Kilian Mohns: “I still have hope”
31 Dezember 2009 Eingestellt von: Gerhard 483 klicks Keine Kommentare
CD-Rezension von Verena
Man sollte vielleicht am Anfang erwähnen, dass ich die meisten Lieder von Kilian schon live gehört habe und deswegen auch sehr gespannt war, ob er die Stimmung, die er auf der Bühne verbreitet, auch auf die CD bannen kann. Wenn man dann aber die Augen zu macht und vor dem heimischen Kamin sitzt, kann man sich schon sehr gut vorstellen, dass live gespielt wird.
Man kann einfach unglaublich gut alles, was einen belastet, für ein paar Minuten vergessen, wenn man die CD hört, und einfach ausspannen.
Dem kommt vor allem der Anfang der CD zugute, die mit drei eher ruhigen Liedern beginnt, dann den »Fröhlichsein- und Mitmach-Part« bietet und zum Schluss jedem eine gute Nacht wünscht. Aber fangen wir mal ganz von vorne an.
Das erste richtige Lied, das nach dem »Intro« kommt, hat der CD den Namen gegeben und ist von der Aussagekraft wahrscheinlich das Bedeutendste. »I still have hope« ist eine Liebeserklärung an Gott und hat eine klare Aussage: »Ich habe immer noch Hoffnung, auch wenn ich diese und Gott nicht immer sehe«.
Von total frustriert geht es weiter zu total verliebt. In dem Lied »Brainsettler« geht es um das schönste im Leben: Verliebt sein. So ist zwar der Text ein bisschen kitschig, aber wer würde nicht gerne mal hören, dass man sich in den Kopf von jemandem geschlichen hat und da nicht mehr raus will. Außerdem ist das Lied wunderschön und sogar zwei Mal auf der CD vertreten. Es ist wahrscheinlich das älteste Lied auf dem Album und einmal mit Gitarre und einmal mit Klavier begleitet. Ich habe mich noch nicht entschieden, welches ich schöner finde.
Das nächste Lied, das sich in den Kopf spielt und da nicht mehr raus will, ist »Living Easily«. Das Lied fordert zum Mitmachen auf, was auch daran liegt, dass hier ein kompletter Chor von Freunden mitgesungen hat. Außerdem ist es einfach nur ein Gute-Laune-Song, der ein Grinsen auf das Gesicht zaubert, das die Welt ein Stückchen bunter macht.
Musikalisch am besten finde ich »Write it on the Walls«. Vor allem durch das perfekte Zusammenspiel von Gitarre und Klavier gewinnt das Lied in dieser Hinsicht eindeutig für mich, und auch Kilians Stimme kommt hier unverwechselbar raus und zeigt einfach nur das Gefühl, das dieses Lied rüberbringen soll.
Insgesamt ist die Stimme von Kilian wahrscheinlich das, was diese CD so unverwechselbar macht und was die Lieder ins Gedächtnis einprägt. Die etwas raue Stimme ist unverkennbar – man erkennt sie, glaube ich, überall wieder. Was an Bandbreite der Tonhöhen fehlt, das macht Kilian mit seinem Gefühl und diesem Hauch von Sehnsucht wett. Außerdem hat die Stimme etwas, was bei jedem Lied genau das richtige Gefühl mit in den Gesang legt.
Aber auch das Musikalische hinter dem Gesang sollte man nicht vergessen. So finde ich die Geigen-Einlagen von Charlie, also Kilians Schwester, immer wieder unglaublich und sehr gut eingesetzt. Aber auch das Klavier und die Gitarre sollte man nicht außer Acht lassen. Denn diese sind musikalisch auch ziemlich bemerkenswert und sehr gut eingesetzt. Untermalt wird das ganze souverän vom Schlagzeug.
Bemängeln kann man hier eigentlich nicht mehr viel, außer, dass die ganze CD sehr leise aufgenommen wurde und man die Lautstärke erstmal etwas höher drehen muss, um bei dem normalen Stand anzukommen. Außerdem kommt nach dem letzten Lied ein Hidden Track, den ich entweder nicht auf die CD oder an eine andere Stelle platziert hätte, da er nach »Sleep Well« fehl am Platz wirkt und dem wirklich tollen Abschlusslied das abgerundete Ende stiehlt.
Das sind allerdings Kleinigkeiten, und für die erste CD der Band um Kilian Mohns ist die Scheibe wirklich gut gelungen. Mein Tipp ist also: Sich die CD schnappen, Tee machen, Kamin oder Kerzen anzünden und das Licht ausschalten und einfach nur genießen.
Verena






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