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Chasing Flame Audio Production – Fragen zum Tonstudio (2)

21 August 2009 Eingestellt von: Gerhard 223 klicks Keine Kommentare

Chasing Flame Audio Production 029

Dein Equipment?

Ich hab sehr wenig Equipment. Ich hätte gerne mehr, aber ich kann’s mir nicht leisten (lacht). Aber eines der Dinge, die ich gelernt habe in der Schule in Kanada, ist, dass man mit dem richtigen Ohr und wenig Equipment auch sehr gute Ergebnisse erzielen kann. Das versuche ich hier zu machen. Ich hab jetzt dieses Jahr vier Mikrophone eingekauft. Ansonsten leihe ich mir Sachen vom Timo oder so. Also ich gucke, dass ich gute Mikrophone hab, weil das der Beginn der Signalkette ist. Da fängt’s an. Ich gehe dann direkt rein in meine externe Soundkarte, meine A/D-Wandler hier. Das ist einmal ein Motu 896 HD, das sind acht Kanäle. Und noch mal ein Motu 828 MK1, das sind noch mal acht Kanäle. Ich hab also 16 Kanäle insgesamt und kann ganze Bands gleichzeitig aufnehmen, kein Problem. Von dort gehe ich direkt rein in meinen Rechner. Auf dem Rechner habe ich Cakewalk Sonar Producer Edition. Das ist ein Audio-Bearbeitungsprogramm, mit dem ich alles machen kann. Bei mir läuft alles über Plug-Ins. Für Gesangsaufnahmen hab ich einen SPL Channel One Mikrophon Vorverstärker, und Drawmer Kompressor hänge ich da manchmal rein. Ansonsten mache ich eben alles im Rechner. Da habe ich noch Native Instruments Guitar Rig drin. Dann sehr gute Pianosamples bei Native Instruments Acoustic Piano. Dann habe ich noch Reason IV mit sämtlichen Refills. Das ist eigentlich eine gigantische Sound-Datenbank, da kann man so ziemlich alles mit machen, was man möchte. Da gibt’s alles an Synthesizern und Zeug. Ich hätte gerne noch ein paar Outboard-Sachen, ein paar gute Kompressoren und so und noch ein paar gute Mikrophone, aber da schauen wir mal. Das kommt irgendwann auch noch. – Bei mir ist das minimalistisch.

Chasing Flame Audio Production 025Anzahl und Funktion der Räume:

Es gibt nur einen Raum für die Bands oder Solokünstler, da wird alles drin aufgenommen. Und hier den Regie-Raum. Ich werde noch so ein paar Gobos bauen, das sind so Holzpaletten, die man dann verstellen kann. Auf die eine Seite kommt Dämm-Material drauf, damit es den Schall schluckt, auf der anderen Seite ist dann Holz, damit es den Schall reflektiert. Man kann den Klang des Instruments ändern, indem man die reflektierende Seite der Gobos zum Instrument hin stellt. Wenn man den Abstand vergrößert oder verkleinert, ändert man die Zeit, in der die frühen Reflexionen des Instruments auftreten und kann dadurch verschiedene Sounds kreieren.

Chasing Flame Audio Production 008Wie und wo werden Deine Produktionen weiter verarbeitet?

Ich mache eigentlich soweit alles selber. Von A bis Z. Gerade jetzt bei „For me and my Sons“: Was ich von ihm bekommen habe, war eine Gesangs- und eine Klavierspur. Und ich hab das genommen und hab ne ganze Band draus gemacht. Das heißt, ich hab alles arrangiert. Ich hab sämtliche Instrumente eingespielt, außer den Gitarren, das kann ich nicht. Das Schlagzeug habe ich für seine Songs programmiert. Aber ich nehme Schlagzeug auch „richtig“ auf. Ich hab von da bis zum Mischen und bis zum letzten Schliff alles selber gemacht. Man kriegt bei mir „Alles in Einem“. Obwohl bei mir inzwischen auch die Überlegung kommt, ob ich dann Sachen zum Mischen mal weg gebe. Wenn das Budget da ist, vom Künstler her. Wenn du das Zeug so lang hörst, dann hörst du die Sachen nicht mehr, die nicht stimmen. Ich habe in Kanada einen der Leute, die mich da unterrichtet haben. Der ist ein sehr erfolgreicher Produzent und auch ein super Mischer. Ich überlege, ob ich ihm mal was gebe, weil der da Sachen macht – der kann da dann neutral rangehen. Aber bisher mache ich soweit alles selber – bei mir kann man alles kriegen! Von Songwriting, Arrangement bis zum fertigen Song.

Hast Du irgendwelche Schwerpunkte (Bands / Solo / Chöre…)?

Nö, das gibt’s bei mir nicht. Egal, ob das Hip Hop ist oder Rock oder Pop oder Jazz… Oh, ich hab letztes Jahr einen Kinderchor hier gehabt! 40 Kids hier drin – das war witzig! (Lacht) Der Riesen Vorteil, den ich durch meine Ausbildung habe, ist der, dass ich nicht zum „Fachidioten“ ausgebildet wurde. Ich sage nicht: „Oh, ich mache jetzt nur Rock! Dann habe ich meine Einstellungen, die nehme ich immer. Dann klicke ich nur noch mit meinem Mäuschen und dann tut das alles“. Sondern ich bin so ausgebildet worden, meine Ohren zu benutzen, denn jedes Genre muss man anders mischen, jedes Genre hat andere Schwerpunkte. Ob das bei mir jetzt ne Hardrock-Band ist oder ne Jazz-Band – das geht alles! Da habe ich auch schon alles Mögliche gemacht.

Chasing Flame Audio Production 009Machst Du selbst noch öffentlich Musik?

Ich würde gerne mehr öffentliche Musik machen. Dadurch, dass ich wieder nach Kanada will und auf meine Arbeitserlaubnis warte – ich hab ne Stelle als Lehrer an dem College, an dem ich studiert habe – ist das aber immer so ne Sache, weil ich eigentlich nicht in einer Band anfangen kann und dann sagen: „Tja, ich geh jetzt halt!“ Das ist schon ein bisschen blöd. Ich würde schon sehr gerne wieder mehr live spielen. Ich nehme auch wieder Unterricht. Ich spiele im Studio eigentlich so ziemlich alles hier. Mit Mike Edel bin ich letztes Jahr ein bisschen getourt. Wir haben ein paar Bars abgeklappert und so, das war ganz witzig. Und ab und zu spiele ich am Bodenseehof, wenn die Konzerte haben. Aber ich würde echt gerne wieder richtig raus und spielen, weil das fehlt mir voll.

Hast Du noch Kapazitäten frei für neue Tonstudio-Projekte?

Ja, immer!

Möchtest Du den Lesern sonst noch etwas sagen in Bezug auf das Studio?

Kommt einfach vorbei und schaut’s euch an – und dann reden wir.

Vielen Dank für alle Antworten!

Zum Artikel “Was bedeutet Chasing Flame?” geht es – hier.

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