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Chasing Flame Audio Production – Fragen zum Tonstudio (1)

21 August 2009 Eingestellt von: Gerhard 328 klicks Keine Kommentare

Kontakt: info@chasingflame.com oder fidel_basstro@chasingflame.com

Page: http://www.myspace.com/chasingflame

Chasing Flame Audio Production 010Was ist bei Dir musikalisch passiert seit „White Rose“?

2003 bin ich an den Bodeseehof nach Friedrichshafen gezogen. Das war vor sechs Jahren. Dort war ich auch auf ner Bibelschule für ein halbes Jahr. Das war auch mein endgültiger Ausstieg bei White Rose. Insgesamt war ich fast vier Jahre am Bodensee. Und hab eben nach meiner Bibelschulzeit dort Jugendarbeit gemacht. Da kommen sehr viele Leute durch und da es eine Bibelschule ist, liegt der Schwerpunkt auf Bibelunterricht und Predigen, aber die Musik ist dort ein sehr wichtiges Element. Da waren auch viele Musiker dabei, auch Leute die professionell Musik machen. Mike Edel zum Beispiel. – Mit dem hast Du doch auch ein Interview gemacht letztes Jahr?

Gerhard: Ja. (Und man kann es auf Musik für uns in zwei Sprachen nachlesen!)

Jürgen Rittinger: Weiterhin gibt es den Chris Farney und ein paar andere Mitarbeiter, die jetzt dort sind und super Musiker sind. Viel von dem Dienst beim Bodenseehof basiert auf Musik. Weil da einfach viele Leute kommen, gibt es auch viel Predigt und so, aber Musik ist so ein Element dort. Mit dem Andy MacDonald, der dort auch Mitarbeiter ist, habe ich schon aufgenommen, mit dem mache ich gerade eine EP. Der ist auch ein super Gitarrist und Sänger. Ich hab gespielt mit Steve Volle, auch ein Gitarrist. Ich hab dann aufgehört, dort zu arbeiten am Bodenseehof und hab dann einen „normalen“ Job wieder gehabt als Elektroniker für zehn Monate. Ich hab in dieser Zeit dort in einer Jazz-Band gespielt. Ich hab wieder angefangen, Unterricht zu nehmen – einfach wieder ein bisschen „Rost abkratzen“ und so – und hab dann einfach gemerkt: Ich hab jetzt keinen Bock mehr auf einen normalen Beruf, ich will jetzt Musik machen! Und dann kam eben das Ganze auf mit Kanada. Und ich denke, das geht dann in die nächste Frage mit rein…

Chasing Flame Audio Production 013Wie bist Du auf die Idee gekommen, ein Tonstudio zu betreiben?

Das war dann nach vielem Überlegen und Gucken und so – da war mir klar: Ich gehe nach Kanada und werde dort Musikproduktion und Tontechnik studieren. Als ich dann zurückgekommen bin nach Deutschland, hat Christoph Rehm, ein guter Freund von mir, den ich schon einige Jahre kenne und dem das Studio hier gehört, gesagt: „Das steht hier leer. Wir haben das damals gebaut vor 17 Jahren, das war die Band „Sam“ damals, das steht leer – und wenn du willst, kannst du da rein!“ Und das war für mich natürlich so dieses „Boah!“, denn genau das wollte ich ja machen, nicht? Und seither bin ich hier drin. Die Idee, ein Tonstudio zu betreiben, war etwas, das ich schon immer machen wollte und als ich dann in der Schule (in Kanada) war – die Schule ist ja ein Studio, da sind sogar drei Studios drin und Klassenräume und so – hab ich den ganzen Tag nichts anderes gemacht. Ich war jeden Tag acht bis zehn Stunden im Studio. Und ich hab mir gesagt: Ich will eigentlich nicht mehr raus, ich will das weiter machen! Von dem her war das dann eigentlich schon klar, (dass ich das Angebot annehme).

Seit wann gibt es das Studio schon?

Gebaut wurde das vor 17 oder 18 Jahren. Das war die Band „SAM“ damals. Timo Kentner hat bei SAM als Mischer angefangen und das war seine erste Band. Er ist sicher auch ein Begriff, der zum Beispiel bei Crushead zweiter Mischer war und bei Normal Generation war er der erste Mischer, nulltarif macht er auch manchmal. Und er war auch Ausschlag gebend beim Bauen (des Studios) und so. Die haben damals einen ganzen Haufen Kohle hinein gesteckt und haben die Scheune hier ausgebaut. Hier hat Sam auch ihre letzte Single aufgenommen, bevor sie sich aufgelöst haben. Sie haben auch andern Bands angeboten, hier Demos aufzunehmen. Aber das hat sich nach der Bandauflösung sehr schnell zerschlagen und seither stand das Ding leer.

Chasing Flame Audio Production 016Wen hast Du schon betreut (Aufnahmen gemacht)?

Das ist ne Riesen-Liste! Beathoven, da hab ich mal Demos aufgenommen. Jedes Jahr kommt ein Singteam vom Bodenseehof zu mir, mit denen nehme ich zehn bis zwölf Lieder auf und mach ne CD. Die Band „Besides“ war bei mir, da hab ich ne Demo aufgenommen. Die Band „Torn“ aus dem Hessischen – denen hab ich ne Demo gemischt. John Pittman Trio, John Pittman Quartett, das ist ein kanadischer Jazz-Musiker, den kann man sich im Internet angucken, da ist der recht fett dabei. Hollywood Pinup, eine Band aus Winnipeg. Tyler del Pino, ein Musiker aus Winnipeg. Beim Winnipeg Jazz Orchestra hab ich bei den Aufnahmen assistiert. Das ist die einzige Bigband in Kanada, die nur aus Profi-Musikern besteht. Das gibt es eigentlich nur in großen Städten wie Chicago in den USA. Das gibt es sonst fast nicht. Aber Winnipeg hat das – da gibt’s ne Riesen Jazz-Szene. Und da durfte ich assistieren – das war echt gigantisch da! Der Saxophonist von Michael Bolton spielt da und so Leute. Das war schon irre! – Film-Musik hab ich gemacht. Sprachaufnahmen. Den deutschen Nachwuchskünstler „For me and my Sons“ habe ich produziert, da ist jetzt die EP raus seit letztem Monat. Andy MacDonald gehört dazu. Die Band „Adopted“ ist gerade bei mir. Die machen so Worship-Sachen. Thomas Geiger, der so Songwriter mäßig was macht, mit dem fange ich jetzt an. Lilly Among Thorns war bei mir. Die Bands Return und White Rose (lacht, weil die jetzt pausieren oder gar nicht mehr existieren). Mit den „Paperboys“ (FOH) war ich drei Monate auf Tour letztes Jahr. Ich hab für die den Live-Sound gemacht und ab und zu ein bisschen Bass gespielt. Das ist eine der renommiertesten Folk-Bands weltweit. Die haben einige kanadische Grammies gewonnen, spielen 200 Gigs im Jahr – die sind also richtig, richtig gut dabei! Hoffentlich darf ich dieses Jahr wieder mit, wenn sie im September kommen – das wäre cool! Glenn Kaiser (FOH) hab ich gemixt und verschiedene Live-Sachen und Stehlampenrock-Sachen wie Open Skys auf dem Hohenneuffen. Live-Sound ist zwar nicht so mein Ding, aber ich kann’s auch und mach das auch mal ab und zu. Bloß ich will halt nicht für ne Umzugsfirma schaffen und dann noch ein bissle am Fader rumspielen. (Lacht) Du musst halt den ganzen Tag Zeug rumschleppen. Bei den Paperboys (FOH) ist das voll cool, denn da gibt es Verträge und so. Da fährst du mit dem Bussle vor, gehst rein und kannst mischen, da ist schon alles aufgebaut! Die machen da alles für dich – und das ist dann anders.

Chasing Flame Audio Production 017Wer ist zurzeit dran (bzw. in nächster Zeit)?

Lilly (Among Thorns) habe ich gerade fertig gemacht. Lilly und Achim (Stadelmaier, bürgerlicher Name für „For me and my Sons“) haben ein Duett gemacht. Die Band „Adopted“ kommt gerade. Die sind alle im Urlaub, müssten aber demnächst dann wieder antanzen. Thomas Geiger wird jetzt irgendwann im August anfangen. Er schreibt Songs mit Texten, die dich echt zum Nachdenken anregen. Er hat mir mal ne Kassette gegeben mit Konzert-Aufnahmen von sich. Da hab ich gedacht, ich höre mir heute Abend mal zwei Songs an, morgen wieder zwei Songs und so weiter – aber ich hab das dann auf einmal ganz anhören müssen, denn die Texte ziehen dich so in ihren Bann. Er erzählt dir eine Geschichte, und zwar so geschickt, da passiert einfach was. So cool! Er hat damals viele Konzerte gespielt und wollte eigentlich schon immer was machen, aber er hat nie ne Möglichkeit gehabt, weil es immer so war, dass, wenn er gespielt hat, waren die Leute immer wie gebannt – und das merkst du auch richtig! So hat er immer gedacht, er sollte was machen, aber das hat nie geklappt. Aber jetzt, sagt er, ist die Zeit für ihn reif und er möchte seine Songs aufnehmen und unter die Leute bringen. –  Eine Jazz-Band wollte auch diesen Sommer noch kommen. Mit weiteren Leuten bin ich im Gespräch.

Zum zweiten Teil der Fragen zum Tonstudio geht es – hier.

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