Indie Open Festival 2009 – Vorschau
25 Juli 2009 Eingestellt von: Gerhard 114 klicks Keine Kommentare
Das Indie Open Festival findet am 23. Mai in der TVU-Halle in Wendlingen statt

1. Die Anfänge
Das erste Indie Open fand im Jahr 2008 ebenfalls in Wendlingen statt. Für die Organisation dieses großen Events hatte sich eine Gruppe von Ehrenamtlichen des Jugendhauses Wendlingen zusammen getan, die auch im Jahre 2009 wieder unverändert am Werk ist.
Zum Namen kam das Festival zum einen durch die „Indies“, die seit Jahren Konzerte veranstalten und mit ihrer Erfahrung zum Gelingen beitrugen bzw. immer noch beitragen. Das „Open“ kommt von dem ursprünglichen Plan, das Ganze „open air“, also im Freien, abzuhalten. Das scheiterte aber letztlich daran, dass die Sperrzeitverkürzung der Stadt Wendlingen nur bis 22 Uhr eingeräumt wurde – und das reicht einfach nicht für ein Konzert in dieser Größenordnung.
Deshalb fand das erste Indie Open in der Turnhalle in Wendlingen statt, die aber zwischenzeitlich außer Dienst gesetzt und abgerissen wurde. So wandert das Event im Jahre 2009 in die Turn- und Festhalle Unterboihingen. „Neuer Ort – gleiche Idee: Ein Konzert, wo sich zum Großteil junge, aufstrebende Bands aus Wendlingen und Umgebung präsentieren können. Und dazu kommt ein Headliner, der auch zusätzlich Leute von außerhalb zieht, damit man ne größere Halle voll kriegt“, erklärt Jugendhausleiter Christof Georgi.
War es im vergangenen Jahr noch die Band „Benzin“ gewesen, so konnte dieses Jahr die bundesweit agierende Formation „Luxuslärm“ als Top-Act gewonnen werden.
2. Das Konzept
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter vom Jugendhaus, die eine einmalige finanzielle Unterstützung von der Jugendstiftung bekommen, feilten an der Idee und entwickelten eine tragfähige Konzeption, in der die gebotene Qualität eine große Rolle spielt. Was den Machern sehr am Herzen liegt, ist: „Dass es ein Konzert ist, das auch ein bestimmtes Qualitäts-Niveau erfüllt“, ergänzt Christof Georgi vom Jugendhaus. Dabei ist nicht nur an das Können der auftretenden Bands gedacht, das ganze Umfeld soll einfach „stimmen“ – angefangen beim Dauerthema Alkohol. Gerade, weil das Jugendhaus mit im Boot ist und auch die Bandmitglieder überwiegend jung sind, kann man wieder mit einem sehr jungen Publikum rechnen. Letztes Jahr waren viele Leute da, die zum ersten Mal zu einer so großen Veranstaltung durften. Und deshalb wird beim Konzert und auch im Umfeld darauf geachtet: „Wer trinkt da was?“
In der Halle wird kein „harter“ Alkohol ausgeschenkt. Im Unterschied zu anderen Massenveranstaltungen muss nicht der größte Teil der Einnahmen über den Getränkeverkauf herein geholt werden, was sich in moderaten Preisen, beinahe auf Jugendhaus-Niveau, niederschlägt. Organisationsmitglied Wolfgang Preiß dazu: „Ausschließen, dass Jugendliche schon mit harten Sachen ankommen, kann man nicht. Aber man kann zumindest an der Einlass-Kasse dafür sorgen, dass diese Sachen erst gar nicht rein kommen in die Halle – und da werden wir auch alles dafür tun. Es sind Sicherheitsleute vor Ort und wir weisen dann die Einlasser auch an, große Rucksäcke zu kontrollieren. Wir gehen auch auf dem Parkplatz rum, um zu verhindern, dass sich Leute zum Auto zurückziehen und sich da das Zeug aus dem Kofferraum holen und sich dann betrinken.“
Wichtig ist den Organisatoren auch das Niveau der Veranstaltung für die Bands. Für den Backstage-Bereich wird extra ein Zelt aufgestellt. Ehrenamtliche aus eigenen Reihen oder von außerhalb regeln die Abläufe an der Kasse oder in der Halle. Professionelle Hilfe wird bei der ganzen Ton- und Lichttechnik in Anspruch genommen. „Was die Anlage angeht und was das Backstage-Zelt angeht, da arbeiten wir mit dem Zeltspektakel zusammen. Der Mischer, der das Zeltspektakel betreut, Florian Rapp, der mischt auch unsere Veranstaltung. Das Zelt kommt auch vom Zeltspektakel, die unterstützen uns da sehr gut“, freut sich Wolfgang Preiß.
Team Mitglied Jens Block erinnert sich: „Die Erfahrungen letztes Jahr waren eigentlich ganz gut. Das Wetter war letztes Jahr ja wunderbar. Das heißt, vor der Halle war es richtig schön. Die (Besucher) sind mit ihrer Picknickdecke im Gras gehockt, haben da vielleicht auch mal ein Bier getrunken, aber wenn ich jetzt sehe, was wir letztes Jahr an Flaschen oder so draußen weg geräumt haben, das hielt sich im Prinzip extrem in Grenzen. Die Leute haben innen drin hauptsächlich ihr Zeug gekauft und dort auch getrunken.“

3. Das Team
Neben Jugendhausleiter Christof Georgi wirken bei der Organisation des Indie Open federführend mit:
Jan Block ist Selbstständiger und auch Gründungsmitglied vom Indie Open. Er ist für den Außenbereich zuständig. Er schaut nach dem, was sich draußen abspielt mit dem Fremdalkohol und dem Parkplatz.
Jens Block, der seit vielen Jahren schon Ehrenamtlicher im Jugendhaus und im zweiten Jahr beim Indie Open mit dabei ist. Er besucht ein Berufskolleg. Beim Indie Open ist er komplett für alles zuständig, was mit Gastro zusammenhängt.
Felix Keck ist seit ungefähr zwei Jahren Ehrenamtlicher und hat davor Zivildienst im Jugendhaus gemacht. Er ist Student. Beim Indie Open ist er für die Bon-Kasse zuständig.
Wolfgang Preiß ist Ehrenamtlicher im Jugendhaus seit 2002. Er ist Student der Betriebswirtschafts- lehre und wie die anderen das zweite Jahr beim Indie Open dabei – eben auch als Gründungsmitglied. Er ist zuständig für infrastrukturelle Anschaffungen, z.B. die Technik.
Michael Schreiter ist jetzt auch im zweiten Jahr dabei beim Indie Open. Er macht eine Ausbildung zum Management-Assistenten im Einzelhandel. Er ist für alles zuständig, was mit Bands zu tun hat, auch im Vorfeld. Er hat „Luxuslärm“ herausgesucht und auch die andern Bands gebucht. Während der Veranstaltung ist er für alles verantwortlich, was sich Backstage oder auf der Bühne so abspielt. Er hat seinen Zivildienst im Jugendhaus Trafo in Köngen abgeleistet und ist seit dem Mitglied im 3k-Festival-Team. Schon in der Schulzeit hat er sich durch die Organisation des „Rock-gegen-Rechts“-Konzertes am Robert-Bosch-Gymnasium ausgezeichnet.
Thomas Schuh ist selbstständig. Er ist während der Veranstaltung wie Michael Schreiter für alles zuständig, was sich auf und hinter der Bühne so abspielt. Er ist ebenfalls Gründungsmitglied.
Franziska Wilde ist Industriekauffrau. Sie ist auch Gründungsmitglied vom Indie Open und zuständig für den Einlassbereich, die Akkreditierungen und die Deko. Bereits seit 1999 ist sie Ehrenamtliche im Jugendhaus Trafo Köngen, vor allem beim Abenteuerspielplatz jedes Jahr im Sommer. Seit 2008 ist sie zudem Mitglied im 3k-Festival-Team.
Jugendhausleiter Christof Georgi ist wichtig, zu erwähnen, dass die Mitarbeiter des Organisations- teams bereits bei vielen Konzertveranstaltungen Erfahrungen gesammelt haben und sozusagen „alte Hasen“ sind: „Wolfgang Preiß ist seit 2002 Ehrenamtlicher, aber vor allem im Jugendhaus in Köngen. Es sind hier so einige Ehrenamtliche, die sich in verschiedenen Jugendhäusern engagieren. Thomas Schuh zum Beispiel macht das 3K Festival, hat aber auch lange die Indie Kneipe gemacht. Erfahrungen gibt es vom Zivildienst oder von selbst organisierten Konzerten, weil manche auch selbst Musik machen.“
4. Die Partner
Ganz oben steht die Stadt Wendlingen. Vor allem die Herren Vöhringer und Ziegler. Sie haben bereits 2008 die Halle kostenfrei überlassen. Sie hatten sich auch dafür eingesetzt, dass das Festival „open air“ über die Bühne geht, was dann leider nicht funktioniert hat.
Fahrschule Melchinger, Köngen – wird dieses Jahr auch wieder auf den Armbändern vertreten sein.
Getränke Valet, Wendlingen – wird die Getränke liefern.
Kreisjugendring Esslingen
Jugendstiftung Baden Württemberg – unterstützt bei den Ausgaben für die Technik.
Wichtel Design, Kirchheim – hat die Flyer erstellt und die Plakate und die Homepage.
Pizza Pasta & Co. – Das ist das Team im TVU Clubheim. Sie machen während der Veranstaltung komplett alles, was mit Essen zu tun hat.
GDW Süd, Sindelfingen
Zeltspektakel Wendlingen
Musikverein Wendlingen
Pegasus Tontechnik, Kirchheim
Jugendhaus Trafo, Köngen
3K-Festival, Köngen
party-pur.de
Das Ding – Der Radiosender bringt das Indie Open auf seiner Internetseite und kündigt es auch „on air“ an.
5. Die Bands
Dein Ex – Solider deutscher Rock. Sie sind älter, haben viel Erfahrung, sind sehr professionell, aber durchaus mit Bodenhaftung. Sie sind auch regelmäßig in der Nachwuchsparade von „Das Ding“ vertreten.
Dui Pfeifel macht nach eigener Angabe Ska, Funk, Punk, Rock. Das sind acht Leute mit Bläsern wie Trompete oder Saxofon. Es ist Spaß-Musik mit einer super Bühneshow, Party und Stimmung – teilweise sogar mit zwei Schlagzeugen.
Great Input, Folks – Folk bzw. Folk-Rock. Auf MySpace hört sich das ein bisschen nach irischer Pub-Band an. Mit drei Mädels aus Ludwigsburg, die gerade im Abi sind. Einwandfrei – und es hört sich auch sehr atmosphärisch an.
Luxuslärm – Pop-Rock. Auch mal mit ner Ballade zwischendrin. Sie haben nur deutsche Texte. Uns eine Frontfrau. Sie kommen aus Iserlohn in Niedersachsen und haben letztes Jahr bei der Popkomm ziemlich viel abgeräumt, unter anderem: bestes Album, beste Rock-Sängerin 2008…
No Time for Drama – Sind auch aus Wendlingen, sie machen Alternative-Rock mit englischen Texten. Es sind vier Jungs und modern, sehr modern.
Notstand – Geht auch in die Rock-Richtung mit deutschen und teilweise auch englischen Texten.
Rescue the Fiction – Hardcore-Emo. Das ist im Prinzip sehr schnelle, sehr laute und sehr harte Punkmusik. Mit Geschrei – das ist aber ein aktueller Musiktrend. Musikalisch und vom Können her sind sie schon sehr weit.
Standby – Auch Rock, Pop und Punk…
Die beiden als letzte gebuchten Bands wurden durch einen Band-Contest festgelegt. Der fand am 14. März im Jugendhaus statt. Sponsor dieser Veranstaltung war die Fahrschule Knutzen. Ca. 200 Zuschauer und fünf Bands, die um den Einzug ins Indie Open gespielt haben, waren vor Ort. Am Ende waren die beiden Siegerbands 0,1 Punkte auseinander. Da nahmen die Veranstalter einfach beide ins Line-Up: „Rescue the Fiction“ und „Standby“. Das Durchschnittsalter liegt bei 14 oder 15 Jahren.
6. Die Veranstaltung
Nach ca. 400 Leuten im vergangenen Jahr liegt das angepeilte Ziel der Veranstalter bei rund 500 Leuten. Einlass ist wieder um 15:00 Uhr. Beginn um 16:00 Uhr, dann acht Stunden lang Pop, Rock, Funk, Ska…. alles durch die Bank. Um 0:00 Uhr ist die letzte Band fertig, um 1:00 Uhr ist Veranstaltungs-Ende.
»Notstand«, »Rescue the Fiction« und »Standby« spielen etwa eine halbe Stunde, »No Time for Drama« und »Great Input, Folks« spielen 40 Minuten, »Dui Pfeifel« und »Dein Ex« spielen 60 Minuten und »Luxuslärm« spielt 1½ Stunden.
Zum Schluss noch der Wunsch der Organisatoren: „Wir hoffen auf eine friedliche Veranstaltung mit viel Spaß, guter Laune – und dass die Leute nächstes Jahr dann wieder kommen!“
Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.indie-open.de .
Gerhard Brenner





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