D:PROJEKT im Interview
14 Dezember 2009 Eingestellt von: Gerhard 424 klicks Keine Kommentare
… beim BRF 2009
Da dieses Interview inhaltlich zu den Einzel-Interviews der D:PROJEKT-Bandmitglieder gehört, haben wir es aus der Versenkung geholt und hier her gezogen…
Von Stephi
Seid ihr noch nervös vor euren Auftritten?
Heute ja, weil das ist schon etwas Besonderes hier. Wir sind jetzt zum vierten Mal beim Balinger Rockfestival.
Ein bisschen aufgeregt bin ich, ja.
Damit hat sich auch die zweite Frage schon erledigt: Seid ihr zum ersten Mal beim Balinger Rockfestival?
Beim ersten Mal waren wir allerdings noch unter einem anderen Namen da: Wir hießen damals noch „Bloody Tears“. Mit einem anderen Sänger, da haben wir auch ganz andere Musik gemacht.
Mit D:PROJEKT sind wir zum zweiten Mal hier.
Es ist sehr schön hier!
Wie seid ihr zu eurem Bandnamen gekommen und was bedeutet er?
Wie gesagt hießen wir früher „Bloody Tears“ und haben englische Rockmusik gemacht. Das ist aber schon weit über zehn Jahre her. Dann habe ich angefangen, deutsche Texte zu schreiben und deutsche Lieder zu komponieren. Ein Teil der damaligen Band hat sich dann getroffen zu so genannten „Deutsch-Projekt Proben“ – und das haben wir dann abgekürzt in D:PROJEKT. So im Umgangsjargon – und das ist dann irgendwie stehen geblieben. Als wir dann später einen Bandnamen gesucht haben, haben wir gesagt, wir bleiben mal beim D:PROJEKT wegen dem Deutsch.
Woher kennt ihr euch?
Drei von uns sind Brüder. Nathanael, Daniel und Benjamin.
Ich bin ein Freund. Ich hab den Nathanael auf einer Freizeit in Schweden kennen gelernt. Wir waren da 15 oder 16 Jahre alt.
Ich hab von daher gewusst, dass er Bass spielt und hab ihn dann in die damalige Band geholt.
Stephi: Und ihr seid beide zufällig aus Dresden gekommen?
Das war ne Freizeit nur für Leute aus Dresden und Umgebung.
Wie würdet ihr euren Musikstil beschreiben?
Als deutschen alternativen Pop-Rock. Mitreißende Musik mit ansprechendem Text, melodisch, zum Mitsingen, zum Schwärmen, zum Träumen, zum Hoffen – halt emotional.
Um was geht es in euren Texten hauptsächlich?
„Hauptsächlich“ kann man nicht sagen: Wir schreiben über alles, was uns irgendwie bewegt, was uns im Alltag begegnet, ob Schicksalsschläge… – Manche von meinen Songs, die ich vor sechs bis acht Jahren geschrieben hab, sehe ich heute schon wieder ganz anders, weil ich schon wieder ganz andere Erfahrungen gemacht habe. – Da sind Liebeslieder dabei, oder welche über Freundschaft oder das Kennen lernen. – In einem Lied geht es auch um Erfahrungen, die wir mal mit einem nicht so tollen Manager gemacht haben. – Es gibt tatsächlich so Texte, die man einfach erst so aufschreibt und erst im Nachhinein den andern erklärt, was es eigentlich bedeutet.
Was habt ihr mit eurer ersten Gage gemacht?
Oh, bestimmt in irgendwelche CD-Produktionen gesteckt.
Wir haben das Geld nie ausbezahlt. Wir haben es in die Bandkasse gesteckt und damit wurde eine CD finanziert. Wir haben für Benjamin die Keyboards gekauft.
Euer bisheriges Auftritts-Highlight?
Wir haben einige gehabt.
Wir haben in Ostdeutschland bei einem tollen Bandwettbewerb mitgemacht, der nennt sich f6-Music-Award…
Der wurde ziemlich groß aufgezogen, und da haben wir den Vorausscheid in Sachsen gewonnen (in Leipzig). Das Finale war in Berlin, in der Columbia Halle, das ist so der angesagte Club, da kann man normalerweise nicht so einfach spielen. … Das war zum Beispiel cool.
In Dresden haben wir einmal im ausverkauften Alten Schlachthof bei einem Bandwettbewerb gespielt.
Dann waren wir vor vielen, vielen Jahren beim Christival. Das war 2002 oder so. Wir haben da im Stadion gespielt vor 30.000 Leuten – ein Lied – aber das war ein Highlight.
Wir versuchen, einmal im Jahr auf Tour zu gehen, das bedeutet, dass wir eine Woche oder zwei Wochen lang jeden Tag auftreten. Das haben wir letztes Jahr schon mit Crushead gemacht. Oder wir waren mit Revolverheld auf Tour. Das war, als sie bei Stefan Raabs „Bundesvision Songcontest“ mitgemacht haben und groß raus gekommen sind. Direkt danach sind wir mit denen auf Tour gegangen. Das war immer ausverkauft.
Das war Februar 2006.
Dann haben wir auch mal Silbermond getroffen in München. 2.000 Leute – also, es gab schon echt schöne Sachen!
Sind euch schon Pannen auf der Bühne passiert?
Oh ja! … Da fiel mal der Stecker von Christophs Gitarre raus, weil da Wasser in die Steckdose rein gekommen war. Auch heute passiert es noch, dass Saiten reißen.
Wir hatten auch schon ne richtige Panne – so ne Autopanne zum Beispiel. Reifen ging kaputt…
Wir haben schon mal so ein Bühnen–Podest zertrümmert. Das war ein Selbstbau. Da hab ich gleich von Anfang an gesagt: „Das wird nie halten, wenn ich hier springe!“ – „Ey, das hält auf jeden Fall!“ – Dann bin ich drei Mal gesprungen und war 50 Zentimeter tiefer! Dann haben wir das Ding zertrümmert.
Wir haben schon Beckenständer ab geschmissen, die flogen von der Bühne runter.
Aber wir haben auch schon eine richtige Bühnen-Verletzung erlebt. Unser ehemaliger Gitarrist hat sich mal den Arm verrenkt. Die Geschichte war ja so, dass ich einen Bandscheibenvorfall hatte und deshalb nicht mitfahren konnte. Auch Benjamin konnte nicht. Dann sind wir zu dritt los. Und dann hat Christoph sich den Arm ausgekugelt – beim Sturz auf der Bühne – und dann haben wir den Gig am nächsten Tag abgesagt! Denn zu Zweit ging wirklich nichts mehr.
Gab es schon verrückte Fan-Aktionen?
Ist die Cori verantwortlich für die verrückten Fan-Aktionen?
Sie hat einen Kuchen gebacken mit unserem Album-Emblem.
Ja, oder irgend welche krassen Banner oder Plakate, die die Leute mitbringen.
Verrückte Fan-Aktionen sind auch, wenn uns Leute viele, viele Kilometer durch Deutschland hinterher reisen, also von Süden nach Norden oder Norden nach Süden.
Aber viele Fans sind einfach nur normal.
Gibt es etwas, nach dem ihr süchtig seid? (Internet, Kaffee, Zigaretten, Musik, Fernsehen, Fußball, …)
Süchtig bin ich glaube ich nicht.
Ich bin Fußball-Fan.
Bei welchem historischen Ereignis wärt ihr gerne dabei gewesen?
Ich wäre gerne so richtig beim Mauerfall in Berlin dabei gewesen.
Aber wir waren ja noch zu jung, ich war Neun …
Ich wäre gerne mal im Mittelalter gewesen. Das Leben war sicher ziemlich hart dort. Keine Autos und so.
Ich wäre gerne beim Herr der Ringe…
Das ist ne coole Frage! Es gibt viele Ereignisse, wo ich gerne mal…
1871, Bismarck, das war ne coole Zeit!
Wie sehen eure Zukunftspläne aus, Jungs?
Konkret ist, dass wir ein neues Album raus gebracht haben im Dezember letzten Jahres. Das ist quasi noch ziemlich neu. Die nächsten Monate werden wir es promoten: Konzerte spielen, um Vermarktungswege kümmern, was wir aber schon getan haben. Dann fangen wir damit an, wieder für ein neues Album Lieder zu schreiben. Aber das ist jetzt nicht so konkret, dass wir sagen würden, dann und dann müsste das jetzt erscheinen. Im Sommer fangen wir an.
Wollt ihr zum Schluss noch was an eure Fans loswerden?
Wir wollen mit unserer Musik unterhalten und Freude bereiten. Wir wollen mit unserem neuen Album „Sofakosmos“ die Leute ein Stück weit aus ihrem Alltag abholen. Von ihren Sorgen befreien, sozusagen.
Okay, gut, das war’s dann! – Vielen Dank für die Auskünfte!
Das Interview führte Stephi
Fotos von Stephi
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