Ohrange: Locker vom Hocker – CD-Rezension
20 März 2010 Eingestellt von: Gerhard 271 klicks Keine Kommentare
Ohrange – Das ist hausgemachter Akustik-Deutsch-Pop aus Regensburg. Und der Name ist Programm: O(h)range holen mit ihrer Musik den Sommer in die Wohnzimmer – auch wenn draußen gerade Schnee liegt. Sommer, Sonne, Musik und „Locker vom Hocker“ = Perfekt.
Die CD des Akustik-Duos Ohrange (Manulo mit Gitarre & Gesang und Sidl am Cajon und anderen rhythmischen Instrumenten), das seine Musik gerne auch als „eine akustischen Mischung aus alternativem SingerSongwriter Hippie-Reggae-Surffolkpop“ bezeichnet, besteht aus insgesamt sechs Songs. Es handelt sich nicht um perfekte Song-Aufnahmen, was aber nicht sonderlich stört – denn die Aussagen kommen trotzdem gut rüber und es ist einfache, gechillte und lockere Mucke, die einen, wenn man gerade in seinem Zimmer hockt und die Heizung mal wieder ausgefallen ist, von Sonne, Meer, Strand und Palmen träumen lässt. Und dazu noch ein Cocktail – mit Orange – und perfekt ist der Sommer. Zumindest im Kopf.
Der erste Song auf der CD ist „Vogelfrei“. „Kleiner Vogel, bitte nimm mich an die Hand. Komm lass uns fliegen, in ein unbekanntes Land. Spann deine Flügel, die Freiheit scheint nicht fern. (…).“ Es geht um ein unbeschwertes, freies Leben. Einfach fort fliegen zu können, wenn man es an dem Ort, an dem man gerade ist, nicht mehr so richtig aushält. Den passenden Backgroundgesang dazu liefert Sarah Schuster.
Der zweite Song, „Du selbst“, handelt von einer Alltagssituation, wie sie viele von uns kennen: Man will manche Leute gerne ansprechen und einfach mit ihnen reden, aber man schafft es nicht über seinen Schatten zu springen, einfach auf die Person zuzugehen und mit ihr zu „labern“. „Scheu dich nicht, komm einfach auf uns zu. Man wird dir doch nichts Böses tun. Oder denkst du …? Denk nicht lange nach, lass Taten sprechen.“ Kennen wahrscheinlich viele auf die eine oder andere Weise. Leichter gesagt als getan: Sich einfach zu trauen, jemanden anzusprechen und nicht lange drüber nachzudenken. Und trotzdem denkt man dann viel zu lange drüber nach.
Weiter geht es im Song dann noch darum, dass man einfach zu seiner Art stehen und sich selbst treu bleiben soll.
Song 3: „Theo“ – da hat es eine Weile gedauert, bis ich hinter die Aussage von diesem Lied gekommen bin. Denn das kann man nicht einfach so nebenher hören um zu verstehen, um was es da geht. „Theo“ ist eine kleine, in einen Song verpackte Geschichte … Mit schlechtem Ende. Theo ist drogenabhängig. „War es das Ende wirklich wert?“ Ihr könnt euch denken, wie das Ende der Story aussieht …
„Locker vom Hocker“ – Der Titel der CD ist Track Nummer 4 und ist wirklich der Song, der den Ohrange-Lifestyle am Besten ausdrückt: „Beim Blick auf die Straße schießt mir ein Schmunzeln ins Gesicht, denn die Menschen, die vorbei gehen, stressen sich erpicht. … Ich steh mehr auf Locker vom Hocker. Als hektisch übern Ecktisch abgehetzt. Ich steh mehr auf Locker vom Hocker. Relaxt, laid back und immer ohne Stress.“ Der Ohrange-Sommer-Lifestyle-Song.
Der vorletzte Song ist ein typischer Trennungssong – „Ein und alles“. Ist ganz schön geschrieben, aber inhaltlich nicht unbedingt was Neues. Deshalb will ich bei ihm auch nicht lange stehen bleiben und schon zum sechsten und letzten Song, „Murphy´s Law“, kommen: Rhythmisch und textlich mein Favorite auf der CD. Wer mit dem Begriff „ Murphy´s Law“ nichts anfangen kann: Auf Deutsch heißt das „Murphys Gesetz“ und bezeichnet das „Gesetz, nach dem alles, was nur schief gehen kann, auch schief gehen wird.“ („Whatever can go wrong, will go wrong.“) Um die Allgemeinbildung hier auch hoch ein wenig zu fördern, wird auch noch Wikipedia zitiert: „Murphys Gesetz ist eine auf den US-amerikanischen Ingenieur Edward A. Murphy jr. zurückgehende Lebensweisheit, die eine Aussage über das menschliche Versagen bzw. über die Fehlerquellen in komplexen Systemen macht. Eine Studie über Murphys Gesetz wurde 1996 mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.“ Und schon wieder was dazu gelernt.
„Murphys Law hat mich erwischt. Geht etwas schief, dann trifft es mich.“ Hübscher Text und das mit dem „Geht etwas schief, dann trifft es mich“, kennt auch jeder. Ist auf jeden Fall eine coole Nummer.
Insgesamt eine schöne CD. Wie gesagt, es sind keine perfekten Aufnahmen, hin und wieder stimmt die Stimmlage auch nicht ganz; aber wer gerade einfach nur entspannt auf seinem Sofa, in seinem Bett oder der Hängematte liegen will, einfach nur in aller Ruhe am PC arbeiten will oder prinzipiell den Sommer genießen bzw. den Sommer in die kalten Wintertage holen will – dazu passen die „O(h)range(n)“ und ihre CD „Locker vom Hocker“ auf jeden Fall!
Wer mal nach Regensburg kommt und abends gerne ein Konzert besuchen will, sollte vorher auf die MySpace Seite von Ohrange schauen – deren Konzerttermin-Liste ist nämlich alles andere als leer! Ich kann sie live nämlich mindestens genauso sehr empfehlen wie auf CD! Und Regensburg ist eine hübsche Stadt.
MySpace: www.myspace.com/ohrangemusic
CD Rezension: Stephi/Musik Für Uns
Thumbnail/Fotos: myspace.com/ohrangemusic
CD Rezension: Stephi/Musik Für Uns
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