»Gott hat uns unseren Körper gegeben, …«
13 April 2010 Eingestellt von: Gerhard 220 klicks Keine Kommentare
»… damit wir uns ein bisschen bewegen können.«
Das Balinger Rockfestival 2010 lockte die Besucher, und so war die „Hütte“ schon ordentlich voll, als »Groundstaff« als Opener gegen 15:45 Uhr die Mainstage zum Beben brachten. Regelrecht ins Ohr sprang mir dabei die beeindruckende Gesangs-Stimme von Frontfrau Bekki, die den deutschen Texten intensiven gesanglichen Ausdruck gab. Durch zwei Video-Leinwände entsprechend ins Szene gesetzt konnten die Groundstaff-Jungs an zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug ihr Bestes geben und ernteten zusammen mit „The Voice“ Bekki verdienten Applaus nach jedem Song.
Neben den Songtexten an sich waren auch die Ansprachen zwischen den einzelnen Titeln bemerkenswert. Mal ging es um Miss-Stände in unserer Gesellschaft, in der Kinder verletzt werden und wir aufgefordert wurden, demgegenüber Hoffnung auf Veränderung zu verbreiten. Dann hieß es aber auch: „Gott hat uns unseren Körper gegeben, damit wie uns ein bisschen bewegen können!“ – Gesagt, getan, das Publikum ließ sich nicht zwei Mal bitten, und so wurde getanzt und gepogt, dass es eine Freude war. Mit dem Einsatz eines Akkordeons gelang »Groundstaff« auch noch ein musikalischer Effekt zum Abschluss ihres Auftritts bei ihrem letzten Song.
Mit »Holding Onto Hope« aus Kalifornien kam schon als zweite Band des Abends eine amerikanische auf die Bühne, deren jüngstes Bandmitglied gerade mal 17 Jahre alt ist. Anmoderiert von Patrick Reusch, den viele noch als Sänger von »Crushead« kennen, legten die Boys schon beim Intro heftig los. Hard Rock, laut, wild, durchdringend, Screaming und alles, was dazugehört – ich muss gestehen, dass diese Sparte der Musik nicht mehr so gut geeignet ist für meine etwas in die Jahre gekommen Ohren, weshalb ich es mir lieber in der Coffee Lounge bequem machte.
»Good Weather Forecast«, die bayrische Spaßtruppe, enterte danach die Bühne und ließ ein Feuerwerk von guter Laune abbrennen, das sich sofort auf das inzwischen noch zahlreicher versammelte Publikum übertrug. Ersten Beifall gab es für die Musiker, als sie während der Auftrittsmelodie mit allerlei sportlichen und akrobatischen Übungen glänzten. Gut gefiel neben der Standard-Besetzung von Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug auch die Blechbläser-Abteilung mit zwei Trompeten und einer Posaune.
Ska- und Reggae-Klänge schallten auf die Zuschauer hernieder, die nicht mehr zur Ruhe kamen und von Anfang an voll im Rhythmus der Instrumente abgingen. Hüpfen, tanzen, klatschen, Hände schwenken, zu Boden gehen und auf Kommando wieder aufstehen, lange Menschenschlangen, die sich wie bei einer Polonaise durchs Publikum schlängeln – es gab nichts, was es nicht gab! Bei einem Tanzwettbewerb ging es um die Frage, ob eine Besucherin zur »Dancing Queen« oder ein männliches Pendant zum »Dancing King« gekürt werden sollte, was letztendlich zugunsten des jungen Mannes ausging.
Fast ein Heimspiel hatten die Jungs von »Sacrety« aus Oberndorf am Neckar, die nicht zum ersten Mal beim Balinger Rockfestival zu Gange waren. Auch sie in Höchstform mit sehr rockigen und lauten Klängen, bei dem das Publikum nicht mehr zur Ruhe kam. Der obligatorische Grimassen-Wettbewerb ist schon fester und gern gesehener Bestandteil der Sacrety-Show, die keinen auf dem Stuhl sitzen ließ (ja, es gab eine Tribüne mit Sitzplätzen für die etwas reiferen Jahrgänge unter den Zuschauern).
Die nächste Band war aus dem europäischen Ausland angereist: »Make Up Your Mind« aus Holland ließen es wieder krachen, so dass auch da kein Auge trocken blieb. Ska und Reggae, Posaune und Saxophon, die Jungs aus den Niederlanden beherrschen ihre Instrumente exzellent und auch Sänger Nicky begeisterte wiederum mit seinem Feuereifer und Elan, den er auf den Brettern, die die Welt bedeuten, jedes Mal versprüht.
Die beiden folgenden Bands, »Kids In The Way« und »Pillar« aus den USA, gehören wieder der heftigeren Gattung von Musikern an, weswegen wir vom „Musik für uns“-Team auf meinen Wunsch hin die Koffer packten und uns auf den Heimweg machten. Geblieben sind sehr schöne Erinnerungen an die super Organisation, viele nette Gespräche, man traf Leute, die man jahrelang nicht mehr gesehen hatte und konnte sich mit Essen und Trinken sowie Info-Material in vielfältiger Form versorgen.
Besonders gut hat mir auch die „Acustic Lounge“ gefallen, wo man die Bands, die auf der großen Bühne so viel »Krach« machen, unplugged und zum Teil in kleinerer Besetzung erleben konnte. Die jeweils von unterschiedlichen Moderatoren geführten Interviews boten interessante Einblicke ins Band-Leben – und auch hier war der Platz für die vielen begeisterten Zuschauer manchmal fast zu knapp.
Allen, die das Balinger Rockfestival noch nicht kennen, sei gesagt: Geht hin! Es lohnt sich auf alle Fälle!
Zum Fotoalbum geht es – hier.
[stextbox id="alert" color="000000" ccolor="ffffff" bcolor="696969" bgcolor="ffffff" cbgcolor="ffffff" image="null"]Website: www.balinger-rockfestival.de
Konzertbericht: Gerhard/Musik Für Uns
Thumbnail/Fotos: Alexander Ebert[/stextbox]





Kommentar hinterlassen