bandklima, meines Erachtens nach, ausschlaggebend für die Produktivität ist. Bei Ulf war es eine total ungezwungene Sympathie – wir unterhielten uns von Anfang an, als würden wir uns schon Jahre kennen, sodass man während Probe-Pausen nicht lautlos nebeneinander gehockt hat und nicht wusste, was man sagen sollte, weil man sich kaum kennt. Mit Jonathan hat es etwas gedauert warm zu werden, aber seit den Aufnahmen im Studio ist das Eis auch gebrochen und wir kommen gut miteinander aus.
Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass, wenn viele sich unbekannte Menschen versuchen, eine Band zu gründen, jeder ein anderes Ziel und eine andere Vorstellung über die Musikrichtung hat. Bei Ain’t No Before wusste ich sofort, was ablief und da es auch meinen Vorstellungen entsprach, war ich sofort dabei.

Band5Wie ist es, so allein unter Männern?

Katrin: Bestens! Gerade weil ich zwei recht geduldige Jungs an meiner Seite habe, komme ich super klar. Wir ergänzen uns menschlich sowie musikalisch und arbeitstechnisch sehr gut – jeder hat seine Rolle.
Ulf plant Konzerte und andere Termine und treibt die Band voran; Jonathan kümmert sich um die Finanzen und ist der Ruhepool der Band; Ich mache das Grafische und bin die laute Göre.
Diese Mischung macht alles sehr unkompliziert, was, glaube ich, unter Mädchen ganz anders aussähe. Ich habe keinen Bock, mich über Frisuren und Schminktipps zu unterhalten, daher ist die Band mit meinen Jungs optimal für mich.

Findest Du, dass Frauen im Musikbusiness unterrepräsentiert sind?

Katrin: Eigentlich nicht… Also mir fallen spontan einige Musikerinnen und Bands, an deren Front eine Frau steht, ein. Außerdem leben wir im 21. Jahrhundert, ich finde, dass die Emanzipation der Frauen abgeschlossen und in unserer Gesellschaft kein Thema mehr ist. Wenn es im Musikbusiness weniger Frauen gibt, denke ich nicht, dass es daran liegt, dass wir noch immer untergebuttert werden, sondern vielleicht daran, dass das Publikum momentan eben eher männliche Stimmen hören möchte oder weil Frauen sich weniger fürs Musikmachen interessieren – und beides sind legitime Gründe, mit denen man leben kann und leben muss. Musik ist eben ein Prozess, der sich zufällig und nach Geschmack entwickelt und über den lässt sich ja bekanntlich streiten, sodass, falls es weniger Frauen in der Musik gibt, es keinen Grund gibt, in Panik zu verfallen.
Ich jedenfalls sehe keinen Anlass, sich zu beschweren und höre sowohl Männer als auch Frauen gerne Musik machen.

Oft werden Bands vom Stil oder Inhalt her mit anderen verglichen. „Das klingt wie …“ heißt es dann zum Beispiel. – Stört Dich das eher oder kannst du damit leben?

Katrin: Ach Quatsch! Ist doch in Ordnung, wenn man einen ähnlichen Klang wie eine andere Band hat – es ist nun mal schwer, etwas komplett Innovatives zu erfinden, dazu benötigt es schon einen Kurt Cobain, einen Elvis Presley oder die Beatles – und mit denen können wir uns noch nicht ganz auf eine Ebene stellen (lächelt).
Also von daher bedeutet so ein Vergleich doch, dass sich da jemand mit unserer Musik auseinander gesetzt hat, ist doch super!

Kate5In einem Song singst Du: „Once in a while I think about you. Once in a while I can’t believe it’s true. Once in a while I’m crying cause of all and cause of you.” – Sind das nur die Gedanken von Ulf oder stecken da auch eigene Erfahrungen dahinter?

Katrin: In erster Linie sind es Ulfs Gedanken, da er den Text geschrieben hat. Ich kann mich aber sehr gut mit ihm identifizieren! Dieses Gefühl kennt sicher jeder, wenn eine wichtige Person aus dem eigenen Leben verschwindet, aber man einfach nicht mit der gemeinsamen Zeit abschließen kann, weil zu viele schöne Erinnerungen daran hängen.
Mich persönlich erinnert das Lied daran, wie ich mich in meinen damaligen besten Freund verliebt habe und er dann plötzlich den Kontakt abbrach, als er es erfahren hat, weil er nicht mit der Situation umgehen konnte. Das war eine total schwierige Zeit, weil ich Liebe und besten Freund zugleich verloren habe. Ich habe mich oft total einsam gefühlt und hatte keine Lust zu gar nichts mehr.

Gibt es etwas, das Du den Lesern von “Musik für uns” sonst gerne noch sagen willst?

Katrin: Ja, also vielen Dank fürs Interesse und Lesen, ich hoffe ich konnte gute Impressionen von unserer Band vermitteln und ihr seid natürlich auf jedem unserer Konzerte herzlich willkommen.
Und auch ein großes Dankeschön für das tolle Interview an Musik für uns.

Vielen Dank für das Gespräch!

Alle Fotos von Ain’tNoBefore.

Mehr zu »Ain’tNoBefore« gibt es hier:

www.aintnobefore.de

www.facebook.de/aintnobefore

www.myspace.de/aintnobefore

Hinweis: »Ain’tNoBefore« tritt in nächster Zeit hier auf:

06. August – Hamburg – Mobile Blues Club
20. August – Leer – Grand Cafe
16. September – Buer – Kulturwerkstatt
08. Oktober – Schwelm – Cafe Adler
22.Oktober – Lübeck – Blauer Engel
05. November – Gelsenkirchen – Oisin Kelly Gallery
20. Januar – Pirmasens – Pünktchen und Anton
27. Januar – Osnabrück – Café Mojo
04. Februar – Berlin – Café Tasso

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