Stinky Pete im Interview 2009
Die Fragen stellte Gerhard
Wie seid Ihr auf den Bandnamen gekommen und welche Bedeutung hat er?
Der Bandname – das ist immer die erste Frage irgendwie. Also prinzipiell hat der keinen großen Sinn. „Stinky Pete“ ist der Cowboy aus dem Film „Toy Story 2“. Den fanden wir irgendwie passend zu unserem Country-Style und so.
Wir wollten halt noch einen Namen haben, der so an die Rock’n'Roll Bands der 50er anknüpft mit „… and the…“. Wir haben dann eben „rabid babies“ rausgefunden, weil das einfach irgendwie witzig klingt.
Schwer! Wir hatten eigentlich überhaupt keinen Hintergedanken. Die „rabid babies“ waren einfach wie die tollwütigen Kleinkinder, die so wild klingen, wie die Bühnenshow ist.
Man kann eigentlich auch noch sagen, uns ist einfach nichts Besseres eingefallen.
Die zwei (Ralf und Jan) kamen mit dem Namen an und uns ist nichts Besseres eingefallen, also haben wir den genommen.
Singt Ihr deutsch oder englisch – und warum?
Wir singen hauptsächlich englisch mit leichten Einstreuungen in deutsch in den Ansagen und in manchen Songs. Warum wir englisch singen? Weil unsere Texte, glaube ich, auf deutsch noch schwachsinniger klingen würden als auf englisch.
So versteht man vielleicht nur die Hälfte und dann ist es wahrscheinlich besser.
Ich finde auch, in Englisch kann man einfach einen viel schöneren Slang reinbringen. Man kann die Wörter mehr ziehen (macht ein paar Beispiele vor). Ich finde, auf deutsch geht das sehr schwierig.
Es ist auch schwer, wenn Country Bands – wenn wir uns mal so bezeichnen wollen, so Outfit-technisch und Homepage-technisch – dann auf deutsch singen. Das merkt man schon bei Truck Stop, das klappt nicht. Englisch kommt einfach irgendwie besser, finden wir.
Seit wann gibt es Euch als Band und wie habt Ihr Euch „gefunden“?
Uns gibt’s seit 2002. Angefangen haben wir dadurch, dass wir eine „Ramones – Coverband“ machen wollten. Wir haben vorher schon in verschiedenen Bands zusammen gespielt und haben uns dann so zusammen gefunden aus Spaß einfach. Um ein bisschen Ramones – Songs zu spielen – und dann ist da ne richtige Band daraus geworden. Die „Ramones“ ist eine der ersten Ami-Punkrockbands aus der 70ern.
Sehr einfache Musik. Am Anfang haben wir das auch sehr, sehr einfach betrieben, auf einem sehr niedrigen Level.
Drei Akkorde und schnell.
Wollten wir eigentlich Konzerte spielen am Anfang? Ich glaube nicht.
Wir wollten eigentlich am Anfang gar nicht groß Konzerte spielen, sondern einfach nur zusammen spielen und Spaß haben …
Dann kamen die ersten Songs, die in ne gewisse Richtung gingen und so hat sich das Ganze dann entwickelt.
Welche Auftritte habt Ihr schon hinter Euch?
Also insgesamt sind es schon so 200 Auftritte, die wir gespielt haben.
Unser Rekord in einem Jahr waren 27, oder?
Ja!
Das war vor drei Jahren oder so.
Echt?
Rechne mal hoch auf sechs Jahre, das kommt ungefähr hin!
Also die größten, boah, ich schätze mal, der Freiburg-Marathon war ganz cool. Vor ziemlich vielen Leuten. Die sind da zwar alle vorbei gelaufen, aber war trotzdem lustig. Verschiedene Band-Contests, im Landespavillon, in der Röhre haben wir schon gespielt, im LKA (vor elf Leuten), die Polen-Tour letztes Jahr…
Gerhard: Wie kommt man an so was?
Wir haben bei einem Band-Austausch mitgemacht. Also, eine Band von hier fährt rüber nach Polen, und eigentlich sollte auch eine zurück kommen, aber die hatten dann keine Lust und deswegen war das dann eigentlich ein „einseitiger“ Austausch.
Wir hatten Spaß!
Das war echt ein Highlight.
Das Coole war halt, wir sind da losgezogen – ohne den Bassisten, der jetzt auch nicht da ist – mit zwei Mädels noch, und wir hatten auch nur dieses eine Konzert fest. Das war auf einer Riesen-Bühne. In Warschau sind wir dann rumgelaufen und haben gesagt: „Hey, wir haben hier alles dabei – wir wollen bei euch spielen!“ Dann haben wir eine Bar gefunden, die uns hat spielen lassen. Das war auch sehr lustig, denn in Polen kennt man solche Musik nicht. Aber die Leute haben dann mit zunehmendem Alkohol-Pegel gut reagiert…
…und wir waren im Jugendhaus am nächsten Tag.
Ja, wir haben dann drei Tage hintereinander echt coole Konzerte gespielt. Weil das Jugendhaus, das uns dann auch beherbergt hat, das hatte da gerade auch so einen Band-Contest – und da hat’s auch echt viel Spaß gemacht, zu spielen!
Gut, da habt ihr die fünfte Frage schon halb beantwortet: Auftritts-Highlights?
Unsere CD-Release-Party, die war schon richtig gut!
Ich mein aber nicht die letzte!
Ach, die erste?
Ja!
2004?
Ja, genau!
Also, im Big Bang in Nürtingen, da war das Limit erreicht. Die haben ein paar Leute nicht mehr herein gelassen! Auf jeden Fall war’s da so voll, wie’s eigentlich noch nie war.
Das war ein Highlight, ja!
Da haben wir zwei Stunden gespielt oder so was, oder?
Ja.
Das war echt cool!
Wobei ich es dieses Jahr auch nicht schlecht fand…
Wie lang war Freiburg vom Konzert her?
Sechs Stunden.
Wir haben da sechs Stunden lang gespielt…
Gerhard: Hält man das durch?
Ja, aber die Finger tun danach schon weh!
Es war halt ein Marathon, der komplett durch Freiburg ging. Und an gewissen Stationen standen eben Bands und haben gespielt. Am Anfang kam halt der ganze Pulk auf einmal, dann konnte man eine Pause machen. Aber so gegen später hat sich halt dieses ganze Feld auseinander gezogen – und dann mussten wir halt durchspielen. Und das waren dann insgesamt sechs Stunden.
Gerhard: Also das war ein Sport-Marathon, kein Band-Marathon…?
Nee, das war ein Sport-Marathon!
Welche Auftritte stehen an?
Oh, viele!
Ein paar stehen an, ja!
DieCD-Release-Party der „Hanoise“, die haben auch bei unsererCD-Release-Party gespielt. Die machen das im Sonnenkeller in Balingen.Dann das „Red-Flag-Festival“ in Ehingen bei Ulm. Ein Auftritt auf derTattoo – Convention in Mannheim.
Am 17. Juli im JaB Nürtingen. Und noch einer in Reinsfeld, Rheinland-Pfalz, das Summer Core – Festival am 22. August.
Wo würdet Ihr gerne noch auftreten?
Rock am Ring, Rock im Park, Southside, Hurricane, – also große Festivals.
Ja,und auch hier die größeren Locations wie LKA oder so was, wenn mal mehrals elf Leute da sind! Vielleicht so als Vorband von irgend etwasGroßem.
Also mir geht es so, ich würde gerne auf Touren spielen.Einfach mal zwei Wochen lang rum fahren wie in Polen, das war schonsehr cool. Da ist mir dann egal, wo wir auftreten, einfach unterwegssein und spielen, fände ich sehr gut.
Das in Polen war sehr geil…
Zwei Tage spielen, ein Tag „off“. (Gelächter)
Ichwürde auch noch gerne in Stuttgart an der Uni bei einem Open AirFestival spielen. Wir haben schon mal in Stuttgart gespielt auf so nerStudenten-Veranstaltung, das war einfach cool. Und da gibt’s nochgrößere Veranstaltungen…
Umsonst und draußen…
Umsonst und draußen war nicht da, aber das ist auch cool.
Also Studenten-Veranstaltungen sind normalerweise richtig gut. Es macht immer Spaß, da zu spielen.
Wie würdet Ihr Euren Musikstil beschreiben?
Farm´n´Roll nennen wir das. Also eine Mischung aus Rock and Roll, Punk-Rock und Country-Musik.
Gerhard: Das heißt, ein Song hat diese drei Musik-Stile in sich – oder ihr spielt verschiedene Musik-Stile in verschiedenen Songs?
Ich würde mal sagen, das sind so die Einflüsse, die wir haben. Und daraus setzen sich die Songs dann zusammen. Der eine mal mehr, der andere mal weniger Country. Da verschiebt sich der Schwerpunkt. Aber die Einflüsse sind immer die gleichen.
Gibt es eine „Fanbase“?
Würde ich schon sagen, ja.
Die kommen zwar nicht zu den Konzerten, aber ansonsten ja! (Gelächter)
Es kommt immer darauf an, also wir haben unserer Fanbase ja immer noch in Kirchheim. Und die kommen, wenn wir in Kirchheim oder Nürtingen spielen, normalerweise schon. Wenn wir jetzt weiter weg spielen – wir haben auch im Landespavillon beim „Play Live“ gespielt vom Popbüro aus – und da haben wir auch einen Bus gechartert und der Bus war auch voll. Also die Leute kommen schon mit – und wir haben auch zwei Mädels aus Koblenz, die zu unserer Release-Party jetzt einfach 400 Kilometer her gefahren sind.
Und ich werde oft angequatscht: „Hey, du bist doch bei Stinky Pete!“, und so. Und dann denke ich immer. Hä, wer bist denn du?
Gestern wieder, in der Silberburg, da hat mich einer ewig angeguckt. Und endlich sag ich: Hey, was guckst du denn die ganze Zeit so – kennen wir uns oder was? Das war schon nett, ja? Und dann meint er: Ja klar, ich war auf jedem Konzert! (Gelächter)
Ich war mit dem Ralf in Stuttgart und wir sitzen so beim Asiaten beim Essen, da kommen zwei Leute vorbei und so: „Hey, Stinky Pete!“ (Gelächter)
Gibt es Rückmeldungen von Fans, wenn ja, wie oder welcher Art?
Ja, super!
Die beste Rückmeldung ist einfach, wenn die Leute beim Konzert da sind. Gästebucheinträge haben wir relativ wenig.
Wir haben zur Zeit gar keine Homepage, du Held.
Als wir ein Gästebuch hatten, war da auch ab und zu mal was drin von Leuten. Also eigentlich gar nicht so selten. Nach jedem Konzert war da irgend etwas drin – und meistens positive Rückmeldungen. „Das war geil“ und solche Sachen.
Ich merke es, wenn ich bei MySpace blindlings fremde Leute als Freunde adde oder so was, dann kommt normalerweise immer ein positiver Kommentar zurück. Also nicht irgendwie nur „Dankeschön“ oder so, sondern meistens „Hey, coole Musik von euch!“
Ja, so was kommt dann wie: „Ich finde euch viel besser als die »Bones« oder so.
Wie läuft bei Euch eine Bandprobe ab? (Wann, wie oft, wer, wie lange, …)
Wir machen aus, um 13:00 Uhr treffen wir uns, um 14:00 Uhr sind alle da.
…und um halb Vier muss der Erste gehen. (Gelächter)
Normalerweise sitzen wir am Anfang erst noch eine Weile in der „Wunder Bar“ rum, trinken da noch ganz Rock´n´Roll mäßig nen Tee… Wir haben keinen bestimmten Ablauf. Wir sagen nicht, wir müssen jetzt nen Song schreiben oder so was. Vor Auftritten spielen wir normalerweise noch mal alles durch. Proben tun wir gerade relativ wenig, weil die Leute ziemlich verstreut sind. Einmal im Monat so ungefähr jetzt gerade.
Früher haben wir echt jede Woche geprobt. Aber seit zwei Jahren hat sich das immer weiter verringert und jetzt ist es vielleicht in zwei Monaten drei Mal oder so. Was ich im Gespräch mit anderen Bands so merke, was bei uns die Probe ausmacht, ist: Wir treffen uns und dann spielen wir irgendwie was drauf los und dann sagen wir: „Hey, das klingt gut!“, und dann machen wir daraus ein Lied. Oft ist es so – bei anderen Bands halt – dass die Leute sich zu Hause überlegen, was sie machen wollen und das teilweise wirklich durcharrangieren. Und dann kommen sie in die Probe und spielen das halt durch, ja. Aber bei uns ist das wirklich ziemlich locker.
Ein Band-Prozess.
Manchmal kommt halt jemand und sagt: „Ich hab ein Riff“, und das probieren wir dann aus. Dann kommt der Jan: „Ich hab nen Text“, dann machen wir ein Riff drauf – und das ist wirklich sehr spontan alles.
Wer sorgt für die Texte und / oder Melodien?
Melodien entstehen einfach während der Probe. Bei uns ist das nicht so, dass ich mir zu Hause irgendwie Melodien überlege. Ich schreibe die Texte normalerweise zu Hause oder beim Auto fahren. Also, ich schreibe nicht beim Autofahren, ich hab das dann im Kopf. Wenn ein Riff da ist, dann versuche ich, den Text darüber zu singen. Und da entstehen dann Melodien. Ich finde, Melodien müssen aus dem Bauch kommen. Und nicht irgendwie vorher überlegt sein.
Es ist halt oft auch so Gemeinschaftsarbeit. Dass man sagt: „Hey, probier das doch mal so oder so…“
… und dann klappt das, wie bei allem eigentlich.
Genau.
Habt Ihr einen Band-Manager?
(Alle zeigen auf Jan.)
Jan: Also einen offiziellen nicht, aber prinzipiell so mit Konzerte abchecken und so, das mach dann ich.
Nee, das ist cool! Also der Jan, der Sänger, der checkt die ganzen Sachen ab mit Konzerten, ob wir da spielen oder dort.
Jan: Auch Bewerbungen weg schicken und so was, das mach alles ich.
Eure Homepage (Link):
Wir haben eine MySpace – Seite. Und unsere normale Homepage wird gerade renoviert.
www.myspace.com/stinkypetetherabidbabies
Wer gestaltet die Page?
Die Technik macht ein Freund von uns. Der hat eine kleine Firma: „Auris Media“. Er hat mit uns abgestimmt, wie es grafisch aussehen soll und von den Inhalten her.
Wie kann man Euch für Auftritte buchen?
Über MySpace, über E-Mail, vielleicht bei Konzerten. Anrufen…
Habt Ihr besondere Zielsetzungen für Euch als Bandmitglieder bzw. für die Band an sich? – Also: persönlich oder in der Gruppe?
In der Gruppe: Nein!
Was uns verbindet, ist halt einfach gemeinsam Musik zu machen und ne geile Zeit dadurch zu haben. Dass einfach auch jedem das gefällt, was wir machen. Wir wollen, dass es bekannter wird, klar…
Aber der große Erfolg ist jetzt nicht von allen eingeplant. Wir schauen mal, wohin es sich entwickelt. Wir wollen ein bisschen darauf zu arbeiten, dass wir mehr oder auch größere Auftritte kriegen. Aber so „auf Teufel komm raus“ berühmt werden ist jetzt nicht so…
… wäre dann halt auch ein Fulltime-Job. Von uns kann das jetzt so keiner machen momentan.
Was würde Ihr den Fans bzw. Lesern gerne noch sagen?
Rock´n´Roll! (Gelächter).
Joah, dat is jetzt ne Frage!
Kommt zu unseren Konzerten, das ist wichtig!
Und tanzt und steht nicht nur in der Ecke rum! Und nickt mit dem Kopf, ja?
Und kauft die CD!
Vielen Dank für die Auskünfte!
Foto von Gerhard















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