Chasing Flame Audio Production – Jürgen Rittinger Interview (1)
20 August 2009 Eingestellt von: Gerhard 502 klicks Ein Kommentar
Kontakt: info@chasingflame.com oder fidel_basstro@chasingflame.com
Page: http://www.myspace.com/chasingflame
Bei Tonstudio-Betreiber Jürgen Rittinger aus Neuffen handelt es sich um ein früheres Bandmitglied (Keyboarder) von „White Rose“, der Band, zu der man in unserer „Nostalgie“-Ecke etwas finden kann.
Name, Vorname, Nickname:
Name: Rittinger, Vorname: Jürgen. Nicknames gibt’s nen Haufen, aber es hat sich keiner durchgesetzt.
Alter, Wohnort, Beruf bzw. Ausbildung:
Ich bin 30 seit diesem Jahr. Jetzt bin ich auch mal Ü-30, das ist auch nicht schlecht. Mein Wohnort ist zurzeit Neuffen. Berufe bzw. Ausbildungen gibt’s einige. Als erstes habe ich Industrie-Elektroniker gelernt in Frickenhausen. Ich war ein paar Jahre dort, bin dann aber an eine Bibelschule und hab dort sechs Monate Bibelschule gemacht. Danach war ich drei Jahre lang vollzeitlich in der Jugendarbeit tätig. Dann bin ich nach Kanada und hab dort ne Ausbildung zum Tontechniker gemacht. Ich hab dort Musikproduktion und Tontechnik studiert. Zurzeit arbeite ich freiberuflich, dann mache ich Montagearbeiten, dann habe ich das Tonstudio hier, dann mache ich Übersetzungsarbeiten für Firmen. Da geht es um Datenblätter im Audiobereich, die ich vom Deutschen ins Englische übersetze. Ich unterrichte Klavier und E-Bass, ich spiele ab und zu mal, mache Jobs, spiele E-Bass oder Keyboard. Einfach alles, was so kommt. Ich mache auch ein bisschen Entwicklung für eine kanadische Firma, da werden Mikrofone entwickelt. Da bin ich ein bisschen mit dabei und mache da ein paar Sachen. Einfach, was so kommt.
Frühere Bands, an denen ich beteiligt war:
Ich hab mit Zwölf angefangen in Bands zu spielen. Das war die Schülerband der Realschule Neuffen, die nannte sich „Jazz & Pop AG“. Das war richtig gut, hat echt Spaß gemacht. Und die Musik war auch gut, das war richtig cool. Wir haben auch einen coolen Lehrer gehabt, der hatte das echt im Griff. Dann habe ich den Mark Eberspächer kennen gelernt, der spielt Schlagzeug. Wir haben mit Tobias Beck zusammen mit 14, 15 eine Band gegründet. Wir hatten keinen Namen, haben uns immer samstags getroffen und immer sechs bis acht Stunden ein Lick gespielt. Jede Woche – nichts anderes! Die Nachbarn sind wahrscheinlich völlig abgedreht. Das waren so die Anfänge. Und dann ging es eben los mit „White Rose“, wo ich dann so zehn Jahre lang oder so dabei war. Da gab es dann auch einige Konzerte, eine Single – und zwischendurch habe ich noch in nem Haufen anderer Bands gespielt, hier lokal. Ich hab einfach viele Leute am Klavier begleitet, hab Sessions gespielt. In so ner Partyband hab ich auch mal gespielt, so Tanzmusik. Da war man eigentlich jede Woche unterwegs. Dann waren da noch viele Projekte, ich kann das gar nicht mehr alles aufzählen. In Jazzbands hab ich mal gespielt – alles Mögliche!
Musikalischer Werdegang:
Meine Eltern haben früh festgestellt, dass ich die Songs, die im Radio kamen, auf dem Xylophon nachgespielt habe – als ich noch recht klein war. Mit Vier oder Fünf haben sie mir dann ein Akkordeon gekauft und ich hab angefangen, Unterricht zu nehmen. Ein Verwandter kam immer vorbei und hat mich unterrichtet. Ich hab da fünf Jahre Unterricht genommen, dann war ich Elf oder Zwölf. Dann bin ich zu Wolfgang Sperl (damals Keyboarder von SCHULZE), von dem hieß es, er sei ein guter Lehrer und so, ich bin dann hin und hab gesagt: „Hallo, ich möchte mal in ner Band spielen – kannst Du mir das beibringen?“ Ich wollte eigentlich Keyboard lernen, also: Die linke Hand spielt die Akkorde und den Rhythmus, die rechte Hand die Melodie. Er hat dann gesagt: „Aber das kannst Du vergessen mit Keyboard, das bringt nichts, da musst Du Klavier lernen! – Ich kann Dir das beibringen, wie man in Bands spielt.“ Der hat das sehr ernst genommen und hat mir von Anfang an sehr, sehr viel beigebracht über Groove und so Sachen. Und wie man halt in Bands spielt. Und dann ging es eben los mit verschiedenen Bands und allem Möglichen. White Rose war da das Hauptding. Ich bin dann an die Bibelschule Bodenseehof in Fischbach. Musik ist da sehr wichtig. Ich hab da eigentlich viel Musik gemacht. Da kommen immer ganz, ganz viele Leute. Es gibt nen regen Publikumsverkehr aus Nordamerika, da hab ich auch den Mike Edel kennen gelernt. Chris Farney zum Beispiel, der Studio-Drummer ist in Nashville und der in dem Haus wohnt, wo die Drums aufgenommen werden für große christliche Acts. Der kennt den Typen, der das macht, ist ein super Drummer – mit dem hab ich gejammt. Die Musik stand eigentlich nicht im Vordergrund, da gab es andere Sachen. Aber es gab trotzdem viel Musik. Als ich an der Bibelschule aufgehört hatte, hab ich dort noch gewohnt und gearbeitet, hab in einer Jazz-Band gespielt und angefangen, Unterricht zu nehmen. Ich wollte eigentlich Jugendarbeit machen die ganze Zeit. Ich dachte, das wäre so mein Ding. Ich hab dann aber gemerkt, das ist gar nicht so – und dann kam eben wieder die Musik auf den Tisch. Ich wollte dann aufhören mit meinem Job und anfangen, in der Gegend Bass zu spielen, weil ich einen Lehrer hatte, der da ziemlich drin war und gemeint hat, er könne mir da irgendwie helfen.
Dann kam das Thema auf mit Tontechnik studieren. Ich hab mir überlegt, ob ich dazu nach Nashville gehe, weil der Chris dort wohnt. Ich hab bei der Uni angerufen, das Studium kostet dort aber 120.000 Dollar. Das (Geld) saß dann doch nicht so locker bei mir. (Lacht) Nee, das Problem war: Ich durfte da nicht arbeiten. Und Stipendien gibt es nicht für Ausländer – von dem her war das dann „gschwätzt“ (heißt so viel wie: erledigt)! Dann hat mein Kumpel gemeint: „Guck doch einfach mal in Kanada! Da ist es billiger“ Ich hab dann in Kanada geguckt und hab dann die Schule gefunden in Winnipeg. „Mid-Ocean School of Media Arts“ heißt die. Ich hab dann gesehen, dass die in einem halben Jahr das abdecken, was andere Schulen in ein bis zwei Jahren abdecken. Und das zum Preis von einem halben Jahr. Ich hab mich dann dort beworben, wurde genommen – und hab dort dann auch sehr viel gearbeitet, Geld gespart – und bin dann hin. Und das war dann ein halbes Jahr lang jeden Tag acht Stunden Vollgas. Also acht Stunden Unterricht, dann gehst du heim und lernst noch mal… Weil da ab der zweiten Woche die Tests losgehen. Alles eben sehr intensiv. Die haben mir alles beigebracht als Grundlage, was ich brauche für mein restliches Leben, um Musik zu produzieren. Das Meiste war Studio. Von über 700 Stunden Unterricht waren vielleicht zehn Stunden „Live-Sound“. Der Rest war nur Studio. Wir haben alles gemacht, von verschiedenen Aufnahmen – also Jazz-Aufnahmen ganz puristisch, nur mit Mikrofonen, Mikrofon-Auswahl, Aufstellung – über Rock-Bands, über Sprachaufnahmen, über irgendwelche Folk-Bands – alles Mögliche. Wir haben auch Werbe-Jingles produziert fürs Radio, wo man selber die Musik schreiben musste, wir mussten auch selber Texte schreiben. Wir mussten auch einen Film komplett vertonen – also nicht nur die Musik machen, sondern auch die Effekte dazu. Sprache auch, ja genau. Das war alles sehr vielfältig und sehr interessant. Ich hab da wirklich sehr viel gelernt. Das war so mein Lehr-Stübchen. Seit ich zurück bin seit letztem Jahr im März bin ich hier im Studio. Viel Arrangieren, Aufnehmen, ab und zu mal ein Gig. Leider nicht so oft – das könnte öfter sein! Wünsche ich mir eigentlich.
Zum zweiten Teil des Interviews geht es – hier.





hallo jürgen…
ich habe nur eine klitze kleine frage suche schon sooo lange eine arbeitsstelle in Winnepeg/canada.
vin Beruf bin ich Arzthelferin und suche was neues…
Weißt du vielleicht wie ich zu einem JOB in Winnepeg komme?
Bin mir für keine arbeit zu schade!!!
in meiner Gemeinde die ich besuche arbeite ich mit der Jungschar zusammen.
Hab schon mal überlegt Bibelschule aber mein englisch ist nicht soooo god :)
lg Irina aus Ruppichteroth/Germany
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