Schulze 1994 (3) – Pressetext der Plattenfirma
19 August 2009 Eingestellt von: Gerhard 269 klicks Keine Kommentare

SCHULZE – Ein deutscher Name, den man sich getrost merken sollte

Den Namen kann man sich merken: „Schulze“. In Telefonbüchern Seiten füllend, war dies vielleicht der kleinste gemeinsame Nenner für einen Bandnamen, auf den sich die sieben Musiker aus dem schwäbischen Städtchen Neuffen einigen konnten.
Um gleich dem Gewöhnlichen zu entkommen, haben sie ihr jetzt erschienenes CD-Debüt „Paradiesvogel“ (BMG Ariola Media) genannt. Aufmerksame Fernsehzuschauer erinnern sich vielleicht an die ZDF-Show „Hut ab“ im November 1991. Nicht? Macht nichts, aber Schulzes erinnern sich daran. Damals haben sie sich nämlich in der von Ingolf Lück moderierten Nachwuchs-Show auf Platz eins gespielt.
Der Rest der Geschichte liest sich wie viele andere Neuentdeckungen auch. Ein Produzent – hier Dieter Falk (Pe Werner, Pur) – hört die Band, ein Platten-Label – hier Hansa (Die Prinzen) – reagiert auf den Sieg bei der Fernseh-Show. Ein Demo wird produziert und kurz danach ein komplettes Album.
Schulze – das ist allerdings mehr als eine deutsche Band, die endlich die ersten wichtigen Sprossen auf der Karriereleiter ins große Showgeschäft geschafft hat. Ihre Lieder sind eingängig, ihr Stil lässt sich noch am treffendsten mit Deutschrock beschreiben. Und dass der sich nicht mehr verstecken muss, dafür haben schon Grönemeyer, Westernhagen und Kollegen auf dieser Bühne gesorgt.
Das musikalische Erscheinungsbild von Schulze wirkt homogen. Einige der durchweg selbst komponierten und getexteten Songs, die sie auf ihrer Debüt-CD vorstellen, haben starke Hit-Qualitäten – „Ich kann auf Wolken gehn“ oder der Titelsong „Paradiesvogel“ sind wahre Ohrwürmer.
Eine bodenständige Pop- und Rockproduktion, die sich durchaus mit internationalen Produktionen messen kann, hat Produzent Dieter Falk hier abgeliefert. Dass er besonders für diese Art von Musik ein guten Händchen hat, zeigte sich unlängst an den Erfolgsalben von Pur und Pe Werner.
Es ist ihm gelungen, das ungestüme musikalische Potential einer jungen Band mit kommerziellem Know-How zu vereinen.
Schulze – der Name lässt sicher keine englischen texte erwarten. Die Schwaben singen in ihrer Muttersprache – ohne Akzent, weil sie verstanden werden wollen. Sie könne mit Sprache umgehen.
Neben den vielen kleinen Alltäglichkeiten, die die sieben jungen Herren mit den Frauen dieser Welt verbinden, wird das ebenso vertraute Chaos aufs Korn genommen („Zu spät“), eine Liebeserklärung an die „Heimat“ gesungen. Heimat? Die nehmen Schulzes heftig mit ins Gebet. „Willkommen in Deutschland“ treibt die wenig erfreulichen Erfahrungen Asylsuchender auf die Spitze leerer Worthülsen.
Auch – zumindest in ihrer Branche – ungewöhnliche Positionen beziehen die Schwaben und beantworten die Gretchen-Frage nach der Religion positiv („Nie mehr zurück“).
Wenn Schulzes auf der eingangs erwähnten Karriereleiter im Showbiz Fuß fassen, liegt das mit Sicherheit auch an Frontmann Frieder Sigloch. Dessen angenehm raue Stimme gibt der Band und ihren Songs einen eigenen Charakter. Eine wichtige Zutat zum Erfolgsrezept.
Bei ihren Konzerten präsentieren sich Schulze als erfahrene Live-Band, die sich hörbar auf der Bühne wohl fühlt. Die Tatsache, dass die Licht- und Tontechniker fester Bestandteil der Band sind, garantiert, dass ein Auftritt von Schulze zu einem Erlebnis wird, bei dem das Publikum nicht außen vor bleibt.
In über 200 Konzerten hat sich die Band bundesweit schon eine Fangemeinde erspielt. Dazu kommen noch mehrere Millionen Fernsehzuschauer, die Schulze in bislang 15 Fernsehsendungen sehen konnten.
Den süddeutschen Raum gilt es im Auge zu behalten. Nach „Pur“ hat nun auch Schulze gezeigt, dass dort nicht nur verchromte Sterne aufgehen.
Fortsetzung folgt…





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