Neue Märchen 4 – Der Froschtobi
22 Juni 2009 Eingestellt von: Gerhard 66 klicks Keine Kommentare
Es war einmal ein Froschtobi. An einem kühlen Sommermorgen saß er wieder einmal traurig am Rande des Brunnens im Schlossgarten und blickte in die Ferne. Da kam die jüngste Tochter des Königs herbeigelaufen, beachtete den kleinen Frosch mit der Krone auf dem Kopf aber gar nicht, da sie MP3-Player hörte und ganz in ihre Musik versunken war.
Plötzlich stolperte sie über einen Stein und der MP3-Player flog in hohem Bogen in den Brunnen. Sie kreischte auf, rannte zum Brunnen und schaute in die Tiefe, in der gerade ihr MP3-Player mit einem „Platsch“ auf dem Grund landete.
Da ergriff Froschtobi seine Chance und sprang herbei. Die Prinzessin erschrak und schrie: „Fort mit dir, du glibberiger Frosch!“ „Aber Prinzessin, ich kann dir helfen, ich werde dir deinen MP3-Player wiederholen, wenn du mir dafür einen Wunsch erfüllst.“
Sofort war die Prinzessin wieder ganz Ohr. „Alles was du willst, lieber Frosch, wenn du mir nur meinen MP3-Player zurückbringst.“ „Lass mich von deinem Tellerchen essen, aus deinem Becherchen trinken und in deinem Bettlein schlafen.“
Der Froschtobi tauchte hinab, um nur wenige Sekunden später mit dem Gerät im Maul wieder aufzutauchen. Sie schnappte es sich und rannte freudig zurück ins Schloss. Der Froschtobi rief ihr noch hinterher, aber sie hörte ihn schon nicht mehr.
Am nächsten Tag hüpfte er zum Schloss und klopfte gegen Mittag an die Tür des Speisesaals. „Königstochter, jüngste, mach mir auf die Tür.“ Die Prinzessin ging nichts ahnend, aber ängstlich zur Tür und öffnete sie. Als sie jedoch den Frosch erblickte, schlug sie die Tür zu. Doch als es noch einmal klopfte, fragte ihr Vater, wer denn da sei und sie erzählte ihm von dem Versprechen.
Der König wurde zornig und sagte, sie müsse ihr Versprechen einhalten. Widerwillig ließ sie den quakenden Frosch herein und platzierte ihn auf dem Tisch. Augenblicklich begann er von deren Teller zu essen und aus ihrem Glas zu trinken. Angewidert und flehend blickte sie zu ihrem Vater, doch der gab nicht nach.
Nach dem Essen bestand der Froschtobi darauf, im königlichen Bett zu schlafen, doch die Prinzessin setzte ihn am Fußende des Bettes ab und stieg ins Bett. Damit gab er sich nicht zufrieden und sprang mit einem Satz in ihr Bett. Wütend packte sie den armen Frosch und warf ihn mit voller Wucht gegen die Wand. Der klatschte dagegen, fiel hinunter und blieb benommen liegen.
Gerade als die Prinzessin, der es nun doch Leid tat, dass sie ihn gegen die Wand geschleudert hatte, sich dem Froschtobi näherte, verwandelte sich dieser in einen wunderschönen jungen Prinzen.
Bei einem Ausritt mit seinem Diener Tille krachte es plötzlich. „Tille, der Wagen bricht.“ „Nein Tobi der Wagen nicht, es ist ein Band von meinem Herzen, das da lag in großen Schmerzen, als du in dem Brunnen saßt und in einen Frosch verzaubert warst.”
Prinz Tobi und die Prinzessin heirateten und lebten glücklich bis an ihr Lebensende.





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