toolsANDtomatoes: Sven Wagner – Bass
31 Oktober 2009 Eingestellt von: Gerhard 360 klicks Keine Kommentare
Name, Vorname, Nickname:
Sven Wagner. Einen Spitznamen hab ich nicht so richtig, aber manchmal nenn man mich „Senv“, weil der Patrick von Crushead mich nicht aussprechen kann.
Alter, Wohnort, Beruf bzw. Ausbildung:
Ich bin 35, wohne in Sulz und bin gerade Nachhilfe-Lehrer für Auszubildende.
In der Band spiele ich (singe ich):
Früher Gitarre – und seit Januar den Bass.
Frühere Bands, an denen ich beteiligt war:
Keine. Ich hab relativ spät angefangen, Musik zu machen und hab, bevor ich bei „tools“ eingestiegen bin hauptsächlich Worship-Sachen gemacht.
Musikalischer Werdegang:
Ich habe Blockflöte gelernt…
Stephi und Verena: Jaaa – endlich! Der Erste! (Gelächter)
… in der Grundschule. Dann hab ich mit Zwölf mal eine Stunde Gitarrenunterricht gehabt. Ich fand das Mega Kacke und hab damit wieder aufgehört. Und hab Musik ab da gehasst. Also Musik selber machen und singen sowieso. Ich hab mir im Zivildienst dann Gitarre beibringen müssen – und seitdem spiele ich Gitarre. Das war mit 20.
Musikalische Vorbilder sind:
Also jetzt gerade, weil ich frisch Bass gelernt habe, ist es halt der „Flea“ von den Red Hot Chili Peppers. Weil ich dessen Bass-Stil zu spielen halt relativ interessant find. Ich kann das überhaupt nicht, wie der das macht, aber ich finde seinen Sound einfach geil. Das ist nicht so: Da steht noch ein Bass in der Ecke und der macht halt nichts und wenn der nicht da ist, dann wummert’s halt ein bisschen weniger. Sondern der ist halt wirklich, so wie ich das jetzt auch machen muss, sowohl Bass – also Grundlage – als auch ein bisschen um den Markus zu unterstützen bei Solis und einfach ein bisschen mehr Radau zu machen als normalerweise. Und da ist der gerade so mein Vorbild an der Gitarre eigentlich. Da gibt es also Leute, die ich geil finde, die spielen können wie’s Messer – unter anderem der Markus. Aber das sind eigentlich keine Vorbilder.
Zur Band bin ich gekommen wegen / durch:
Durch den Ralf. Der Ralf hat mir den Markus vorgestellt – und ich fand toolsANDtomatoes Scheiße! (Gelächter) Also bevor ich den Markus kennen gelernt hab. Und dann war das so, dass der Keyboarder in Zivildienst gegangen ist und die überlegt haben, was sie machen sollen. Markus und ich haben mal ein bisschen rum gejammt bei denen im alten Proberaum und festgestellt, dass wir uns relativ gut verstehen. Mit Ralf habe ich sowieso schon drei Jahre in ner Band gespielt. Oder was heißt ne Band – bei irgendwelchen Projekten. Und dann haben wir das mal ausprobiert und festgestellt: Okay, Keyboard braucht keine Sau in der Rock- Band. Aber zwei Gitarren sind geil. Und so bin ich damals dann dazu gekommen.
Meine Hobbys sind:
Für Hobbys habe ich gerade wenig Zeit. Ich hab mal als Hobby so ein bisschen Veranstaltungstechnik gemacht. Mach das aber jetzt nebenberuflich als Backliner. Also wie gesagt die Instrumente auf- und abzubauen für andere Bands. Gucken, dass das alles funktioniert. Ich mach noch gerne für den Claas P. Jambor was, wenn der mal da ist. Ich handwerke sehr gerne, wenn ich dazu komme. Ich hab letztes Jahr ganz oft einem Freund geholfen, sein Haus fertig zu machen für seine kleine Family. Und das ist zum Beispiel etwas, was ich zum Abstand nehmen brauche. Also wenn mir die ganze Musik und der Job auf den Sack geht, dann muss ich irgendwas handwerken.
Wenn ich zum Essen eingeladen werde, wähle ich:
Das kommt sehr selten vor, dass mich jemand zum Essen einlädt! Meistens lade ich irgendwelche Leute ein. – Was bestelle ich? Das kommt drauf an, wo man hingeht mit mir. In einem schwäbischen Restaurant kann ich mir mit Käs-Spätzle anfreunden, bin aber da – obwohl ich Hesse bin, ich bin ja gar kein Schwabe – auch mit Wurstsalat zufrieden. Also, wenn’s ums Essen geht, fast alles! Wenn mich jemand einlädt, dann mache ich das vom Hunger abhängig und guck auf die Karte: Was macht mich heute an?
Verena: Andere Frage: Was geht den gar nicht?
Was gar nicht geht? Rosenkohl, Schwarzwurzel, Spargel.
Beim Trinken sage ich nicht nein zu:
Das kommt darauf an. Wenn ich fahren muss ein Radler und wenn ich nicht fahren muss ein Radler oder Apfelsaft-Schorle. Das ist auch stimmungsabhängig. Ich mag auch mal einen Tee trinken, ich mag auch mal ein Bier trinken, ich mag auch mal ne Cola trinken, wobei ich das sehr selten tu.
Im Kino / TV schaue ich gerne:
Kino? Ich war früher mal ein richtiger Kinogänger. Und da habe ich eigentlich bis auf französische Frauenfilme alles geguckt. Ich mach da nicht Actionfilme oder nicht, sondern ich guck mir halt Sachen an, die mich interessieren. Das kann Psychokram sein – Identity zum Beispiel. Da bin ich rein gelaufen, weil ich keinen Horrorfilm schauen wollte. Ich hasse Horrorfilme, das geht gar nicht! Aber Identity ist ja schon in die Richtung mit Knutschen und rum Morden. Ich fand den vom psychologischen Hintergrund her einfach genial. Und auch die Musik, die die da gemacht haben. Und dann gehe ich einfach auch in „Ab durch die Hecke“ wenn ich mal Bock hab zu lachen. Da hab ich überhaupt kein Problem mit. Da bin ich flexibel. – Beim Fernsehen bin ich eher festgelegt auf Sportsachen. Ich interessiere mich sehr für Sport. Bin da auch gerne informiert. Und irgendwelche neuartigen amerikanischen Krimi-Serien wie CSI, NCIS und wie sie alle heißen. Meistens zum Einschlafen oder irgend so was.
Im Radio / von CD höre ich gerne:
Ich hör fast gar keine CD. Ich hab so ne förmliche Sammlung, muss aber ganz ehrlich sagen, ich bin jemand, der so viel mit Musik zu tun hat, dass ich mir daheim wenig CDs rein lege – bis gar nicht. Ich mag es einfach ganz ruhig haben. Und im Auto hab ich halt s’ Radio dudeln, weil ich steh auf Verkehrsmeldungen und die andern werden mir bestätigen können: Ich finde jeden Stau und umfahre ihn! (Gelächter) Ich brauche dazu kein Navi sondern nur ne Verkehrsmeldung und dann klappt das schon irgendwie. Also ich mag beim Autofahren auf jeden Fall Radio hören – je nach dem, was es in der Gegend gerade für Sender gibt. Aber das ist mehr zur Unterhaltung, wenn ich alleine unterwegs bin oder so.
Mein Papa sagte einmal zu mir:
Ein Satz, der mir hängen geblieben ist? – „Hättest Du halt mal was Richtiges gelernt!“ (Gelächter) Das sagt mein Vater ab und zu mal zu mir, aber nicht oft. Aber nicht auf Schwäbisch!
Mein schönstes Band-Erlebnis:
Mein schönstes Band-Erlebnis war für mich im Studio bei dem neuen Album. Ich hab im Januar noch ein Konzert gespielt mit dem Tobi damals. Da habe ich dann halt das, was ich auf der Gitarre gespielt hatte, einfach auf dem Bass mitgespielt. Das ging dann so einigermaßen – es war ne schlechte Anlage, da ist das nicht aufgefallen. Dann habe ich mich halt sehr intensiv aufs Studio vorbereitet mit Unterricht und so. Und für mich war das schönste Band-Erlebnis, als ich sonntags im Studio stand beim Tobi Kurrle und der Ralf und der Markus gekommen sind, um mittags mal zu gucken, wie weit wir denn sind und ob wir schon einen Song drin haben – und ich hatte halt schon etliche Sachen eingespielt und es lief halt echt gut. Und dann das dumme Gesicht von den beiden eben, weil die gemerkt haben, dass ich da nicht Ton für Ton spielen muss sondern die Song halt wirklich flüssig und zügig rein krieg und auch auf das, was der Tobi sagt, reagieren kann. Wenn er sagt: „Spiel das mal so, spiel doch mal so“. Und das dumme Gesicht von den beiden war echt das Schönste! Ich hab das selbst nicht erwartet, dass es so gut geht, der Tobi hat’s nicht erwartet und die Band hat’s auch nicht erwartet.
Das würde ich mit der Band gerne noch erreichen:
Das ist schwer! – Das kommt auf die Stimmung an. Ich bin ein Stimmungsmensch. Es gibt Tage, da möchte ich davon leben können, mit toolsANDtomatoes unterwegs zu sein. Dann gibt’s Tage, da möchte ich die am liebsten gar nichts sehen und gar nicht mehr Musik machen, weil es mich einfach nur annervt. (Lacht) Ich glaube, was ich gerne machen würde, ist: unsere neue CD komplett verkaufen. Also die Sachen, die wir gemacht haben, komplett verkaufen – und dass wir so im nächsten Jahr ganz viele Konzerte haben an den Ecken, wo wir noch gar nicht waren. Und wie der Ralf eben schon gesagt hat: Für mich zählt auch, wenn einer raus geht und zufrieden ist, ist das okay und das ist cool. Dann ist es ganz egal, ob das 399 Scheiße fanden. Ich möchte halt einfach Leute begeistern, das ist so mein Ziel.
Bei welchem historischen Ereignis wärst du gerne dabei gewesen?
Ich glaube, ich bin zufrieden in der Zeit, in der ich lebe. Und da passiert historisch gerade sehr viel. Ein Mensch, den ich vielleicht gerne getroffen hätte, wäre vielleicht Martin Luther. Weil der Typ für seine Zeit wirklich was super Außergewöhnliches war. Hinterher völlig abgefahren am Schluss, aber den hätte ich gerne mal getroffen. Nicht, um mit ihm zu reden, sondern einfach um zu erleben: Ist das so, wie man sich das vorstellt heute oder war das damals ganz anders?
Bist du nach irgendetwas süchtig? (Alkohol, Nikotin, Schokolade, Internet…)
Ich hab mit Rauchen aufgehört vor einem Jahr. Wobei ich dann sagen muss: Ich war wahrscheinlich gar nicht süchtig, weil ich einfach so aufgehört hab. Ich brauch manchmal nen Schoko-Riegel. Gerade wenn ich nervös bin oder so hab ich mir halt früher ne Zigarette angezündet mit der Band. Und jetzt mag ich es halt auch mal in ein Twix oder Snickers oder weiß der Geier was rein zu beißen. Aber auch nicht wirklich süchtig. – Vielleicht nach meiner Freundin. Das ist aber auch nicht wirklich Sucht. Wie gesagt, es gibt so Phasen, da brauche ich mal ein Gummibärchen, das kann ein Schoko-Riegel sein, irgendwas zu Essen, ne Cola, ein Mezzo Mix, also da gibt’s nichts, was ich jeden Tag brauch.
Was bringt dich auf die Palme?
Das ist unterschiedlich. Beim Auto fahren Leute, die nicht Auto fahren können. (Gelächter) Nee, ich hasse es. Ich bin ziemlich viel in Deutschland unterwegs mit meinem Nebenjob und mit der Band – und ich hasse es einfach, wenn Leute meinen – was also typisch deutsch ist: Jetzt komm ich und alle anderen müssen sich nach mir richten! Da krieg ich die Voll-Macke! Also gerade auf der Autobahn, wenn man wie ich jedes Jahr 50.000 Kilometer fährt, kriege ich irgendwann die Voll-Macke, wenn da noch irgend einer meint, er muss da noch raus ziehen und weil er da jetzt gerade so schön fährt und nicht mehr Gas geben möchte mit seinem 300.000 Euro Auto muss sich der Rest der Welt irgendwie nach dem richten. Da kann ich mich tierisch drüber aufregen. Und über Leute, die sich dumm stellen. Ich arbeite mit jugendlichen Auszubildenden zusammen und da gibt es wirklich Leute, die finden es cool, dumm zu sein. Und da muss ich einfach sagen, da kriege ich voll die Macken. Es gibt Menschen, die haben einfach wirklich nicht viel im Kopf. Die sind wirklich behindert oder haben eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder haben ADS, irgendeine Krankheit oder haben einfach nicht so einen hohen IQ – mit diesen Leuten arbeite ich super gerne. Und denen was beizubringen macht auch richtig Spaß. Aber so Leute, die sich halt absichtlich dumm stellen oder nur faul sind, da kriege ich… boah – Hass! Aber denen sage ich das dann auch.
Verena: Aber bitte nicht über die armen Fahranfänger aufregen!
Nein, nicht die Fahranfänger, das ist was anderes! Ich sagte, über die doofen Autofahrer, die meinen, die ganze Welt dreht sich um sie wie der Falke…
Was macht dich glücklich?
Gerade meine Freundin – ich hoffe, das bleibt auch noch ganz lange so. – Neues Werkzeug. Und wenn ein Plan funktioniert.
Hass- und Lieblingsfächer damals in der Schule?
Hass-Fächer hatte ich verschiedene. Das lag an den Lehrern meistens, ich war ja eigentlich ein geiler Schüler. Ich bin in der Schule nie gern faul gewesen. Vielleicht habe ich deswegen so ne Abneigung gegen Leute, weil ich mit ein bisschen mehr Anstrengung viel mehr hätte erreichen können in meinem Leben. Gehasst habe ich Biologie – wie die Pest! Obwohl die Lehrerin geil war. Das war auch meine Sportlehrerin und die hat mir da ne Eins gegeben, aber in Bio hatte ich immer nur ne Vier, weil mich das überhaupt nicht interessiert hat. Meine Lieblingsfächer: Sport. – Eigentlich nur Sport. Also als Schüler hat mich damals eigentlich nichts wirklich tangiert, eher peripher.
Den Fans möchte ich noch sagen:
Meinen Fans? – Ich hab Fans? Cool! – Also, wenn ich Fans haben sollte: Mir ist wichtig, und das sage ich auch immer, nicht nur meinen „Fans“, meinen Jugendlichen, dass man wirklich alles versuchen sollte, um möglichst weit zu kommen und nicht aufzugeben. Das ist zum Beispiel ganz wichtig. Man kriegt ruckzuck irgendwelche Knüppel zwischen die Beine geschmissen, das heißt aber nicht, dass du keine Chance mehr hast im Leben. Du solltest versuchen, da aufzustehen, weiterzugehen. Ich finde, das ist ganz wichtig.
Vielen Dank für das Gespräch!
Stephi & Verena





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