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Die Jüngsten spielten sich ganz nach vorn

30 März 2010 278 klicks Keine Kommentare Drucken Seite mailen

Das Jugendhaus Zentrum Neuffenstraße in Wendlingen hatte am 26.03.2010 zum 2. Wo?!Festival Bandcontest eingeladen, bei dem es darum ging, die Sieger aus vier Teilnehmern zu finden, die als Belohnung Mitte Mai beim Wo?!Festival auftreten dürfen. Eingefunden zum munteren Wettstreit hatten sich die Bands »Nachtschwaermer« aus Esslingen und Umgebung, »Micro Perforation« ebenfalls aus Esslingen, »Indikativ« aus Nürtingen und die jüngsten Musiker von »Wake Up« aus Weilheim und Umgebung.

Nachtschwaermer

Für einen furiosen Start sorgten gleich die Vier von »Nachtschwaermer«, die schon mal auffielen, bevor sie noch den ersten Ton gespielt oder gesungen hatten – und zwar durch ihre Kleidung. Bassist Matthias Engelhardt (17) erschien im weißen Arztkittel, Drummer Max Mangold (16) hatte sich sogar ein Sommerkleid (!) übergezogen – nur Sänger Patrick Grünberger (16) und Gitarrist Max Rieger (17) trugen das, was man von Jungs in ihrem Alter heutzutage so gewohnt ist. Aber das zahlreich erschienene Publikum hatte keine Zeit für lange Fashion-Diskussionen – die Musiker mit ihren deutschen Texten legten gleich mal mit einem gelungenen Gitarren-Solo los und brachten „Adrenalin“ ins tanzende und hüpfende Volk.

Auch im zweiten Titel, bei dem man dazu aufgefordert wurde: „Renn aus der Disko raus!“, ging die Post ab mit dem abwechslungsreichen Schlagzeug, dem flotten und rhythmischen Spiel und dem gelungenen Solo bzw. Zwischenspiel von Bass und Drums. Pogo wurde getanzt, die Musiker und die Zuschauer hatten ihren Spaß. „Eins, zwei, drei, vier“, war der Einstieg in den nächsten Song, der mit einem schönen Gitarren-Solo begann und den wir für unsere Leser im Video festgehalten haben. Ruhiger und balladenhafter ging es im darauf folgenden Lied zu, bevor bei „Ich hab den Überblick verloren“ dann wieder der Punk abging.

Micro Perforation

»Micro Perforation«, die zweite Band des Abends, stieg schon mal – härter als die Band zuvor – mit einem schnellen, verzerrten Gitarren-Solo ein, dem erst das Schlagzeug folgte und dann die restliche Band. Die englischen Titel der Esslinger Gruppe werden von Julian Hirschke (17) an den Drums, Michael H. (18) an der Gitarre und mit Gesang sowie den Brüdern Julian (16) an der zweiten Gitarre und Lukas Langer (16) am Bass performt. Der Gitarren lastige erste Song glänzte mit weiteren Soli, war insgesamt sehr schnell und auch sehr gut gespielt.

Der zweite Song, „Stand up and fight“, brachte das Publikum zum Tanzen, was man auf unserer Video-Aufzeichnung nachvollziehen kann. „Don’t worry now“ begeisterte wieder mit der kräftigen Gesangsstimme, das Publikum lag zum Teil auf dem Boden und wiegte sich im Takt hin und her. Noch rockiger und flotter ging es bei „Game over“ zu, bei dem sich die Zuschauer mit „Hoi, hoi, hoi“ und Pogo intensiv beteiligten. Zum Schluss gab es wieder die rockigen Gitarren und versuchtes Stage-Diving durch einen Gast. Pogo und Kasatschok ähnliche Tanzeinlagen rundeten die Aktivitäten des Publikums ab.

Indikativ

»Indikativ« aus Nürtingen standen als Nächste auf dem Programm. Fabian Durst an der Lead-Gitarre und mit Gesang, Marc Buck an der Rhythmus-Gitarre und ebenfalls mit Gesang, René Rudolf am Bass und Louis Friedrich am Schlagzeug sind alle 18 Jahre alt und hatten schon den Gewinn beim „Avanti Dilettanti“ im Jugendhaus am Bahnhof in Nürtingen im Gepäck. Nach einem kurzen, verzerrten Gitarren-Intro kam die Bandvorstellung, dann ging’s ab mit deutschen Texten und schneller Musik.

Bei „Nur an dich“ begann interessanterweise zunächst der Bass, dann folgte das Schlagzeug, die Gitarren setzen ein und der Gesang rundete den Titel ab. Vom Song Nr. 3 kann man sich selbst ein Bild machen, denn ihn haben wir als Video aufgenommen. Man beachte das treibende Bass-Solo inmitten des Songs. Das darauf folgende Lied wurde mit dem Publikum im Wechsel gesungen. „Denn ich steh auf deine Freundin“ sorgte für Gesprächsstoff unter den Zuschauern. Laut, hart, schnell, die Jungs liefen zur Höchstform auf. Der Refrain war sehr melodisch und wurde sogar mehrstimmig gesungen – prima! Wieder versuchte sich ein Gast beim Stage-Diving und auch der Pogo wurde gepflegt.

Mit einem schnellen Gitarren-Intro begann Lied Nr. 5, schnell und treibend gespielt, sehr rhythmisch und mit gelungenen Gitarren-Soli ergänzt. Im Gegensatz dazu die Ballade, zu der im Publikum Feuerzeuge geschwenkt wurden, die sich aber plötzlich in einen schnellen, heftigen Song verwandelte, zur dem getanzt wurde. Auch hier gefielen der Wechselgesang bzw. die Mehrstimmigkeit.

Wake Up

Nach den drei Vier-Mann-Bands kamen nun die drei aufgeweckten Jungs von „Wake Up“ aus Weilheim und Umgebung auf die Bühne. Mit Abstand die jüngsten (alle im zarten Alter von erst 14 Jahren nämlich), spielten sie gleich auf wie alte Hasen. Und auch ihr Einstieg ins Programm war bemerkenswert: Zunächst saß nur Drummer Alexander Zweifel an seinem Instrument und hämmerte munter drauf los. Dann stiegen nacheinander Bassist Florian Hölz und Gitarrist und Sänger Daniel Neugebauer zu ihm auf die Bühne und ließen Instrumente und Stimme erschallen. Von Anfang an war dem Publikum klar: Das wird schnell, treibend – und sehr gut!

Bei den englischen Titeln der jungen Musiker wurde gleich zu Beginn mitgeklatscht. Auffallend war auch die kräftige und gute Gesangsstimme des jungen Frontmanns. Den zweiten Song, „I say“, kann man sich im Video zu Gemüte führen. „Easy“ gefiel durch das so abwechslungsreich gespielte Schlagzeug, die Soli an Bass und Gitarre sowie den wiederum auffallend präsenten Gesang. Insgesamt fiel die Band durch den durchweg guten Kontakt zum Publikum auf. Es wurde geklatscht, getanzt und mitgesungen. Der große Jubel am Schluss der Lieder sprach auch immer eine deutliche Sprache.

Ob Gitarren-Intro oder Gitarren-Solo, die drei Jungs von »Wake Up« haben es einfach drauf, wie man so schön sagt, was auch der Jury nicht verborgen blieb. Instrumenten-Beherrschung und Unterhaltungswert lagen durchweg auf einem sehr hohen Niveau und die Spannung stieg, wer von den vier teilnehmenden Bands denn nun die Nase am Ende vorne haben würde.

24/7

Während sich die hochkarätig besetzte Jury aus drei Organisations-Team-Mitgliedern zur intensiven Beratung zurückzog, füllte das Duo »24/7« die Pause mit Gesang zu zwei Akustik-Gitarren. Darüber gibt es eine nette Einschätzung im Artikel unserer Redakteurin Leonie, der ich hier nichts hinzufügen will. Überraschungsgast Fabian Präger an der für ihn eher ungewohnten Gitarre gab einen textlich versierten und im Publikum voll einschlagenden „Eigenbau“ zum Besten, der die ganze Situation rettete und einem versöhnlichen Ende zuführte.

»Die Letzten werden die Ersten sein«, sagt uns die Bibel – und genau so kam es für die letzte Teilnehmer-Band des Abends im Jugendzentrum in Wendlingen, «Wake Up«: Sie wurden, knapp zwar, aber doch, die Sieger und dürfen nun nach »The Rocking Chairs“ auch am Wo?!Festival am 14. oder 15. Mai 2010 teilnehmen. Bewertungs-Kriterien der Jury bei beiden Contests waren: Technisches Können der MusikerInnen, Songideen und Kompositionen, Zusammenspiel, Bühnenshow, Kontakt zum Publikum sowie Eigener Gesamteindruck.

»Musik für uns« gratuliert den Gewinnern sehr herzlich und wünscht für das Festival und den weiteren musikalischen Weg alles Gute!


Zum »Eindruck« von Leonie geht es – hier.

Zum Fotoalbum geht es – hier.

In Vorbereitung: Ein Interview mit der Siegerband.

WO?!Festival: www.wo-festival.de
Wake Up: www.myspace.com/wakeupweilheim
Micro Perforation: www.myspace.com/mperforation
Nachtschwaermer: www.myspace.com/zierfische
24/7: www.myspace.com/24sevenforyourhearts
Konzertbericht: Gerhard/Musik Für Uns
Thumbnail/Bilder: Gerhard/Musik Für Uns
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