Kussi & Ich im Interview
25 Juli 2009 Eingestellt von: Gerhard 104 klicks Keine Kommentare
Stephi traf die Musiker beim Konzert in Weilheim am 18.04.2009

1. Wie seid ihr auf den Namen gekommen?
Micha: Ja, wir haben überlegt, welchen Namen wir nehmen könnten. Wir sind dann zusammen gestanden und unter anderem war ein Freund dabei, der hat irgendwie etwas zusammen gesponnen und am Ende kam dann der Name Kussi&Ich heraus. Aber ich finde das gar nicht schlecht, so ein Name. Denn wenn du Kussi & Ich sagst, dann beziehst du dich ja selbst schon mit ein – und das ist eigentlich das, was wir bei den Konzerten wollen: Wir wollen die Zuschauer mit einbeziehen. Deswegen. (Lacht.)
2. Seit wann macht ihr zusammen Musik und woher kennt ihr euch?
Kussi: Micha kam in den Ort Hertmannsweiler, wo ich wohnte und dort gibt es eben auch einen Jugendkreis. Michael ist eigentlich aus der Nähe von Pforzheim. Er hat dann ein paar Leute vom Jugendkreis kennen gelernt und ist ab und zu mal in den Jugendkreis gekommen. Daher kennen wir uns.
Micha: Die Liebe war’s, sag’s doch so! Also, ich mochte damals ein Mädel aus dem Jugendkreis.
Kussi: Auf jeden Fall haben wir uns dann dort kennen gelernt und gemerkt, dass wir beide gerne Gitarre spielen. Wir hatten vor Kussi & Ich schon zusammen eine Band, aber in dieser Besetzung gibt es uns jetzt seit 2005.
3. Eure Namen, Alter, Berufe und Wohnorte
Micha: Hoho, Beruf ist gefährlich! – Also, fange ich mal an:
Name: Michael Selig – wie die Seligpreisungen, also mit einem „e“ – oder wie die Band „Selig“, kann man jetzt auch wieder sagen.
12.11.1981 – also schon ein „alter Sack“.
Beruf: Lehrer.
Stephi: Das habe ich mir schon gedacht, denn im MySpace Profil von Kilian (Mohns) hast du was geschrieben von „Deutsch Aufsätze korrigieren“.
Micha: Ja, genau! – Die liegen noch zur Hälfte daheim.
Kussi: Mein Name ist Markus – also daher kommt das „Kussi“ – das ist dann mein Spitzname – Nachname Klein – wie groß (lacht),
Wohnort Kornwestheim.
Beruf: Student in Elektrotechnik.
Micha: Den Wohnort hab ich gar nicht gesagt: Wiernsheim, das ist in der Nähe von Weissach. Da, wo’s Porsche Entwicklungszentrum ist. – Egal, Raum Stuttgart!
4. Euer bisheriges Auftrittshighlight?
Kussi: Mit der alten Band gab es ein witziges Highlight. Da haben wir vor knapp 300 Gehörlosen gespielt – also teilweise Gehörlosen – mit zwei E-Gitarren und einem Keyboard.
Micha: Das war super!
Kussi: Das war der größte Auftritt ever! (Sie lachen)
Und der beste Auftritt? – Die Jugendtage Schmalenberg – das war richtig gut.
Micha: Jugendtage Schmalenberg, hätte ich auch gesagt.
5. Wo würdet ihr gerne noch spielen?
Kussi: Rock am Ring! (Sie lachen)
Micha: Mit Unplugged-Musik – sehr gut! – Hast du was?
Kussi: Ja, Rock am Ring!
Micha: Also, in Neuffen haben wir schon gespielt, und das war echt – gut!
Stephi: Beim Christmas Rock.
Micha: Genau, beim Christmas Rock. Und das war echt nett, sagen wir’s mal so. Nett, weil leider spielten wir da nur 20 Minuten. Da fängt man an und ist dann auch schon wieder fertig und die Leute können sich kaum auf dich einstellen. Das ist schade, na ja, vielleicht spielen wir ja mal 30 oder gar 40 Minuten in Neuffen, wer weiß. – Wo ich gerne noch spielen wollte – keine Ahnung, wir lassen uns überraschen, was kommt! – Also, ich für mich zumindest.
Kussi: Weilheim? (Lacht)
Micha: Ja, Weilheim!
Also so ein kleiner, schnuckeliger Rahmen wie hier! Das ist eigentlich perfekt.
6. Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Micha: Wem die Band SCHULZE etwas sagt – hm, die war ja immer so ein bisschen – oh, das darf man ja eigentlich gar nicht sagen – „schnulzig“ orientiert, kann man schon sagen – ging aber trotzdem in eine melodische Richtung. Ich finde, dass wir auch „melodisch“ sind, und dass wir teilweise auch schnulzige Lieder haben. Ebenso gibt es auch Lieder, die mitreißen. Das ist wirklich zweiteilig, das Ganze. Auch von den Themen her ist es zweiteilig: Zum einen sind es zwischenmenschliche Beziehungsthemen und zum anderen Beziehungsthemen zwischen Gott und den Menschen, was für uns wichtig ist und wovon wir auch berichten wollen.
Kussi: Eine gute Mischung, würde ich sagen, aus Themen, wie du sie eben gesagt hast – und aus schnellen und langsamen Liedern.
7. Singt ihr nur englische oder auch deutsche Lieder?
Micha: Gemischt. – Wir haben nun einige neue Lieder hinzubekommen und davon sind drei Lieder deutsch.
Ich finde, es ist am Anfang leichter, englisch zu schreiben, weil es im Deutschen schwierig ist, einen guten Text hinzubekommen, ohne dass er lächerlich klingt. Im Englischen ist das schon mal leichter, weil die Gesangsmelodie von der Sprache her eine andere ist. Trotzdem wollen wir schauen, dass sich irgendwann die deutschen und englischen Lieder die Waage halten.
8. Wie kommt ihr zu euren Texten?
Micha: Wie wir dazu kommen? Zum einen ist es oft eine Gefühlslage, in der man sich befindet, die man ausdrücken möchte – das klappt nicht immer, aber manchmal. Auf der anderen Seite kann ich das eigentlich gar nicht erklären. – Das ist echt so! – Teilweise schreibst du dann, und es läuft! Und ein andermal denkst du: Oh, ich leg’s wieder weg!
Kussi: Oft ist es einfach so ein Grundgefühl, das man hat. Das muss jetzt gar nicht genau das Gefühl sein von der Lebenssituation, in der man gerade ist, sondern einfach das, welches gerade vorhanden ist – und man versucht, das irgendwie einzufangen oder es treibt einen an, den Text zu schreiben. Und das ist dann einfach cool: Immer, wenn man es wieder spielt, denkt man daran: Oh, geil! (Lacht)
9. Wie sieht es mit einer CD aus – plant ihr da was?
Micha: Es ist so, dass wir für uns Aufnahmen gemachten haben, die jetzt aber noch verbesserungswürdig sind. Wir haben auch einen Freund angefragt, um in Eigenregie die Aufnahmen mal anzupacken. Weiteres steht im Moment nicht im Raum. – Es ist auch so: Wenn wir jetzt ein fünf- oder sechsköpfige Band wären, wäre das echt cool und leichter, dann müsste man auch nicht mehr so viel bezahlen. Aber so zu Zweit ist das immer schwierig.
Kussi: Professionelle Aufnahmen sind eigentlich nicht unser Ziel. Wir haben einfach Freude an der Musik – das müssen wir nicht unbedingt im Studio aufnehmen. Wenn wir es mal schaffen, wollen wir es für uns aufnehmen und dann auch raus geben, das wäre schon cool.
Micha: Wenn wir etwas aufnehmen, dann muss es schon gut sein, bevor wir es raus geben.
Kussi: Also, es ist jetzt nicht geplant, eine CD in drei Wochen herauszugeben…
Micha: … in vier… (sie lachen)
10. Seid ihr nervös vor den Auftritten?
Kussi: Es hält sich in Grenzen eigentlich. – Die letzten fünf Minuten: ja! Vorher nicht. Während des Auftritts kommt’s drauf an…
Micha: …wie das Publikum reagiert. Wenn die alle da sitzen wie die Orgelpfeifen und keiner reagiert auf irgend etwas, dann denkst du: „Irgend etwas stimmt nicht! – Ist die Gitarre eingesteckt? Kommt es nicht gut an?“ Dann fühlt man sich unwohl und wird nervös. Vor Neuffen war ich nervös, ja. Das stimmt. Denn da hatten wir, wie gesagt, nur die zwanzig Minuten, und in denen musste es sitzen.
11. Zu welchen Künstlern und Bands geht ihr, wenn ihr nicht gerade selbst spielen müsst?
Kussi: Philipp Poisel.
Micha: Ja, wir waren bei Philipp Poisel im LKA.
Stephi: Da war ich auch – hab euch aber nicht gesehen!
Kussi: Ah, cool!
Micha: Du bist weiter links gestanden, wenn ich die Fotos richtig gesehen habe.
Stephi: Wenn man vor der Bühne steht, bin ich rechts gestanden.
Micha: Wir auch – bei dem Pfeiler!
Stephi: Ja, genau! Da in der Nähe stand ich auch! – Na ja, egal, es waren eh so viele Leute!
Kussi: Dann – bei Oasis waren wir schon. Zweimal.
Micha: Ja, da muss ich dazu sagen, dass ich ein großer Fan bin und ihn (Kussi) dann eben mitschleppe. Und ansonsten: Schon so Unplugged-Sachen, wenn sie in unsere Sparte reinfallen. Kilian Mohns haben wir uns angehört.
Was wir uns oft und gerne anhören, ist Zwischentöne. Weil Frieder durch seine Worte, durch seinen Gesang und sein Gitarrenspiel eine Atmosphäre verbreiten kann, die richtig cool ist und gut tut. – Solche Sachen – hast du noch was?
Kussi: Ararat auf jeden Fall. Und Sportfreunde Stiller – auch sehr geil.
Micha: Wenn etwas in der Nähe ist und es fällt in unsere Sparte, dann gehen wir schon gerne hin.
12. Wie sieht es mit euren Fans aus – bekommt ihr da Feedback? Gibt es welche, die immer kommen oder halt versuchen, immer zu kommen?
Micha: Also die, von denen wir wollen, dass sie kommen, die kommen dann eigentlich schon – weil wir ja wollen! (Lacht)
Es gibt gute Freunde, die echt fast immer dabei sind.
Feedback? Bisher gab es fast nur positives Feedback. Das ist manchmal ein bisschen Schade. – Wenn man verrissen wird ist das auch nicht erbaulich, aber man will ja auch weiterkommen. Wir spielen gerne an neuen Orten, denn dort erwartet einen dann viel Unbekanntes. Bei Auftritten sind wir ja zu dritt, aber Kussi & Ich sind eigentlich nur zwei. Auftritte zu Hause sind daher nicht so das große Problem, aber wo anders welche zu bekommen, ist dann schon erstrebenswert und das Ziel.
13. Was macht ihr hobbymäßig noch außer Musik?
Kussi: Fußball spiele ich noch so ein bissel, etwas Snowboarden und Jugendarbeit – kann man das Hobby nennen?
Micha: Kann ich nur unterstreichen: Jugendarbeit, dann auch viel bei Jugendgottesdienstbands (das ist dann wieder „Musik“) aushelfen, Musik hören vor allem. Ansonsten Fußball und das, was er gesagt hat. – Passt schon.
Kussi: Seit wann fährst du Snowboard?
Micha: Nee, stimmt schon… (lacht)
14. Seid ihr nach etwas süchtig? (Koffein, Musik, Schokolade, Nikotin, …)
(Sie lachen)
Micha: Hm, da ich als Lehrer arbeite, auch mittags, nutze ich Skype… fast zu oft.
Kussi: Süchtig würde ich nicht sagen. („Nach Schokolade!“ Antwort seiner Frau Jule)
15. Bei welchem historischen Ereignis wärt ihr gerne dabei gewesen?
Kussi: Ich wäre gerne bei der Auferstehung Jesu dabei gewesen. Das hätte ich gerne gesehen, muss ich ehrlich sagen.
Micha: Ich habe ja eure Interviews schon gelesen. – Ihr habt ja die Frage schon oft gestellt – und als Geschichts-Lehrer ist es echt verdammt schwer! Ich habe mir echt gedacht: Sagst du als guter Christ jetzt die Antwort „Bei einem Ereignis Jesu“, oder irgendwas anderes? Aber ganz ehrlich: Ich kam auf nichts Bestimmtes! Ich glaube, ich bin echt zufrieden, im Hier und Jetzt zu leben.
16. Wie sehen eure Zukunftspläne aus?
Beide: Mit Kussi & Ich?
Stephi: Ja!
Micha: Erstmal die Probetermine regelmäßig rein zu bekommen – das ist noch ein bisschen ein Problem.
Als Nächstes spielen wir dann in Stuttgart Rohr zusammen mit dem Kilian (Mohns) und Existing. Im Juni steht dann ein Auftritt beim Altstadtfest in Waiblingen an. Danach kommt eine kleine Sommerpause. Und dann schauen wir mal, was im Spätjahr so auf uns zukommt.
Kussi: Wir würden gerne ab und zu Mal im Jahr spielen. In Locations wie hier in Weilheim, etwa so in diesem Rahmen.
Micha: Wenn natürlich Neuffen noch mal anfragt, dann sind wir auch nicht abgeneigt, das ist klar! – Wir sind uns aber auch bewusst, dass wir eigentlich nicht für große Rockbühnen geschaffen sind. (Lacht) Aber nur von der Musikrichtung her. Trotzdem gibt es noch genügend Möglichkeiten und das ist okay so.
17. Wollt ihr sonst noch was loswerden?
Micha: Wir sind froh, wenn die Leute auf die Konzerte kommen und durch die Lieder etwas mitnehmen können. Sei es durch die Melodie oder die Texte. Die Texte sollen ja zum Teil von unserem Glaubensleben berichten und evtl. kann da einer etwas mitnehmen, das wäre super. Klar haben wir nicht den Masterplan, das hat man auch nicht. Aber dass man vielleicht sagt: „Okay, das könnte ich auch mal wagen, oder so.“
Vielen Dank für die Auskünfte!





Kommentar hinterlassen