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Chasing Flame Audio Production – Jürgen Rittinger Interview (2)

20 August 2009 Eingestellt von: Gerhard 339 klicks 2 Kommentare

Chasing Flame Audio Production 018Musikalische Vorbilder sind:

Musikalische Vorbilder – das ist ja erst die fünfte oder sechste Frage – um Himmels Willen! Also, musikalische Vorbilder gibt’s einen Haufen! Und nicht nur aus einem Genre, von dem her… Die größten waren für mich immer Toto, weil das einfach Mords die genialen Musiker sind. Und da stehe ich einfach voll drauf. Die waren eigentlich schon immer – seit ich angefangen hab, richtig Musik zu machen – waren das immer so für mich die Leute, zu denen ich ein bisschen aufgeschaut habe. Marcus Miller ist ein unglaublicher Bassist. Victor Wooten. genauso. Motown – also alles, was Motown ist – vor allem die älteren Sachen. Vor allem Jackson Five und so Zeugs, diese Ära. Die Funk Brothers, alles, was diese Band gespielt hat, finde ich unglaublich gut. Van Morrison finde ich klasse. The Paperboys, das ist die Band, mit der ich getourt bin letztes Jahr, finde ich sehr cool. Und noch viele, viele andere…

Meine Hobbys sind:

Schwierig zu sagen – ich hab mein Hobby zum Beruf gemacht! (Lacht) Ich guck ab und zu mal gerne einen Film, wenn ich Zeit habe. Zurzeit hab ich mehr Zeit, manchmal habe ich gar keine Zeit. Aber wenn ich Zeit habe, dann gucke ich mir nen Film an – oder ich geh gern mit freunden weg, mal was essen. Leute besuchen, die weiter weg wohnen, so Sachen dann.

Chasing Flame Audio Production 019Wenn ich zum Essen eingeladen werde, wähle ich:

Man sagt mir nach, dass wenn ich mal heirate, würde es Zwiebelrostbraten zum Essen geben. Weil ich’s mag! (Lacht) Also Zwiebelrostbraten würde ich definitiv wählen. Oder ein gutes Steak.

Beim Trinken sage ich nicht nein zu:

Ach, ich trinke mal gerne ein Hefeweizen.

Im Kino / TV schaue ich gerne:

Fernsehen guck ich eigentlich gar nicht. Also wenn, dann will ich das gerne auswählen, was ich sehe. Ich guck sehr gerne Filme. Definitiv. Der letzte Film, den ich im Kino gesehen habe, war glaube ich Star Trek, der neue. Ich war im Juni einen Monat in Kanada drüben und hab ihn dort im Kino gesehen. Ich guck ganz gern so Action-Zeug, wenn es nicht zu brutal ist. Also wenn es jetzt nicht so voll blutig ist und so, das mag ich nicht.

Im Radio / von CD höre ich gerne:

Ich hab nen dicken I-Pod. Und da höre ich eigentlich alles gern, was drauf ist. (Lacht) Ich arbeite in einer Firma, da läuft immer das Radio. SWR3 – und da gefällt mir vielleicht 0,2% von dem, was kommt. Also da stehe ich nicht so drauf. Ich mag einfach gute Musik, sagen wir mal, die nicht zum Vermarkten produziert ist, sonder wo man merkt, dass da noch Herz und Seele dahinter ist. Und davon gibt’s leider im Radio sehr wenig, finde ich. Deswegen gefällt mir das nicht. Das sind alles so Sternchen oder so, da merkst du, die haben eigentlich gar kein Talent. Außer, dass man sie eben hoch gezüchtet hat und das vermarktet hat. Und das hat mit Musik nichts zu tun.

Chasing Flame Audio Production 021Bist du nach irgendetwas süchtig? (Alkohol, Nikotin, Schokolade, Internet…)

Hm, das ist ja immer so: Man sagt ja, wenn jemand süchtig ist, dann wird er es nicht zugeben. – Also das ist jetzt ein bisschen schwierig! Ich rauche ganz gerne mal Zigarillos und so. Also nicht dauernd, aber… Ich weiß nicht, ob das eine Sucht ist. (Lacht) Wenn ich hier mal was mische oder so und dann ne Pause brauche, weil irgendwann sind die Ohren auch mal so zu, dass du Sachen nicht mehr hörst, dann rauche ich ein Zigarillo, denn das sind dann 20 Minuten. Das ist ganz geschickt so.

Bei welchem historischen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen?

Ich glaube bei der Reformation. Weil ich halt Christ bin und ich das voll gewaltig finde, dass plötzlich das Wort Gottes für alle zugänglich war. Es waren zwar ein paar Reformatoren, aber es war Luther, der gesagt hat: Man muss dem Volk aufs Maul schauen und die brauchen das Wort Gottes. Und der dafür eingestanden ist und sich von Gott hat führen lassen. Das fand ich gewaltig. Ich denke, da wäre ich echt gerne dabei gewesen. Ich hätte das gern miterlebt.

Mein(e) Oma/Opa/Mama/Papa/Tante/Onkel/Schwester/Bruder/…/ sagte einmal:

Mark Eberspächer, der bei White Rose Schlagzeug gespielt hat, – mit dem habe ich in einigen Bands gespielt -  sagte einmal: „Nimm nicht so viel ab, sonst groovt’s nimmer!“ Ich hab da Bass gespielt. (Gelächter)

Chasing Flame Audio Production 023Den Fans möchte ich noch sagen:

Also, Fans habe ich keine. Will ich auch glaube ich keine unbedingt. Wenn ich aber jetzt irgendetwas über Aufnahmen und so sagen würde, dann würde ich sagen: Lasst das Leben in der Musik! Weil bei so vielen Produktionen, die ich höre, ist alles so tausendprozentig drauf geschnitten, alles genau quantisiert, jede einzelne Note vom Gesang wurde nachkorrigiert, Tonhöhen korrigiert – und viel vom Charakter der Stimme eines Sängers kommt davon, wie er die Töne zieht. Und das ist alles platt gewalzt. Das ist alles zu Tode komprimiert. Es ist laut gemacht – „Jeder, der laut ist, ist gut“ – die ganze Dynamik ist aus der Musik raus, es gibt nimmer laut und nicht mehr leise, weil alles laut ist! Und ich empfinde es einfach so: Bei so vielen Produktionen ist das Leben aus der Musik raus, weil man alles nur noch laut machen will. Und alles nur ganz genau machen will. – Wenn man nicht nach jedem Song eine Gitarre stimmt, ist sie vielleicht ein bisschen verstimmt, aber dafür hat der Sänger auch ein bisschen mehr Platz zum singen. Das hört sich vielleicht auch gut an. Das war nämlich früher mal so. Das ist mir ein Anliegen, auch bei den Sachen, die ich mache, dass das Leben in der Musik bleibt und dass, wenn du dir das anhörst, du denkst: Ja, da sind wirklich Menschen dahinter – und es ist jetzt nicht irgendwas, das man halt völlig glatt gebügelt hat, bloß weil sich das besser verkauft.

Vielen Dank für alle Auskünfte!

Zu den Fragen zum Tonstudio geht es – hier.

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2 Kommentare »

  • Micha schreibt:

    “Lasst das Leben in der Musik!”
    Das unterstreich ich vollkommen – gutes Schlusswort!

  • Gerhard (author) schreibt:

    Dieser Satz ist mir auch sehr positiv aufgefallen!

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