toolsANDtomatoes – Das große Interview 2009 (5)
25 Oktober 2009 Eingestellt von: Gerhard 191 klicks Keine Kommentare
Stephi: Bei welchen Bands?
Das ist unterschiedlich. Ich arbeite hauptsächlich für einen Laden in Karlsruhe, der das Zeug vermietet. Und der schickt mich halt irgendwo hin. Nächstes Wochenende ist das Jazz Open in Stuttgart. Da bin ich bei verschiedenen Bands – und deshalb reicht mir das einfach. Denn du musst dir dann zwangsweise irgendwelche Bands anhören. Es gibt dann so Highlights wie bei Thomas D. oder so, wo es dann einfach auch mal Spaß macht, aber – ja, Free Jazz ist Scheiße!
Was wünscht ihr euch, das eure Fans von eurer Musik mitnehmen?
Ich würde mir wünschen, dass die sich irgendwie auch mal die Texte angucken. Wobei, es gab letztes Mal bei der letzten CD einen Fuzzi, der unsere Texte peinlich fand. Aber das liegt einfach daran, dass wir keine englischen Muttersprachler sind. Und wir versuchen halt immer, mit den Brocken schlechten Englischs irgendwie auszudrücken, was wir können. Wir haben in Englisch angefangen und deswegen machen wir es weiter. Aber ich würde mich auch freuen, wenn irgendwie ein paar sich nicht nur in die Menge stürzen und sich prügeln und Spaß haben, sondern wenn die sich halt auch irgendwie mal die Texte anhören oder so.
Und wenn die dann natürlich raus gehen und sagen: „Die Band war klasse!“
Die müssen natürlich alle missionieren und sagen: „Kommt auch mit!“
Wenn die dann Werbung für uns machen, wäre das dann natürlich super!
Also wenn bei jedem Gig einer rausgeht und sagt: „Das war geil, zum nächsten Gig gehe ich wieder!“, dann reicht mir das eigentlich schon.
Was wir noch weitergeben wollen, ist dass die Leute einfach Spaß haben. Das Leben ist ernst genug und wir wollen eben so ein bisschen zeigen: Wir haben Spaß daran und wer mit uns jetzt zusammen Konzert macht oder so, der kann auch Spaß haben.
Wenn ihr euch streitet – um was geht es da meistens?
Wir streiten uns in letzter Zeit nicht mehr so oft. (Gekicher im Hintergrund) Das muss ich mal kurz vorweg sagen, oder? Also mit dem André hier schon ein bisschen, aber…
Ne, also wirklich „streiten“ tun wir eigentlich nicht. Wenn, dann diskutiert man irgendwie mal kurz über irgendwas, wo man vielleicht Meinungsverschiedenheiten hat.
Ich bin dem letzt auf der Plättländ-Fahrt mit dem Sven aneinandergerasselt. Da ging’s um Geschwindigkeitsbeschränkung. Weil er bei Tempo 100 mit 140 über die Autobahn gefahren ist und ich das nicht so toll fand. Aber er hatte da einfach ein Schild übersehen.
Also ne, es gibt vielleicht mal Kleinigkeiten, wo man sich mal kurz drüber aufregt, aber im Großen und Ganzen haben wir uns eigentlich noch nie wirklich gestritten.
Wir gewöhnen uns auch mehr aneinander und man wird älter und auch keinen Bock auf ständig irgendein Gezicke oder so. Da sind wir mittlerweile entspannter. Das war schon zeitweise auch irgendwie anders.
Ja, klar.
Wo nicht alle so lässig waren.
Also ich bin manchmal auch ein bisschen launisch gewesen und so. Wenn’s mal nicht immer nach meinem Kopf ging, war ich da vielleicht nicht immer so kritikfähig. Aber das ist mittlerweile glaube ich schon besser geworden.
Wir haben so das letzte halbe Jahr echt ein gutes Team beieinander, finde ich. Tendenz: Immer besser oder so.
Bekommt ihr Feedback von euren Fans? Was bekommt ihr für Feedback und hat euch dabei schon mal was besonders beeindruckt?
Kommt darauf an, was für Fans. Wenn es Musiker sind, dann kriegst du halt musikalisches Feedback. Entweder „Du spielst nen Scheiß zusammen“ oder „Das war irgendwie cool“ oder „Der Sound war toll“.
Oder unsere Freundinnen sagen halt: „Menschenskinder, bewegt ihr euch auf der Bühne!“ oder „André war heut gut drauf!“ oder so. Das kriegt man von den nahe stehenden Personen ziemlich direkt aufs Brot geschmiert.
Was ich halt immer ganz interessant finde: Wenn auf Konzerten junge Leute sind, also 14-jährige junge Mädels, und gleichzeitig aber irgendwelche älteren Menschen, was weiß ich, die Mamas und Papas von denen auch noch dabei sind, die halt irgendwie 40, 50 sind – und wenn dann die beiden Generationen auf einen zu kommen und sagen: „He, das war geil!“
Das war beim Plättländ zum Beispiel so. Da war halt die Familie, wo wir übernachtet haben, zusammen dort. Der Sohnemann ist irgendwie elf oder zwölf, klar hatte der dann viel Kontakt mit uns, weil wir da im Haus übernachtet haben. Und der fand uns toll. Und die Eltern sind halt auch noch relativ jung eigentlich. Die waren da auch irgendwie positiv angetan. Und so was ist cool! Wenn die breite Masse ihren Spaß hat.
Cool war auch, wo der Rocker in Vollmaringen auf uns zu gekommen ist.
Ja, das war so ein Motorrad-Gottesdienst und da sind wirklich die harten Biker da gewesen. War cool!
Wir haben da den Song 7 von der CD gespielt, „In Heaven“ von unserem verstorbenen Freund. Und der (Rocker) kam halt hinterher und war echt tätowiert, Glatze rasiert und wie man sich so einen Motorrad-Rocker halt vorstellt und war halt echt gerührt und hat gemeint, dass das cool wär.
Und das tut auch gut, wenn so jemand oder egal, wenn jemand kommt und sagt: „Das war cool!“
Und das auch ehrlich meint.
Genau.
Es gibt halt auch die, die sagen „Es war total geil“, aber das sagen sie im Prinzip zu jeder Band.
Oder wo das eigentlich völlig unnötig ist, was die sagen. Die sagen halt was, dass was geredet ist, und das ist schade.
Was glaubt ihr – wie sehr kann Musik Menschen verändern?
Jetzt kann man wieder den Kadidaten nehmen, den ich schon angesprochen habe. Wenn man den Michael Jackson anguckt, das ist schon…
Na gut, das Ganze was drum rum hängt, die Karriere und so, das kann schon ein Leben verändern.
Ja, ich glaube auch, dass Musik viele Leute dahin führt, auch selber Musik zu machen. Wenn man traurig ist, hört man Musik, damit man sich besser fühlt. Wenn man glücklich ist, hört man Musik, um sich noch besser zu fühlen.
Ich denke, Musik ist ganz wichtig.
Ich kenne auch nur ganz wenige Leute, die keine Musik hören. Oder eigentlich fast niemanden.
Das sind eben Emotionen.
Gut, jetzt direkt verändern können wir mit unserer Musik glaube ich niemanden. Das wollen wir auch nicht.
Vielen Dank an die Band für alle Auskünfte!
Stephi & Verena
Ende des Band-Interviews. In Vorbereitung: Einzel-Interviews der Bandmitglieder.
Zu tAt CD-Rezension von Nils Neumann geht es – hier.
Zur tAt CD-Verlosung (bis Ende Oktober) geht es hier.
Zu Stephis Fotoalbum vom Proberaum geht es – hier.





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