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Rock in Rechberghausen am 16.08.2009 (2)

26 August 2009 Eingestellt von: Gerhard 114 klicks Keine Kommentare

Von Stephi

r05Nach Parkhaus war dann die Band „Crekko“ aus dem Schwarzwald an der Reihe. Die Band wurde sogar als erste Band des Tages von einem Veranstalter angekündigt. Sie sind Gewinner des deutschen Rock und Pop-Preises, wobei man Pop-Musik kaum finden konnte in der guten halben Stunde, in der die Band spielte. Es war vielmehr Rockmusik, mit leichten Hardcore-Einflüssen. Aber wirklich nur leichten. Sie waren alle schwarz angezogen, und um 15:30 Uhr, als Crekko spielen musste, war es wohl extrem heiß auf der Bühne, denn die Sonne schien nun leicht schräg in die Bühne herein. Und mit schwarzer Kleidung war das dann natürlich noch ein bisschen wärmer da drin… Die Band hatte schon was drauf. Und zum ersten Mal an dem Tag habe ich auch Leute vorne an der Bühne tanzen sehen.

Als vorletzte Supportband war um 16:15 Uhr dann „Reisegruppe Fischer“ dran. Und man muss ehrlich sagen: Der Auftritt der Band war ziemlich enttäuschend… Die Sängerin der Band kam sehr gespielt rüber. Das Authentische hat total gefehlt – es war alles sehr gekünstelt, was sie da auf der Bühne so erzählt hat. Die Töne hat sie manchmal auch nicht getroffen. Die Texte waren okay und der Rest der Band auch, aber die Sängerin ist einfach nicht natürlich rüber gekommen und das ist schon total schade.

Zum Bühnenauftritt: Die Reisegruppe Fischer ist sehr bunt in ihren Bühnenoutfits aufgetaucht, was eine schöne Abwechslung zu dem schwarz der Band zuvor war.

Dann, als letzte Supportband, war nulltarif an der Reihe. Jetzt wurde auch das Schlagzeug zum ersten Mal gewechselt: nulltarif hatte ihr eigenes dabei, mit ihrem Logo vorne drauf. Der Umbau hat, das muss man leider sagen, ziemlich viel Zeit geschluckt, was die Probleme mit Sänger Jules’ Gitarre später auch nicht besser gemacht hat. Insgesamt hat nulltarif etwa 15 Minuten von ihren etwa 50 Minuten, die sie hätten spielen können, verloren. Das war schon sehr schade. Und man hat dann auch gemerkt, dass sich die Songs von nulltarif ohne die zweite Gitarre ganz anderes anhören. Irgendwann ging die Gitarre dann zwar wieder, aber nur zwei oder drei Songs lang und schon war sie wieder weg… Aber man muss trotzdem sagen: Die Band und das Publikum hatten ihren Spaß und Jules konnte sich ein wenig in Bühnenpräsentation ohne Gitarre üben, was er gekonnt hinbekommen hat. Und was wäre nulltarif ohne hin und wieder einen verkorksten Auftritt hinzulegen? Das ist schon ein bisschen etwas, was man an der Band zu lieben lernt: Die nicht immer 100%ig gut laufenden Auftritte. Man hat dann einfach seinen Spaß an der Band und sie beweisen einem immer wieder, wie gut sie mit solchen Situationen umgehen können. Und ihre Bühnenhelfer, diesmal unter anderem Heiko von der Band „MyReply“ und natürlich Tilman Ziegler, helfen ihnen dabei, die Auftritte immer irgendwie zu retten. Und wenn wir schon bei Tilman Ziegler, auch Tille genannt, sind – ein Zitat von Jules im Bezug auf Tille: „Tilman Ziegler muss auf der Bühne dem bescheuerten Sänger immer die Gitarre wechseln.“ Ein tolles Zitat! ;-)

r06Jules hat dann auch den „Club der Pech-Haber“ eröffnet, dem alle sofort ohne Anmeldung und Mitgliedsgebühren beitreten konnten. „Alle, die heute schon Pech hatten, bitte zu mir.“

Dann, nach dem Auftritt von nulltarif, kam der erste Headliner auf die Bühne: Jennifer Rostock. Und dass die Band was drauf hat, hat sie bewiesen. Sängerin Jennifer hat eine Stimme mit extrem hohem Wieder-Erkennungswert und eine unglaubliche Bühnenpräsenz. Die Texte sind einfallsreich – das kann man auf jeden Fall sagen. Auch wenn man dabei sagen muss, dass sie vielleicht teilweise schon ein bisschen versaut sind – das kann man ebenfalls nicht leugnen. Allerdings wiederum auf eine Weise, die Niveau hat.

Aber die Live-Shows machen einfach so Spaß und auch zu Hause, wenn man da die Lieder hört, kann man fast nur gute Laune bekommen. Und Ohrwurmfaktor ist vorhanden. Die Songs haben auch ein bisschen was Rebellisches – vor allem Himalaja: „Ihr tretet mich vom Himalaja und ich kletter wieder rauf. Ihr ertränkt mich im Eriesee und ich tauch wieder auf. Ihr steinigt mich für mein Leben mit zerreißender Gier – und ich bin immer noch hier.“

r08Spontaneität auf der Bühne und verrückte Ideen sind auch Sachen, die zu Jennifer Rostock gehören. Sängerin Jennifer hat sich darüber beschwert, dass zu wenig getrunken wird … um dem entgegen zu wirken, hat sie kurzer Hand bei drei Songs je ein Mädchen nach oben geholt, das währen eines Songs ein Bier ganz leer trinken musste. Beim letzten Mädchen waren es sogar zwei Biere. Die haben das dann auch geschafft und zur Belohnung gab es noch eine Umarmung von Jennifer.

Erwähnenswert ist auch die Reaktion auf einen Ausruf eines Mannes aus dem Publikum: „Jennifer, zieh dich aus!“ Wie hat Jennifer reagiert? Sie ließ den Mann auf die Bühne kommen, hat ihn mit den Händen ans Schlagzeug fesseln lassen (der Mann stand dann mit dem Rücken zum Publikum) und dann hat sie ihn ausgezogen. So hat er sich das bestimmt nicht vorgestellt. Er stand am Ende dann nur noch in Boxershorts da. Und musste dann da auch einen ganzen Song stehen bleiben. Tja, so kann’s gehen …

r09Man könnte an dieser Stelle noch von vielen weiteren Aktionen und Zitaten der Band Jennifer Rostock berichten, aber sonst wird der Bericht definitiv zu lang. Schaut euch ein Konzert an – es lohnt sich auf alle Fälle! Unterhaltung pur. Und „Jennifer hat einfach Feuer im Arsch“ – besser kann man das kaum ausdrücken.

Nach Jennifer Rostock waren DIE HAPPY, die ursprünglich aus Ulm kommen, an der Reihe. Und dass Frontfrau Marta ebenfalls eine Energie auf der Bühne versprüht, kann jeder bestätigen, der sie und ihre Band schon live gesehen hat. Die englischen Texte haben es in sich – und an dem Abend spielten sie wirklich alles quer durch. Ganz alte Songs und ganz neue. Auf ihrer Homepage haben sie eine Umfrage gemacht, welche Songs alle auf ihre „Best Of“ CD sollen. Und die beiden besten Songs hat DIE HAPPY dann in einer neuen Version aufgenommen und die dann auch bei „Rock in Rechberghausen“ gespielt. „Wir sind gespannt, ob ihr die Songs noch erkennt.“ Nach ein paar Sekunden haben die treuen DIE HAPPY Fans sie auch schnell erkannt und mitgesungen. Eine tolle Show, Marta hat alle Energie in ihren Auftritt und in ihre Stimme gelegt und das Publikum war mehr als zufrieden.

r10Und schließlich kommen wir zur letzten Band des Abends: MIA. Ehrlich gesagt, konnte ich (und viele andere) mir nicht vorstellen, was MIA bei „Rock in Rechberghausen“ zu suchen hat – für mich war das bisher mehr Pop-Musik. Aber dass sie hier her gehört, hat sie bewiesen. Die Songs, die ich bisher gehört hatte, fand ich ganz okay, aber MIA hat bisher nie zu den Bands gezählt, von denen ich gesagt hätte, dass ich sie unbedingt einmal live sehen muss. Diese Einstellung habe ich nach diesem Gig geändert. Eine richtig gute Live-Show hat MIA. Die Songs hören sich live auch viel rockiger an, als so von CD oder in den Musik Videos. Hab danach noch mal in die Aufnahmen reingehört und mir gefallen sie ehrlich gesagt so immer noch nicht so richtig. Aber live: richtig, richtig gut!

Mit der Empfehlung, sich Jennifer Rostock, DIE HAPPY und MIA einmal live anzuschauen, verabschiede mich nun von meinem sechs Seiten langen Word-Dokument und hoffe, dass man sich bald auf einem Konzert sieht.

Rock on!

Stephi

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