D:PROJEKT: Benjamin Wendt – Keyboard & Back Vocals
11 Dezember 2009 Eingestellt von: Gerhard 570 klicks Keine Kommentare
Das Interview fand im Rahmen von Ilses Stehlampenrock am 29.11.2009 in Neuffen statt.
Name, Vorname, Nickname:
Hallo, ich bin Benjamin Wendt.
Alter, Wohnort, Beruf bzw. Ausbildung:
Ich bin 26 Jahre alt und wohne bei Dresden. Ich bin selbstständig als Ton-Ingenieur und Ton- und Lichttechniker beim Fernsehen.
In der Band spiele ich (singe ich):
Ich spiele Keyboard und singe Back-Vocals beim D:PROJEKT.
Frühere Bands, an denen ich beteiligt war:
Ich hab früher in einer Band gespielt, die es vorD:PROJEKT gab, da waren fast alle jetzigen Musiker: Bloody Tears. Und auch in anderen Combos. Das waren aber kleinere, nicht solche, wo wir fest Konzerte gegeben haben.
Musikalischer Werdegang:
Ich habe mit sieben Jahren angefangen, Flöte zu spielen, zwei Jahre lang. Das war ganz gut, da konnte man vor allem dann auch die Noten kennen lernen. Mit Neun habe ich angefangen, klassisches Klavier zu lernen. Und zwar sieben Jahre lang. Dann habe ich noch zwei Jahre Orgel gespielt. Und dann habe ich die ganzen musikalischen Bandsachen so nebenher durchs Spielen gelernt.
Zur Band bin ich gekommen wegen / durch:
Weil ich zwei Geschwister in der Band habe, die älter sind und schon in der Band gespielt haben – und ich bin dann irgendwann mit reingerutscht.
Musikalische Vorbilder sind:
Das ist verschieden. Zurzeit absolut, das haben die andern sicher auch schon gesagt, ist es ne dänische Band: DÚNÉ, die mich gerade als Keyboarder stark beeinflusst. Weil die elektronische Musik mit Rock verbinden. Das ist so ein Mix, der cool ist. Die hatten auch auf ihrem Konzert ne coole Support-Band. – Was mich halt zurzeit stark beeinflusst, ist Rockmusik, die stark von elektronischen Elementen bis hin zu Techno-Elementen geprägt ist, weil das sehr innovativ ist. Das ist sehr tanzbar und sehr melodisch. Und es geht ein bisschen weg von diesem klassischen New Metal Rock. Was ich auch mal ganz gerne höre, was aber jetzt nicht so mein Ding ist. Also Linkin Park oder solche Geschichten. Die beeinflussen mich zurzeit nicht so massiv.
Was beeinflusst mich noch? – Eher so ganz ruhige Sachen wie Norah Jones. Oder Samuel Harfst. Halt mehr so aus der Richtung. Ich finde, unser eigenes SOFAKOSMOS-Album ist manchmal ein Stück weit Inspiration für mich, weil das mehr die akustischen Instrumente hervorhebt.
Meine Hobbys sind:
Vor allem die Familie. Ich freu mich, wenn ich Zeit für die hab. Ich hab zwei kleine Kinder. Einen Sohn und eine Tochter – und einen Hund, der sehr aktiv ist und mit dem man sich fit hält, weil man mit ihm immer raus muss und los muss.
Wenn ich zum Essen eingeladen werde, wähle ich:
Wenn ich mit meiner Frau zusammen eingeladen werde, dann gehen wir oft zum Italiener. Dort wähle ich dann Pizza. Das ist nichts Gesundes, aber es schmeckt.
Beim Trinken sage ich nicht nein zu:
Das kommt darauf an! Ich trinke mal gerne einen Wein, mal gerne ein Bier, aber manchmal auch einfach nur nen Saft. Und dann natürlich einen „KiBa“ – also einen Kirsch-Bananen-Saft.
Im Kino / TV schaue ich gerne:
Das kommt darauf an. Es gibt Tage, da gucke ich einfach mal richtig klassische Männerfilme, weil einfach nur ein bisschen geballert wird und alles ganz schnell ist. Action – natürlich hier die Bourne-Trilogie mit Matt Damon. Das ist ganz, ganz, ganz großes Kino, für mich zumindest. Oder Herr der Ringe, muss ich sagen. Kein Problem. Das schaue ich wirklich gerne und immer wieder. Oder dann halt ein bissel auch so Comedy-Sachen, also Fernsehserien so über YouTube: Immer wieder Jim oder so Sachen, das ist sehr lustig.
Ich guck auch gerne die alten Kinderfilme von Pumuckl, die finde ich auch lustig. Weil meine Kinder natürlich auch darauf stehen. Oder damit anfangen. So weit ist es eigentlich noch nicht.
Im Radio / von CD höre ich gerne:
Im Radio höre ich gerne Jugendsender, muss ich ehrlich sagen, weil die sehr viel neue Musik spielen. Ab und zu zwar auch Sachen, die mich nicht interessieren, aber mich nerven so die klassischen Mainstream-Sender. Die hör ich zwar auch mal, aber es ist halt noch nicht so meine Generation. Ich fühle mich da mit 26 noch nicht so richtig hin gehörig. Weil die zu oft die Sachen spielen, die schon ewig lange gelaufen sind. Die älteren Sachen interessieren mich nicht, weil das noch nicht meine Jugend war. Die Jugendsender spielen dann zwar auch so alle drei Stunden wieder das Gleiche, aber na ja…
Von CD höre ich natürlich das, was mich auch beeinflusst. Also DÚNÉ oder die ruhigeren Sachen, wie schon gesagt. Oder manchmal auch nur ganz normal irgendwelchen Rock oder Pop, so nebenbei, das hat dann aber keine tiefere Bedeutung.
Bist du nach irgendetwas süchtig? (Alkohol, Nikotin, Schokolade, Internet…)
Kein Alkohol, kein Nikotin, geraucht habe ich sowieso noch nie, das fand ich schon immer seltsam. Schokolade? Nö. Also, ich mag schon Süßigkeiten gerne, im Internet befinde ich mich auch sehr häufig. Ob man danach süchtig ist? Der falsche Begriff – aber ich muss sagen, das Internet hat schon wirklich ne massive Bedeutung. Ich kann’s von der Arbeit her gar nicht weglassen, aber wenn ich mal Urlaub hätte? Ich hab ja selbst auf meinem Handy dauerhaft Internet. Wenn ich unterwegs bin checke ich selbst da immer meine Mails und mache Geocaching darüber oder solche Sachen.
Ach ja, bei Hobbys: Geocaching, dieser GPS-Schatzsucher. Kennen vielleicht einige. Oder, wer nicht, mal nachschauen: www.geocaching.com. Da rennt man mit so einem GPS-Gerät durch die Natur und da haben andere Leute irgendwelche kleinen Schätze oder so was versteckt. Das ist so ein weltweites Spiel, das gibt’s auf allen Kontinenten. Jemand versteckt was, die andern suchen – und das ist so eine Community, und das macht Spaß. Ich war gerade draußen mit unserem Sänger und unserem Mercher und wir haben draußen einen Cache gesucht – und gefunden.
Bei welchem historischen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen?
Na, ich wäre schon gerne dabei gewesen, als Jesus auf der Erde gelebt hat. Das war bestimmt krass. Weil man das, wenn man das heute versucht nachzuvollziehen, nicht wirklich verstehen kann, wie das damals wirklich war. Das ist für mich doch ne krasse Sache.
Ich wünsche mir das nicht, aber manchmal überlege ich mir, wie das eigentlich gewesen ist im zweiten Weltkrieg. Einfach, weil ich es nicht verstehen kann, wie viele Leute gehandelt haben – und mich interessieren würde, wie ich mich verhalten hätte. Im Nachhinein kann man das immer alles leicht verurteilen, weil man jetzt einen ganz anderen Überblick hat.
Sonstige historischen Ereignisse? Irgendwelche fröhlichen Sachen. Zum Beispiel den Gewinn der Weltmeisterschaft von unserer Fußball-Nationalmannschaft 1990, das war geil. Da war ich noch so klein. Das war bestimmt aufregend gewesen damals.
Mein(e) Oma/Opa/Mama/Papa/Tante/Onkel/Schwester/Bruder/…/ sagte einmal zu mir:
Ach du Schreck! Ein Spruch, der mir hängen geblieben ist? Meine Frau hat mal zu mir gesagt, und das fand ich sehr toll: Dass ich sehr zuverlässig bin und wenn ich etwas sage, dass ich das dann auch gleich mache. Das ist ein Anspruch, wenn ich was sage. Ich merke jetzt, wenn ich älter werde, oder wenn man ziemlich stark beschäftigt ist, oder wenn man den Eindruck hat, dass man etwas nicht sofort machen kann, so die Sachen im täglichen Leben, dann mache ich das nicht gleich und dann versackt das wieder. Und dann erinnere ich mich nämlich zurück, dass damals meine Frau zu mir gesagt hat, dass man sich eigentlich auf mich verlassen kann. Und das ärgert mich, wenn ich heute merke, dass ich davon ein bissel weggekommen bin. Das ist in gewisser Weise auch ne Herausforderung für mich.
Witzig – so habe ich das noch nie betrachtet – aber jetzt, wo ich diese Frage gestellt bekomme… Dass ich halt versuche, immer wieder daran zu arbeiten. Zum Beispiel kann ich es nicht leiden, dass ich ziemlich oft unpünktlich bin. Aber das ist manchmal echt schwer!
Mein schönstes Band-Erlebnis:
Cool waren die Supports, die wir gespielt haben. Zum Beispiel das Konzert vor Silbermond in München. Das vergisst man einfach nicht. Natürlich auch, weil man selten solche großen Sachen spielt. Oder auch die Support-Tour mit Revolverheld, wo wir sieben Konzerte gespielt haben vor denen. Das waren coole Erlebnisse.
Aber auch ganz am Anfang, als wir unsere erstes Konzert auf dem Christival in Kassel 2002 gegeben haben. Da haben wir gleich den Wettbewerb gewonnen. Das war auch cool, weil das damals auch so ne Motivation war zum Start der Band. Wir hatten und halt damals getroffen und hatten uns so zehn Tage zusammengesetzt, Lieder geschrieben, gespielt, aber wir hatten natürlich noch nicht die Lieder für ein ganzes Konzert. Wir haben dann bei dem Wettbewerb ein Lied gespielt und gleich gewonnen, das war sehr cool.
Wir hatten auch mal eine Single veröffentlicht und dann ein Video dazu gedreht – das war alles sehr witzig. Damals sind wir sogar hier bei uns im Radio gelaufen. Das war cool!
Das würde ich mit der Band gerne noch erreichen:
Mein Traum ist immer noch, irgendwann einmal vollprofessionell Musik zu machen. Und nichts anderes mehr machen zu müssen, als auf Tour zu gehen oder Lieder zu schreiben oder Produktionen zu machen und zu üben. Das ist schon ein Traum. Das würde ich schon gerne erreichen. Ich weiß zwar, dass das alles immer relativ unrealistisch ist, aber wir versuchen trotzdem alle unseren Alltag so auszurichten, dass wir’s trotzdem schaffen, unsere Musik weiter zu machen. Und so wie an diesem Wochenende, welches ja auch für uns jetzt außergewöhnlich ist, einfach mal wirklich fünf Tage lang nur auf Tour zu sein. Wenn man in einem festen Arbeitsverhältnis ist, kann man das kaum machen, weil man die Zeit dafür dann schwer findet. Aber es wäre natürlich schon ein Traum, man könnte ausschließlich das machen.
Den Fans möchte ich noch sagen:
Zuerst möchte ich mich bei den Fans dafür bedanken, dass sie schon so viele Jahre zu uns halten. Auch heute sind schon wieder Leute da, die wir oft sehen, die immer wieder zu unseren Konzerten kommen. Was für uns natürlich ne Ehre ist. Ich bin manchmal echt dankbar, wenn man so drüber nachdenkt, dass man wirklich schon so viele Leute begeistern konnte durch Musik oder ihnen einfach helfen konnte über Texte oder die Musik. Sie bei schweren Zeiten in ihrem Leben dadurch zu motivieren. Ich will nicht sagen, dass sie das durch unsere Musik durch gestanden haben, aber sie hatten irgendwie nen Punkt, wo sie etwas erlebt haben, und dann hat sie ein Lied angesprochen und das hat ihnen neue Kraft gegeben oder hat sie zum Nachdenken angeregt. Was auch immer. Das finde ich cool, dass das überhaupt möglich ist. Ich finde es gut, dass viele einfach so zu uns halten, unsere CDs kaufen, zu unseren Konzerten kommen.
Klasse – vielen Dank! Freut mich sehr!
Mehr zu D:PROJEKT gibt es – hier.





Kommentar hinterlassen