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D:PROJEKT: Nathanael Wendt – Gitarre & Gesang

13 Dezember 2009 Eingestellt von: Gerhard 753 klicks Keine Kommentare

Nathanael Wendt – Gitarre & Gesang

Nathanael Wendt 4Das Interview fand im Frühjahr 2009 statt. Ein weiteres Interview zum Tonstudio von Nathanael fand am 29.11.2009 im Rahmen von Ilses Stehlampenrock statt (siehe unten).

Name, Vorname, Nickname:

Nathanael Wendt  

Alter, Wohnort, Beruf bzw. Ausbildung:

29, Dresden, Musiker und Produzent (www.natom-productions.de)

In der Band spiele ich (singe ich):

Ich bin Sänger von D:PROJEKT   

Frühere Bands, an denen ich beteiligt war:

Bloody Tears (zu Deutsch: Blöde Tiere)   :-)

Musikalischer Werdegang:

Zunächst Blockflöte (volle Granate), dann Konzertgitarre (auch brav) und dann im Selbststudium E-Gitarre, A-Gitarre, Gesang  

Musikalische Vorbilder sind:

Eric Clapton, 30SecondsToMars, Mando Diao, Panic at the Disco und viiieeele andere Bands/Musiker  

Zur Band bin ich gekommen wegen / durch:

Daniel, meinen Bruder und Trommler der Band. Die Jungs suchten bei Bloody Tears nen neuen Gitarristen. Aus der Band entstand dann später D:P

Meine Hobbys sind:

Geocaching  

Wenn ich zum Essen eingeladen werde, wähle ich:

Das, was der Gastgeber kocht…  

Beim Trinken sage ich nicht nein zu:

Gutem Rotwein

Nathanael Wendt 1Im Kino / TV schaue ich gerne:

Aktuell Slumdog Millionaire  

Im Radio / von CD höre ich gerne:

Amy Mac Donald  

Meine Oma sagte einmal:

„Hallo, schön, dass du da bist!“  

Mein schönstes D:PROJEKT-Erlebnis:

Live im ausverkauften Schlachthof (große Konzert-Location in Dresden) als Vorjahressieger bei einem Bandwettbewerb  

Das würde ich mit D:PROJEKT gerne noch erreichen:

Eine komplett ausverkaufte Tour wäre schön.  

Den D:PROJEKT-Fans möchte ich noch sagen:

Rock’n’Roll ist nicht alles, aber ohne Rock’n’Roll ist alles nichts… Und noch was Wichtiges: Es ist schön, dass es DICH gibt! Du bist kein Produkt des Zufalls, sondern eine wertvolle Persönlichkeit, die von vielen geschätzt & geliebt wird. Du glaubst mir nicht? Frag deine Freunde.

(Oder schreib mir ne Mail: singsang@d-projekt.com)  

Nathanael Wendt – Fragen zum Tonstudio

* * *

Nathanael Wendt betreibt das »natom productions«-Tonstudio in Dresden. Die Fragen stellte Gerhard

Nathanael Wendt 2Erzähl mal was über Dich…

Ich bin Nathanael, der Sänger von D:PROJEKT. Wenn ich nicht Musik mache mit der Band, habe ich ein eigenes Tonstudio in Dresden, in dem ich Aufnahmen mache. Zum Beispiel mit vielen Bands aus verschiedenen Musikrichtungen von Pop, Rock und Metal über Hardcore oder – mal völlig ne andere Richtung – auch Jazz oder Swing und solche Sachen. Da kommen inzwischen auch viele Bands aus dem Profibereich zu mir.

Letztens hatte ich eine Queen Cover-Band aus Dresden da, die nennt sich »Mercury«. Da haben wir richtig mit Orchester gearbeitet, mit der musikalischen Komödie Leipzig. Und mit einem richtig klassischen Chor. Wir haben eine Orchester-Platte gemacht. Wirklich die Queen-Songs – verrockt, aber mit Orchester. Sehr, sehr aufwändig, das hat auch ziemlich lange gedauert – über Wochen und Monate.

Ein kleiner Ausblick: Alles, was man vor ein Mikrofon stellen kann, was ein (akustisches) Signal gibt, kann ich aufnehmen, mischen, mastern. Das biete ich gerne allen Bands, die Lust haben, ins Studio zu kommen, an.

Hat sich Equipment mäßig oder räumlich was getan in letzter Zeit?

Räumlich bin ich immer noch an derselben Stelle Ich habe diese Räume jetzt aber selbst, für mich alleine, gemietet, während ich früher mit einem Freund drin war. Ich habe einen sehr großen Aufnahmeraum mit mehr als 100 Quadratmetern mit normalen Fenstern, also Tageslicht. Dazu noch einen kleinen Aufnahmeraum, den kann man dann auch parallel nutzen.

In letzter Zeit hatte ich häufiger Bands, die zusammen eingespielt haben. Das ist oft der Wunsch der Bands selbst. Damit ich das dann aber akustisch gut getrennt kriege, um es hinterher gut mischen zu können, habe ich die beiden Räume zur Verfügung, die gleichzeitig funktionieren, also verkabelt sind mit meiner Regie. Der große Aufnahmeraum ist zum Beispiel so groß, dass ich den Gitarren-Verstärker so weit vom Schlagzeug weg stellen und mit meinen akustischen Wänden abtrennen kann, dass das Schlagzeug nicht in die Gitarre rein klingt und umgekehrt. Trotzdem aber stehen die Musiker in einem Raum und können sich angucken. Das ist schon optimal. Die Räumlichkeiten sind echt ziemlich cool und obwohl mein Gebäude ziemlich „old school“ ist – ein ziemlich altes Fabrik-Gebäude – sind die Verhältnisse optimal.

Equipment mäßig habe ich mir vor kurzem für ziemlich viel Geld jede Menge Mikrofone nachgekauft für alles: Schlagzeug, Bläser, Gitarren… Man investiert ständig, auch in Software, Updates, so dass man immer auf dem neuesten Stand ist.

Virtuelle Instrumente auch?

Ja. Ich hab mir jetzt erst ein akustisches Klavier gekauft (als Software), das nennt sich »Ivory«. Das ist ziemlich cool. Es gibt viele gesampelte (digital aufgenommene und gespeicherte) Instrumente, aber Ivory hat den Vorteil, dass es mit den originalgetreuesten Sound hat. Der Nachteil ist, dass es so viele Samples sind, zig Gigabyte – und damit hat der Rechner ganz schön zu tun mit Laden. Wenn man aber einen modernen Rechner hat – ich hab nen ganz normalen Quadcore Prozessor – läuft das problemlos. Ohne Stress lädt man dann die Sachen rein. Ich hab einfach mal ein par Presets (vom Hersteller vorgefertigte Instrumentenstimmen) letztens ausprobiert, ich hab das noch nicht so lange, und das klingt für mich, für meinen Geschmack bedeutend besser als das Akustik-Piano von Native.

Das große Plus von Akustik-Piano ist, dass es sich im Mix richtig gut durchsetzt. Wenn man einen Pop-Rock-Mix hat und nimmt das Native Instrument, dann klingt das super, alles gut! Aber wenn ich eine Ballade habe, wo ich erstmal ne ganze Strophe nur Klavier hab und Gesang, war mir das bisher immer zu dünn und vor allem zu unnatürlich. Da klingt das »Ivory« einfach sehr genau.

Natürlich wird jeder Klavierspieler sagen: „Ein echter Flügel ist ein echter Flügel!“, das sehe ich auch selber so. Vor allem das Spielgefühl ist einfach anders, wenn du an einem echten Klavier sitzt. Weil du den Sound auch fühlst. Das ist mir alles klar. Aber rein vom Sound, wie das Ivory klingt, haben mir inzwischen auch schon Jazz-Pianisten, die ich im Studio hatte, bestätigt, dass das wirklich ein sehr ordentlicher Sound ist. Ich hab das jetzt genutzt bei dem Jazz-Ensemble – und die waren sehr glücklich damit und konnten damit gut leben.

Am liebsten nehme ich handgemachte Musik auf. Die VST-Instrumente (Virtual Studio Technology) sind ein Zusatz, den man mit rein nimmt. Aber eine coole Live-Band ist nicht zu ersetzen. Das macht auch viel Spaß.

Nathanael Wendt 1Wie viele Kanäle kannst Du gleichzeitig höchstens aufnehmen?

Das ist ne gute Frage – da hab ich noch gar nicht weiter drüber nachgedacht! – Bei dem Orchester hatten wir etwa 40 bis 50 Kanäle, haben aber auch einiges zusammengeborgt, weil wir das ja vor Ort aufnehmen mussten. Da musste ich mein halbes Studio auseinander nehmen und noch andere Sachen dazu ausleihen.

Bei mir jetzt im Studio – lass mich kurz darüber nachdenken – könnte ich 26 bis 28 Kanäle analog sofort aufnehmen. Ohne dass ich jetzt groß was umstecken oder umbauen müsste. Plus jede Menge digitale Kanäle, das ist über ADAT kein Problem. Beim Schlagzeug braucht man alleine schon zwölf bis 14 Mikrofone, wenn man das will. Plus Bass, Keyboard, Gitarren… man kommt dann auf maximal 20 Kanäle im Schnitt, die man gleichzeitig gut aufnehmen kann. Weil man dann immer noch viele Sachen „overdubt“ (zusätzliche Aufnahmen bzw. Instrumente in eine vorhandene Tonspur einfügen).

Beim Jazz zum Beispiel braucht man fürs Schlagzeug nicht so viele Mikrofone, weil das da mehr räumlich klingen muss. Man nimmt da mehr „Overheads“ (also höher als der Kopf des Schlagzeugers angebrachte Mikrofone) und verschiedenen Stereo-Mikrofon-Anordnungen auf. Dann hast du wieder mehr Platz für Kontrabass oder so.

Vielen Dank für die Auskünfte!

Mehr zu D:PROJEKT gibt es – hier.

Mehr zum “natom productions” Tonstudio gibt es – hier.

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