„HOME IS WHERE THE HEART BREAKS“
17 Februar 2010 Eingestellt von: Gerhard 443 klicks Keine Kommentare

My Glorious – CD-Rezension
Von Stephanie Klumpp
Mit „Home is where the heart breaks“ bringt die Band My Glorious aus Wien ihr erstes Album auf den Musikmarkt. Nach ihrer im Jahr 2008 veröffentlichten EP „Leper“ gibt es nun seit Januar 2010 neues Material für jeden CD-Player und jede Musikanlage. Mit insgesamt zwölf Songs (also doppelt so vielen wie auf „Leper“) erwartet einen eine musikalische und textliche Abwechslung von Song zu Song.
Generell kann man sagen, dass My Glorious nicht unbedingt zu den Bands gehört, bei denen man gleich sagt: „Geile Band, super Musik.“ Sie gehört viel mehr zu den Bands, in deren Musik man sich erst hinein fühlen muss, bevor man sie richtig zu schätzen lernt. Aber wenn man einmal drin steckt in der Musik der dreiköpfigen Band, kommt man nicht mehr so schnell heraus. Wenn man überhaupt wieder raus kommt. My Glorious kann man nicht zu den Mainstream-Bands zählen, deren Musik unbedingt jedem gefällt. Aber jeder, der etwas von Musik versteht, muss zugeben, dass My Glorious musikalisch und textlich in der obersten Liga mitspielt.
Ihre nun neu herausgekommene CD „Home is where the heart breaks“ ist auch kein Album, das man sich einmal ganz durchhört und dann zur Seite legt, weil es einem schon alles gesagt hat. Nein, es gehört viel mehr zu den Alben, die man sich immer und immer wieder anhören kann und man selbst nach dem zehnten Mal nicht langweilig findet. Man findet Textzeilen, die einem beim vorigen Durchhören noch gar nicht so richtig aufgefallen sind. Und wie facettenreich
manche Melodien sind, wird einem auch nicht gleich beim ersten Hören bewusst.
Allein schon der Titel des Albums, „Home is where the heart breaks“, verspricht intelligente, weise und ehrliche Texte. Und diese stoßen auf einzigartige Melodien a la My Glorious.
Prinzipiell bin ich nicht so der Fan davon, Songtexte bis in das kleinste Detail zu beschreiben und zu interpretieren – zumindest nicht in CD-Rezensionen. Generell ist es viel wichtiger, dass man sich zu Texten – vor allem wenn viel in den Texten steckt, so wie bei jenen von My Glorious und vielen anderen Bands – selbst Gedanken macht. Denn jeder Song sagt jedem Hörer ein bisschen etwas anderes. Es wäre töricht zu versuchen, einen Song auf eine einzige Botschaft herunter zu reduzieren.
Trotzdem noch ein paar Gedanken und Anmerkungen zu einigen Songs:
„You should be dancing“ (deutsch: „Du solltest tanzen“) ist definitiv viel mehr als nur ein gewöhnlicher Tanz-Song, wie man vielleicht auf den ersten Blick meint. Viel wichtiger ist hier der Grund, warum man denn eigentlich tanzen sollte. In diesem Text wird auch verraten, warum man denn tanzen sollte. Vielleicht kommt man nicht gleich drauf, aber ich würde behaupten, dass der erste Satz des Textes dabei sehr wichtig ist für die Bedeutung (oder die Bedeutungen) von „You should be dancing“.
Beim Song „Horse“ beeindruckt der Background-Gesang von Johanna Schmidt. Bei der Textzeile „You had it all“ singt sie zusammen mit My Glorious Sänger Samuel Fischer. Ein kleiner Auszug aus dem Song, den ich persönlich für einen der inhaltlich Faszinierendsten halte: „Fly on away like Peter Pan – magical stories, you never found them – you built your own world, you captured your dreams – dreams you where denied of so you lived around them – some of us loved – some didn´t care for you – I know, I know.“
Der längste Song der CD, „Use me“, und momentan mein Favorite-Song auf „Home is where the heart breaks“, kann man eigentlich fast gar nicht so richtig beschreiben … zumindest von der Melodie her. Das Lied beginnt eher ruhig, instrumental und baut dann langsam eine Spannung auf – genau ab Minute 1:17 – und dann hauen die Drei aber drein. Live kann man diesen Spannungsaufbau noch besser nachvollziehen als auf der CD. Aber auf der CD kommt es auch schon sehr gut rüber. Zwischendrin beweisen noch Bassist Gregor Sailer und Schlagzeuger Paul Sailer ihre Gesangskünste in Form von Backgroundgesang, der sich perfekt in das Lied einfügt. Use me, use me, use me …
Beim Song „Atmosphere“ finde ich diesen Satz besonders beeindruckend: „Are you moving that mountain or is that mountain moving you?“ Heißt auf Deutsch so viel wie: „Bewegst du diesen Berg oder bewegt dieser Berg dich?“. Eine zentrale Aussage von „Atmosphere“.
Am meisten Gänsehaut bekommt man beim vorletzten Song „It’s love when.“ Die Stimme von Sänger Sämi bringt das Gefühl des Songs perfekt herüber. Es geht zu Herzen. Und wie.
„It’s love when it hurts you. It’s love when it costs you a heart. It eats into your skin and each tear that you cry creates a scar.“
Stephanie Klumpp
HOME IS WHERE THE HEART BREAKS in Zahlen:
Gesamtzahl Songs: 12
Kürzester Song: Timetraveller 2:38 Minuten
Längster Song: Use me 6:49 Minuten
Durchschnittliche Songlänge: 4:60 Minuten
Alle Songs in Sekunden: 3312 Sekunden
Alle Songs in Minuten: 55:20 Minuten
Erscheinungsdatum Österreich/Deutschland/Schweiz: 5. Februar 2010
Erscheinungsdatum USA: April 2010
Hinweis zur CD: Die CD kaufen oder bestellen kann man auf Amazon.de, Media Markt, Saturn etc. – oder auf einem Konzert der Band. Wobei die Konzertverkäufe leider nicht mit in die offiziellen Verkaufszahlen berechnet werden dürfen.





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