Rock in Rechberghausen am 16.08.2009 (1)
25 August 2009 Eingestellt von: Gerhard 122 klicks Keine Kommentare
Von Stephi
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Am Sonntag, den 16.08.2009, fand der zweite Teil von Rock in Rechberghausen statt. Während am Tag zuvor Bonnie Tyler und viele Weitere das, vor allem aus Leuten mittleren Alters bestehende Publikum unterhielten, waren heute als Headliner Jennifer Rostock, DIE HAPPY und MIA an der Reihe.
Was auffällig war: Alle drei Headliner-Bands haben eine Frontfrau. Was vor allem den männlichen Teil des Publikums sehr freute. Und nicht nur sie, sondern auch die Mädels, denn das Rockgenre ist sonst ja Band mäßig ziemlich von Männern dominiert.
Aber bevor es zu den Headlinern und den Supportbands geht, erst einmal noch allgemein zum Festplatz:
Der ziemlich große Rechberghausener Festplatz (in Rechberghausen fand bzw. findet übrigens immer noch eine Gartenschau statt – soll sehr schön sein) war umgeben von Bäumen und den Essens-Ständen (Pizza, Crepes, Eis und vielen mehr). In der Mitte war das Red Bull Zelt, wo man sich mit Getränken versorgen konnte. Was auch nötig war, denn mit über 30°C kam man sehr schnell ins Schwitzen. Nur im wenig vorhandenen Schatten auf dem Festplatz war die Hitze einigermaßen erträglich.
Eine schöne Idee war, den kleinen Spielplatz am Rande des Festplatzes in einen Kinderbereich umzuwandeln.
Der Festplatz war für die Veranstaltung auf alle Fälle wie geschaffen und bot eine gute Atmosphäre. Generell war die Veranstaltung eine tolle Sache: Wie gesagt ein schön hergerichteter Festplatz, drei tolle Headliner-Bands, Sonnenschein pur und ganz gutes Essen/Getränke. Es gibt aber auch einen kleinen Kritikpunkt: Es war etwas blöd, dass man nicht mehr raus konnte aus dem Festplatz, wenn man einmal rein gekommen war. Man hätte da den Leuten die rein gekommen sind einfach einen Teil der Karte abreißen können und einen Stempel auf die Hand. Wer den Stempel vorweisen kann, hätte dann wieder rein kommen sollen. Und die abgerissenen Karten wären nicht mehr angenommen worden, wenn jemand sie ohne Stempel vorgezeigt hätte …
In dem Fall gab es ja nur die abgerissenen Karten – und wenn einer raus gegangen wäre, weil er die Band die er sehen wollte gesehen hat, hätte er sie dem Nächsten geben können, der wegen einer anderen Band da war. Das wollten die Veranstalter wahrscheinlich verhindern. Mit einem Stempel wäre das Problem schon gelöst gewesen … Denn normalerweise darf man bei Festivals rein und raus wie man möchte.
Aber nun zu den einzelnen Bands; angefangen bei den Supportbands mittags:
Den Anfang machten um 13 Uhr „Old Age Revolution“ – eine Band aus Bayern. Mit Rockmusik und englischsprachigen Texten leiteten sie den zweiten Tag von Rock in Rechberghausen ein und versuchten den schätzungsweise 40 Leuten vor der Bühne schon mal ein bisschen einzuheizen. Die Band war insgesamt schon okay, aber es war halt irgendwie „normaler“ Rock – es lag nichts so wirklich Besonderes in der Musik der Band. Was mir aber in Erinnerung geblieben ist, ist der Sänger: Der ist nämlich über die Bühne geflitzt und seine Bewegungen sahen manchmal ein bisschen wie Gymnastikübungen aus …
Als zweite Band betraten „Charmin Carmen“ aus dem Rems-Murr-Kreis die Bühne. Bekannt als bester Live-Act des Rems-Murr-Kreises versuchten sich die aus fünf Männern mittleren Alters bestehende Band an dem inzwischen etwas größer gewordenen Publikum. Sie waren alle in schwarz-weiß gekleidet. Heraus stach dabei aber vor allem der Sänger: In kurzer Hose und Kniestrümpfen sprang er auch manchmal mit silber-glitzerndem Cheerleader-Plüsch-Zeug auf der Bühne herum. Zwischendrin hatten sie auch eine Gastsängerin auf der Bühne, die die Rock-Alternative Musik der Band ein bisschen aufgepeppt hat. Live sicherlich eine gute Band, die sich was einfallen lässt. Musikalisch aber wieder nichts so Besonderes. Wobei zwei Songs schon etwas hatten… „Candy, you look so good“, oder so ähnlich hieß der eine Song. Der andere hieß „Never look back“, und der war auf alle Fälle tanzbar. Es war allerdings viel zu heiß zum Tanzen. Wäre es abends und schon mehr los, wären bestimmt einige bei dem Song gerne mit abgegangen. Die Band war aber ganz froh, dass sie so früh dran war: „… damit wir noch auf die Landesgartenschau können.“ Dann gab es noch den schönen Aufruf etwas bei der Band zu kaufen: „…um Künstler mittleren Alters zu unterstützen. Damit das auch mit unserer Rente klappt.“
Danach war die „Luxusband“ an der Reihe. Der Bandname erinnert ein bisschen an „Luxuslärm“, eine Band die vor kurzem bei The Dome auftreten durfte. Die Luxusband kommt aus Tirol und hat sich ebenfalls für ihre Live-Show etwas einfallen lassen: Sie hatten alle Sicherheitsanzüge an – solche, die immer bei der Spurensicherung der Polizei verwendet werden. Zu jedem Song hatten sich auch Riesenplakate gemalt. Anfangs gab es noch das Plakat „Rechberghausen“, wobei das „Rech“ durchgestrichen war, und drüber „Rock“ stand. Das wurde dann auch abgerissen und das nächste Plakat immer passend zum Song kam zum Vorschein. Ein Song hieß „Der Schrei“ – passend dazu das Bild „Der Schrei“ von Munch. Zwischendrin hat der Schlagzeuger der Band auch Frisbees zur zusätzlichen Unterhaltung in die Menge geworfen.
Der Deutsch-Rock-Pop der Band kam beim Publikum ganz gut an. Die Texte waren auch gut, die Stimme des Sängers auch – aber sie hat manchmal nicht ganz zur Musik gepasst. Das war schon etwas schade. Kann aber auch am Sound gelegen haben… Der Sound war bei den Supportbands nämlich nie ganz so gut wie dann am Abend bei den Headlinern.
Als vierte Band des Tages war „Parkhaus“ aus Stuttgart an der Reihe. Nach längerer Überlegung, wie man den Musikstil der vier Jungs beschreiben könnte, kam ich schließlich auf „halbernsten Deutsch-Punk-Rock“. Passt ganz gut, denn manche Texte hören sich einfach nicht sonderlich ernst an, aber wenn man genau hinhört, steckt hinter den meisten doch eine Geschichte oder ein Grund, warum dieses Lied geschrieben wurde. Ein Ohrwurm jagte den anderen… Der Song „00 Zentrale“, bei dem man textlich sich schon ein bisschen anstrengen muss, bis man einigermaßen versteht, um was es eigentlich geht, war einer dieser Ohrwürmer.
Parkhaus stellte sich generell als eine der besten Supportbands heraus. Gut gelaunt unterhielten sie das Publikum fast eine dreiviertel Stunde lang. Und die Werbung für ihren Merchstand klang so: „…dort könnt ihr euch CDs, T-Shirts und die ganze Scheiße kaufen, die ihr eh nicht haben wollt.“
Fortsetzung folgt…
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