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D:PROJEKT: Stephan Hübler – Bass

10 Dezember 2009 Eingestellt von: Gerhard 422 klicks Keine Kommentare

Stehlampe 29-11-2009 -B 040 - 600Das Interview fand im Rahmen von Ilses Stehlampenrock am 29.11.2009 in Neuffen statt.

Name, Vorname, Nickname:

Stephan Hübler

Alter, Wohnort, Beruf bzw. Ausbildung:

27, Wohnort Dresden, ich bin Diplom-Ingenieur für Informations-Systemtechnik und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden.

In der Band spiele ich (singe ich):

Bass.

Frühere Bands, an denen ich beteiligt war:

Diverse Schülerbands, »Bloody Tears« und meine Lobpreisband.

Musikalischer Werdegang:

In der ersten Klasse habe ich angefangen, Akkordeon zu spielen im Akkordeonorchester. Da wollte ich mich dann herausheben aus der Masse und hab dann Bass angefangen, weil das noch fehlte. Mit 13 habe ich angefangen, Bass zu lernen. Unterricht hatte ich bis ich 19 war, dann habe ich mir noch ein bisschen akustische Gitarre beigebracht.

Musikalische Vorbilder sind:

Das wechselt immer je nach Alter. Das sind zum einen die Musiker, die einen am eigenen Instrument beeinflussen, ob das bei mir Markus Müller oder Flea von den Red Hot Chili Peppers ist, den finde ich ziemlich gut. Auch wenn ich bei weitem nicht so spielen kann wie die. Aber nur knapp!

Und dann haben wir natürlich auch musikalische Vorbilder als Band. Das waren am Anfang die deutschsprachigen Bands: Xavier Naidoo usw., die so angefangen haben. Im Moment ist es die Band DÚNÉ, die noch nicht so bekannt ist, aber das wechselt auch. Es gibt immer wieder andere Bands, die wir gut finden.

Zur Band bin ich gekommen wegen / durch:

Der Bassist ist aus der vorherigen Band ausgestiegen. Die Jungs haben mich gekannt und wussten, dass ich Bass spiele. Das war aber nicht bei der Band hier (D:PROJEKT), denn diese Band haben wir so gegründet, wie wir sind. Das war bei »Bloody Tears«.

Meine Hobbys sind:

Meine Hobbys haben sich seit über einem Jahr geändert, als mein Sohn geboren wurde. Das wurde nun automatisch Hobby, weil man ja, wenn man nach Hause kommt, erstmal mit dem Kleinen spielt.

Andere Hobbys? Es ist schon so, dass wir noch in unserer Gemeinde recht aktiv sind, im Kraftwerk, wo ich sehr viel Lobpreis-Verantwortung hab. Die Band füllt einen auch schon sehr aus – und viel mehr ist dann auch gar nicht. – Ich geh auch ab und zu mal Basketball spielen, wobei das allerdings recht gefährlich ist.

»Kraftwerk« ist ein Gebäude?

Kraftwerk ist unsere Gemeinde, das ist eine freie evangelische Jugendkirche aus Dresden. www.Kraftwerk-Dresden.de In dieser Gemeinde sind der Daniel und ich, die andern sind in anderen Gemeinden.

Wenn ich zum Essen eingeladen werde, wähle ich:

Frei nach Appetit. Bauernfrühstück, Fisch…

Beim Trinken sage ich nicht nein zu:

Da habe ich eigentlich keine Präferenz. Das kann ich jetzt nicht sagen. Ich könnte dir eher sagen, wozu ich nein sage: Also Wein ist jetzt zum Beispiel nicht ganz so mein Ding.

Im Kino / TV schaue ich gerne:

Ich hab jetzt gerade einen Film mitgebracht, der soll der Film 2008 gewesen sein, wo es um eine romantische Vampirsache geht: »Twilight«. Aber das ist eigentlich so der Anti-Film von dem, was wir gern gucken, denn wir haben den zwar gestern durchgeguckt, das war aber so ne romantische Schmonzette, die eigentlich nichts für uns ist.

Ich hab selber keinen Fernseher, man kann aber heutzutage auch gut über Internet schauen. Dort schaue ich IT-Crowd, das ist ne Comedy-Serie aus England, die finde ich super lustig. Das Letzte, was ich mir im Kino angeschaut habe, war „Die Päpstin“.

Im Radio / von CD höre ich gerne:

Radio höre ich eigentlich auch nicht. Wobei ich mich in der Uni ja mit Musik beschäftige. Ich forsche also an Musik-Signalen. Und da geht es darum, ähnliche Musik automatisch zu finden. Da beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem Rhythmus von Musik und höre relativ viel Musik. Unter anderem so Internet-Anbieter wie Last FM, wo man eben Musik auf neue Art und Weise entdecken kann.

Ich selber arbeite für Mufin, das ist auch so eine neue Musik-Entdeck-Plattform, dort höre ich so Bands, da kann man sagen, ich fang mal bei unserer Band an und dann kriege ich Empfehlungen von Bands, die angeblich ähnlich sind wie wir. Und das ist ziemlich interessant. Ich höre mich dann so durch, durch die Musik, und das dann jeweils nach Art und Laune. Manchmal höre ich mir diese New-Metal-Schiene ganz gerne an, manchmal aber auch so ruhigere akustische Sachen.

Bist du nach irgendetwas süchtig? (Alkohol, Nikotin, Schokolade, Internet…)

Alkohol? – Nein. Nikotin? – Nein. Schokolade? – Nein. Internet? – Nein. Internet ist so ne Sache, das ist immer schwierig! – Wonach ich gerne süchtig wäre, wäre nach Jesus. Was man aber auch ein Stück weit immer wieder ist, aber das flaut auch immer wieder ab und geht dann wieder hoch. Diese Berg- und Talfahrt kennt ja jeder.

Bei welchem historischen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen?

Hm, tja, was kann ich sagen? Manchmal finde ich es spannend, wenn man irgendwo im Mittelalter mit dabei gewesen wäre. Beim Thesenanschlag oder so. Aber ich glaube, die Zeit war ziemlich grausam. Dass ich, wenn ich richtig drüber nachdenke und dann zum Beispiel Zahnschmerzen hätte, dann lieber doch nicht dort wäre.

Mein Vater sagte zu mir:

Mein Vater hat in der Schulzeit immer zu mir gesagt, wenn ne neue Klassenstufe anfing: „So, mein Junge, jetzt musst du dich aber anstrengen!“ Mir fiel die Schule immer recht leicht. Ich habe immer gute Zensuren gekriegt – und das ging dann immer bis zum Studium oder so: „Jetzt musst du dich aber anstrengen!“

Was auch stimmte, denn beim Studium wird’s dann doch noch mal ein bisschen schwerer. Ich muss dazu sagen, mir lag halt so Frontal-Unterricht. Ich kann’s gut verstehen, wenn man alternative Schul-Ideen ausprobiert für Leute, die nicht so gestrickt sind wie ich.

Stehlampe 29-11-2009 -B 041 - 600Mein schönstes Band-Erlebnis:

Die Band-Erlebnisse sind immer von dem geprägt, was gerade so aktuell lief. Man vergisst oftmals schöne Sachen, die schon ein bisschen zurück liegen. Und wenn man dann mal die alten Fotos anschaut – auf unsrer Homepage gibt’s ne ziemlich ausführliche Galerie ab 2002 von diesem Christival, wo wir gegründet wurden – dann denkt man: „Ah ja, das war da und das war da“. Jetzt ein bestimmtes Banderlebnis hier heraus zu greifen fällt mir relativ schwer.

Aber wir hatten so Banderlebnisse, wo wir teilweise im Schnee festgesteckt sind mit dem Tourbus und dann erst nach der Zeit ankamen, in der wir eigentlich auftreten sollten. Ob das nun schöne Banderlebnisse sind, bleibt dahingestellt. Aber ich muss sagen, als Band lernt man zu improvisieren. Man kommt ganz oft in Situationen wie: Wir standen am Bandraum und der Bus, den wir eigentlich mieten wollten, kam einfach nicht. Dann mussten wir ganz schnell einen neuen Bus besorgen, um zum Veranstaltungsort zu kommen. Und da sind wir zwischenzeitlich relativ entspannt geworden, wenn irgendetwas mal nicht ganz so läuft, wie es sollte.

Was immer wieder schön ist, ist die Gemeinschaft untereinander, wenn wir recht lange auf der Autobahn sitzen. Wenn man eine Band auf der Bühne sieht, separiert man das ein bisschen in den Sänger, der viel Kontakt zum Publikum hat, der Schlagzeuger sitzt irgendwo weiter hinten… Aber im Bandbus ist das ganz anders, da sind alle gleich. Da hat man ziemlich coole Gespräche, die auch tiefer gehen, weil wir eben sehr, sehr gut befreundet sind. Und das ist schon immer schön.

Das würde ich mit der Band gerne noch erreichen:

Wir haben uns heute auf der Herfahrt mal angeschaut, was wir für neue Musik machen könnten. Wir würden gerne ein neues, drittes Album raus bringen, wo wir uns musikalisch ein Stück weit wirklich absetzen. Mit elektronischen Elementen zum Beispiel. Also Sachen finden, die vielleicht nicht neu sind, aber doch ein Stück weit sehr innovativ sind.

Sich absetzen von dem: Wenn man so als Schülerband anfängt mit der klassischen Besetzung Gitarre, Bass, Schlagzeug, dann ist auch ziemlich klar, wo das ganze hinläuft, wenn man Songs schreibt. Wenn man aber anders anfängt, zum Beispiel am Computer ein paar Sachen vorprogrammiert und dann dazu spielt, kann das einen ganz anderen Klang geben. Ich bin da echt gespannt, wie man das noch weiterentwickeln könnte.

Mein Traum ist der, dass das, was wir zu erzählen haben in unseren Liedern und Texten, bei den Menschen ankommt und die Leute dadurch berührt werden. Und wenn sie berührt werden, dass sie dann auch wirklich sagen: „Ich kauf mir die CD, ich gehe zum Konzert, weil ich das gut finde, was da rüber kommt. An Atmosphäre, an Aussage, und weil es mir eventuell auch über Sachen hinweghilft.“

Wir haben zum Beispiel auf unserem letzten Album ein Lied, das heißt: „Kannst du mich hörn?“ Da hat unser Sänger drin verarbeitet, dass seine Schwiegermutter, eine gute Freundin von uns, gestorben ist. Er sagt darin: „Bist du jetzt glücklich, wo du jetzt bist?“ Wir als Christen wissen, dass es die Ewigkeit gibt – und trotzdem ist es manchmal noch schwierig, mit dem Tod umzugehen.

Und wenn man dann so ein Lied schreibt, wo sich andere Leute vielleicht verstanden fühlen, die in einer ähnlichen Situation sind und sagen: „Ja, das gibt mir Hoffnung“, oder „Ich kann damit meine Trauer verarbeiten“, in dem Fall finde ich das natürlich ne richtig starke Sache. Und wenn man dann Mails kriegt wie: „Das hat mich bewegt“ oder „Danke, dass ihr das Lied geschrieben habt“, das sind dann so Momente, wo ich sage: Das ist cool!

Das geht über das übliche Musikhören hinaus. Man beeinflusst Menschen, weil Musik doch sehr zum Herzen sprechen kann, was sonst nicht so einfach möglich ist.

Ich hab noch ne technische Frage. Du sagst, ihr wollt musikalisch was Anderes machen bei der nächsten CD. Welche konkreten Möglichkeiten hast du mit deinem Bass, den Sound zu gestalten?

Wir haben den großen Vorteil, dass unser Sänger (Nathanael Wendt) ein eigenes Tonstudio hat, das bei uns im Proberaum entstanden ist. Ich spiele eigentlich nur den elektrischen Bass. Da kann man auf diesem Signalweg natürlich eine ganze Menge machen. Heutzutage hat man ja diese digitalen Programme, mit denen man das aufnimmt. Und dort gibt’s dann Unmengen von Effektsachen, die man anwenden könnte. Da wollen wir dann gerne mal experimentieren. Da gibt’s den einen Weg, den Bass einzuspielen und mit Effekten zu verändern, und der andere Weg wäre, doch mal das Keyboard zu nehmen und einen synthetischen Bass damit zu spielen. Der wirklich nur vom Computer erzeugt wird. Das waren die Sachen, die wir heute im Auto besprochen haben und die wir jetzt mal versuchen werden umzusetzen.

Den Fans möchte ich noch sagen:

Ich finde, das Herausfordernde oder das Schwierige ist ja… Jetzt mittlerweile sind wir ja schon 27. Als wir angefangen haben, waren wir erst Schüler, dann Studenten. Jetzt, mit Familie, sehen wir, dass das Leben schon auch anders wird, weil man Verantwortung hat. Aber ich bin davon überzeugt und erlebe das, dass Gott einen persönlich führt in jedem kleinen Schritt. Ich würde deshalb keine Ausreden gelten lassen, wenn jemand sagt: „Ich mach aber den Job, um meine Familie zu ernähren, auch wenn mir das z. B. überhaupt keinen Spaß macht und ich nur gefrustet zur Arbeit gehe.“

Ich glaube, dass Gott einen super Weg für jeden Einzelnen hat und die Herausforderung, den zu finden, das wünsche ich, dass das gelingen kann und dass man da mutig ist für sein Leben. Und sich nicht so als Opfer sieht. Das beschäftigt mich selber gerade so, weil ich zum ersten Mal ins Arbeitsleben eingetreten bin. Ich bin teilweise schon mal ein bisschen gefrustet und denke: Hey, jetzt hänge ich hier rum am Computer. Und ob das so einen Sinn macht? Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass Gott mich im Moment an dieser Stelle haben will. Und das gibt mir dann auch wieder Kraft. Aber ich bleib trotzdem bereit zu sagen: Was hast du? Ich wünsche mir, dass das für jeden so ist. Dass jeder diesen Mut hat, da zu fragen. So lange, bis Gott ihm eben die Antwort gibt.

Okay, klasse – danke dir!

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