Schulze 1994 (5) – Zu Besuch bei SCHULZE

Die Bandmitglieder von SCHULZE sind ganz normale Leute. Typen wie du und ich, die Musik hören, aber – vor allem – auch Musik selbst machen. Zwei Mal in der Woche treffen sie sich mit ihren Instrumenten für vier bis fünf Stunden in einem speziellen Proberaum in Neuffen.
Ihr erster Fernsehauftritt war bei der Berliner Funkausstellung 1991 in der Nachmittags-Sendung „Hut ab“. Bei diesem Talentwettbewerb wurden sie Tagessieger, ein halbes Jahr später dann, als die zehn Tagessieger in einer Fernsehsendung gegen einander antraten, belegten sie wiederum den ersten Platz. Das brachte ihnen ihre erste CD-Aufnahme ein.
Im Herbst 1992 waren sie im Disney-Club, von dem sie wenig Erfreuliches zu berichten wissen: An nur wenigen Tagen werden gleich ein paar Folgen hintereinander abgedreht. „Live“ ist daran gar nichts, denn die Kinder werden nur als Pausenfüller zwischen den Zeichentrickfilmen gebraucht. Dabei dürfen sie die Filme selbst gar nicht sehen!
Sie schauen auf die große Leinwand, wo nur die letzten Szenen eines Films eingespielt werden, dann müssen sie auf ein Zeichen hin klatschen und die Spielchen mitmachen, bis der nächste Film beginnt, von dem sie auch nur wieder eine kurze Szene sehen.
„Die armen Kids tun mir Leid“, sagte einer von den SCHULZES bei den Aufnahmen. „Macht nichts“, kam die lakonische Antwort vom Fernsehredakteur, „um 12 Uhr gibt’s ‚frische’ Kinder!“ Das konnten Frieder, der Sänger, und die andern Bandmitglieder nicht begreifen. Offenbar haben sie eine besondere Freundschaft zu Kindern entwickelt.
Jochen Wagner, der Manager von SCHULZE, gibt für alle Nachwuchsmusiker und Nachwuchsbands folgende Tipps:
Man braucht
- jede Menge Talent,
- viel Fleiß,
- einen Haufen Geduld und
- gute Schulung am Instrument,
wenn man vorhat, mal in der Öffentlichkeit aufzutreten. Genauso muss man schauen, was andere (Bands oder Sänger) so machen und wie sie das machen. Man darf es aber nicht kopieren, weil das auffällt und nicht gut wirkt. Jeder muss seinen persönlichen Stil finden, der zu ihm passt. Eigene Songs muss man gut machen und den beschwerlichen Anfang durchhalten, dann ist es geschafft!
Begonnen hat die Gruppe SCHULZE vor zehn Jahren (1984) unter anderem Namen und anderer Besetzung. Jetzt sind es sieben Musiker und sieben Techniker / Verkäufer / Manager. Das Team hat bereits fünf Single-CDs und zwei „lange“ CDs (MCs) produziert: „Paradiesvogel“ und „Ich häng an dir“. Die Texte handeln meist von eigenen Erlebnissen. Zur Aufnahme der letzten CD brauchten sie 40 Tage im Studio, wobei jeder Tag 2.000 DM (!) kostete. Das Geld kommt von den 60 Auftritten, die sie 1993 hatten.
Wer SCHULZE engagieren will, braucht zunächst eine Halle, in die mindestens 500 Leute passen, weil man sonst das Auftrittshonorar nicht zusammenbringt. Von diesen Einnahmen geht ein großer Brocken für die Werbung drauf. Viel kostet auch die aufwändige Light-Show. Mit einem Profi-Fotografen der Plattenfirma waren sie zwei Tage auf dem Jusi, um ca. 600 Fotos zu machen, von denen letztendlich vielleicht fünf für Plattencover oder Werbung verwendet werden. Das Ganze kostete „so viel wie ein Kleinwagen“.
Damaris Ehl, 9a
Es folgt noch ein Zeitungs-Artikel…















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