»Notstand« im Club Live in Wendlingen
10 Februar 2010 Eingestellt von: Gerhard 337 klicks Keine Kommentare
Comedian „Philli Vanilli“ mit Premiere
Von Gerhard
Die Wendlinger Spaß-Punk-Formation Dui Pfeifel hatte nach mehr als einem halben Jahr wieder zum Konzert geladen. Der kleine Saal im Club Live im Wendlinger Industriegebiet bot am 06.02.2010 die passende Location für die acht Jungs und ihren Support Notstand. Zu seiner Premiere kam in der Pause zwischen den beiden Bands der Comedian „Philli Vanilli“ mit seiner überwiegend politischen Show.
Nach der Begrüßung von Dui Pfeifels Urgestein und Gründer Jan Block fetzen aber erstmal die drei Jungs von Notstand los, wie man es von ihnen nicht erst seit dem Indie Open 2009 und der CD-Präsentation im Dezember 2009 gewohnt ist. Der flott vorgetragene erste Titel beginnt mit Schlagzeug, zu dem sich nacheinander Bass und Gitarre gesellen, die mit dem Gesang von Frontmann Tobias Haußmann abgerundet werden. Eine Bridge mit Schlagzeug und Gesang gefällt ebenso wie der Inhalt, in dem es „um einen schlechten Liebesfilm, nur ohne Happy End“ geht.
Die drei Punkrocker aus Wendlingen warten mit deutschsprachigen Songs und interessanten Texten auf. „Weil wir hier stehen“, erklingt es im zweiten Song, der erst mit einem gelungenen Gitarrensolo aufwartet, zu dem sich dann nacheinander Bass und Schlagzeug gesellen, die wieder vom Gesang ergänzt werden. Der Rhythmus ist hart, der Refrain ist schnell, bei der Bridge ertönt erst nur der Bass, zu dem sich die anderen Instrumente nach und nach einfinden.
Ein wohlwollendes Schmunzeln zaubert die Ankündigung des nächsten Lieds auf die Gesichter so mancher Zuschauer, denn Erfahrungen mit der wenig geliebten „Bäckerschlange“ kann wohl so mancher von ihnen aufweisen. Bei diesem schnellen, treibenden und überaus rhythmischen Song beginnen die Jungs mit Gitarre und Bass als Einleitung, dann folgen die Drums und der Gesang.
Seinen erst zweiten Einsatz auf der Live-Bühne erlebt der „Antisong“ aus der neuen CD, die erst im Dezember im Jugendhaus Zentrum Neuffenstraße präsentiert worden war. Dieser bisher schnellste Titel des Abends bringt die Leute vor der Bühne zum Tanzen und Pogen. Ganz im Gegensatz dazu das darauf folgende Lied, das mit seiner balladenhaften Gemütlichkeit zum sich „gegenseitig in den Arm nehmen“ einlädt. In der ersten Reihe bewegen sich die Zuschauer dann tatsächlich Arm in Arm langsam und im Takt hin und her.
Nach einem Dank an Dui Pfeifel fürs hier Spielen dürfen ging im Club Live aber noch mal so richtig der Punk ab. Kurz und schmerzlos „Jump“ nennt sich der Abräumer des Abends, bei dem sogar ein zweiter Sänger namens Philipp auf der Bühne performen durfte. Gemeinsam, im Wechsel oder gar als Echo zu Sänger Tobias Haußmann gab er sein Bestes. Begonnen wurde aber mit der E-Gitarre, dann folgte der Bass, den Pascal Dangel in gewohnter und routinierter Manier bediente. Zum Schluss kam das Schlagzeug, an dem sich Dino Kaiser wie immer mit Herzblut verausgabte. Der Song war sehr schnell, sehr laut, hatte viel Rhythmus und lud – wie sollte es bei diesem Titel auch anders sein – zum wilden Hüpfen und Springen ein.
Den gelungenen Abschluss des Notstand-Auftritts bildeten ein ruhigeres Lied über die Freundschaft (Du und ich), bei dem das Bass-Solo zu Beginn gefiel, und das Lieblingslied der Band, das sogar im Wechsel mit dem Publikum gesungen wurde. Der Beifall war groß, die Zugabe-Rufe ließen nicht lange auf sich warten – und so wurde mangels weiterer Songs ein bisher langsamer gespielter Titel noch einmal aufgeführt, diesmal jedoch mit viel Tempo und Elan. 45 Minuten beste Unterhaltung hatten damit ihr Ende gefunden.
Die Umbaupause brachte eine echte Premiere in den kleinen Saal des Clubs Live in Wendlingen: Nachwuchs-Comedian „Philli Vanilli“, der im wirklichen Leben Philip Schetter heißt, sprach über US-Präsident Barack Obama und den Friedens-Nobelpreis, den er als Vorschuss erhalten hatte, aber auch Guantanamo, der internationale Terrorismus und die Piraten vor Somalia wurden nicht verschwiegen. Innenpolitisch hatte er es auf Vizekanzler Guido Westerwelle abgesehen und seine Vorstellung, wie man mit Krankenkassen umzugehen habe. Die meisten Lacher gab es bei seinem Geplänkel über „das erste Mal“, dessen verschiedene Bedeutungen herausgestellt wurden – und selbst die Gastgeber-Band Dui Pfeifel wurde in seinen Kommentaren und Seitenhieben nicht verschont.
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Gerhard





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