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„Herr Abendschein und seine Rosmarie“

11 Januar 2010 Eingestellt von: Gerhard 770 klicks Keine Kommentare

… im Interview

Christoph Schaible von Sacrety als unser neues inoffizielles Reaktionsmitglied interviewt „Herr Abendschein“ (Neues Musikprojekt von Ergi, dem Sänger von CEiL) beim Christmas Rock 2009.

09Du bist ja Frontsänger in der Band CEiL, aber du hast jetzt ein Soloprojekt, das heißt „Herr Abendschein und seine Rosmarie“. Bin ich da richtig informiert?

Ergi: Also ich würde es nicht als Soloprojekt bezeichnen, sondern eher als Duett, es heißt ja auch „Herr Abendschein UND seine Rosmarie“.

Wer ist denn die Rosmarie?

Ergi: Das ist meine Gitarre.

Ah, das ist deine Gitarre. Hast du sie schon länger so genannt?

Ergi: Also ich hab die Rosmarie seit 1998, aber getauft wurde sie 2006.

Und wie bist du auf den Namen gekommen?

Ergi: Das war ein Vorschlag von anderen Leuten und mir hat der Name sehr gut gefallen.

Also kein tieferer Sinn oder so?

Ergi: Ne, also manche Leute vermuten ja, die Rosmarie heißt Rosmarie, weil sie einen Rosengitarrengurt hat – also einen Gitarrengurt, auf dem Rosen drauf sind – aber das ist leider nur eine Sackgasse, diese Vermutung.

Und warum „Herr Abendschein“?

Ergi: Weil das einfach der schönste Name auf der ganzen Welt ist. Und weil mit mir eine studiert – die ist mittlerweile, glaube ich, nicht mehr in Tübingen – aber die heißt tatsächlich „Abendschein“ und ich find den Namen so unglaublich schön und wollte ihr das auch immer mal sagen, dass ich den Namen schön find. – Hab das aber nie gemacht, weil ich sie halt nicht so gut kenne und da dachte ich, wenn ich ihr das so sag, denkt sie ich bin verrückt und ein Stalker. Und deshalb wollte ich ihr das nicht sagen und deswegen mach ich das jetzt einfach so. Wahrscheinlich denkt sie da jetzt auch ich bin verrückt und bin ein Stalker (lacht).

10Wie gesagt, du bist ja eigentlich von CEiL und CEiL ist ja eher bekannt für härtere Töne – auch wenn CEiL unplugged spielt. Und wie kommst du dazu, dass du akustisch und vor allem deutsch singst/spielst – weil CEiL singt ja englisch.

Ergi: Ich sag jetzt mal so: Man wird älter … Und dann ist es auch gut, wenn man mal ein wenig ruhigere Musik machen kann – besonders wenn man ruhigere Musik auch mag – und ich mag das wirklich sehr. Aber CEiL ist auch, wie gesagt, mehr für das Laute zuständig und dann gibt’s quasi als Ausgleich „Herr Abendschein und seine Rosmarie“. Und die Texte sind deshalb deutsch, weil das eben meine Muttersprache ist und ich mich da doch deutlich besser ausdrücken kann. Und das wird dadurch dann auch noch mal ein Stückchen persönlicher, weil’s ja auch prinzipiell nicht die Gedanken von drei Leuten sind, sondern die von einem Menschen, der noch eine Gitarre mit sich rum trägt. Genau, und deswegen deutsch.

Und dich bringt man ja jetzt auch logischerweise mit CEiL in Verbindung – weil du der Frontsänger bist, ist ja klar. – Und da habt ihr ja eine bestimmte Gruppe angesprochen mit CEiL und du sprichst ja jetzt mit deinem Projekt wieder eine neue Gruppe an: Erhoffst du dir dadurch auch, dass so das Spektrum an Zuschauern bei beiden Projekten größer wird?

Ergi: Wäre natürlich sehr schön, aber ist jetzt nicht das primäre Ziel. Das primäre Ziel ist einfach sehr egoistisch, dass ich gern Musik mache, die mir gefällt und die ich verbreiten möchte. Und wenn das dann Leute anspricht, egal bei welcher Musik und egal bei welchem Publikum, dann ist mir das sehr recht …

Ist das heute das erste Konzert von „Herr Abendschein und seine Rosmarie“?

Ergi: Nein, aber wir stehen noch ziemlich am Anfang. Also das Projekt gibt es jetzt so seit diesem Jahr und unser erster gemeinsamer Auftritt war beim CD-Release von dem sagenhaften Kilian Mohns und seiner traumhaften Band. Und jetzt ist heute so das zweite offizielle Konzert – und im März geht es weiter bei faceToface in Heilbronn.

15Und gibt es z.B. terminlich irgendwelche Komplikationen mit CEiL?

Ergi: Ne, eigentlich nicht. Wenn man mal davon absieht, dass wir heute beide hier spielen und man noch nicht so genau weiß, ob das jetzt so richtig cool ist – das wird man erst hinterher sehen. Aber prinzipiell geht CEiL nach wie vor vor. Und das heißt also: Herr Abendschein und seine Rosmarie werden jederzeit zurück treten, wenn CEiL ansteht. CEiL geht einfach vor.

Du hast ja gesagt, du bist eh ein bisschen nervös, weil du noch nicht genau weißt, wie das mit CEiL jetzt so abläuft und so; aber bist du jetzt auch allgemein nervös, weil du nicht noch einen Bassisten und einen Schlagzeuger mit dabei hast? Also wenn du einen Fehler machst, weiß es jeder, dass es du warst?

Ergi: Nein, das ist mir ganz klar … Und ich mach ja keine Fehler (lacht). Ne, also es ist ja so: Wir sind ja Zwei. Das ist ja das Schöne an „Herr Abendschein und seine Rosmarie“. … Das heißt: Es ist tatsächlich ein bisschen ein anderes Gefühl, wenn man da beinahe alleine sitzt, sag ich mal – aber es ist jetzt nicht so, dass ich da groß Angst hab irgendwelche Fehler zu machen. Weil unser Ziel ist auch nicht, da den mega-perfekten Auftritt hinzulegen, sondern einen schönen Auftritt. Und einen schönen Auftritt kann man auch mit ein, zwei Fehlern hinlegen.

11Christoph Schaible: Ja, das macht einen ja auch menschlich.

Ergi: Und das macht auch die Rosmarie als Gitarre menschlich. (Lacht)

Was ist denn das jetzt für ein Stil, denn du da jetzt machst mit deiner Rosmarie? Kann man das als Singer/Songwriter bezeichnen?

Ergi: Ja, das kann man als Singer/Songwriter bezeichnen.

Ich muss grad dran denken: Ihr experimentiert doch sehr gerne mit CEiL – wenn ich da jetzt z.B. an „Waiting for the Jazz Machine“ denke oder so. Wäre das auch was für dich? So Jazz-Projekte?

Ergi: Mit Herr Abendschein und seine Rosmarie?

Christoph Schaible: Ne, auch mit CEiL.

Ergi: Hmmm, also generell machen wir das, worauf wir Bock haben. Und was da dann letzt endlich für ein Musikstil raus kommt, ist uns eigentlich ganz gleich. Und Herr Abendschein und seine Rosmarie werden keine Verstärkung kriegen – da geht es einfach wirklich nur um sie.

12Gut, willst du zum Schluss noch irgendwelche Grüße loswerden?

Ergi: Also ich möchte an dieser Stelle einfach mal den Christoph Schaible von Sacrety grüßen – für den Fall, dass der das jemals irgendwann liest. Wovon ich ausgehe, weil MusikFuerUns sich ja jetzt schon etabliert als Musikmagazin … Und wenn der Christoph Schaible das liest, kann er ja auch seine Band gerne von mir grüßen. Und dann grüße ich noch Gabe von Lifetape.

Christoph Schaible: Wie findest du den denn so? Mich kotzt er ja schon ziemlich an. (ANMERKUNG: Bassist Gabriel (Gabe) saß bei dem Interview dabei.)

Ergi: Also ich find ihn ja schon richtig dufte. (Lacht) Und ich hätte gerne den Bart, denn er auch hat. Der hat schon nen schönen Bart.

Dankeschön für das Interviewen an Christoph Schaible.

Dankeschön für die Antworten an Ergi. :-)

Fragen von: Stephi / Verena / Christoph Schaible

Fotos von Stephi

Mehr zu Herrn Abendschein und seiner Begleitung gibt es – hier.

»Musik für uns« begrüßt Christoph Schaible von Sactety als neues Redaktionsmitglied sehr herzlich und wünscht sich ein schönes Foto und einen Vorstellungstext für die Team-Abteilung…  :-)

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